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Lehrer werden

Strategien für einen erfolgreichen Einstieg in den Lehrberuf

Das Ratgeber-Buch „Lehrer werden“, erschienen im Vandenhoek&Ruprecht Verlag, ist gerade für den Anfänger im Lehrberuf geeignet. Nach der jahrelangen Theorie, die man an der Uni tagtäglich gepaukt hat, müsste der angehende Lehrer ja eigentlich ausreichend für den Schulalltag gerüstet sein. Aber wie gut sind die oft illusorischen Theorien in der Praxis umsetzbar? Und wurde dem Referendar an der Uni eigentlich beigebracht, wie er sich mit frustrierenden Situationen im Beruf auseinandersetzen kann?

Meist wird gerade am Anfang des Referendariats die Unterrichtsplanung noch als sehr kompliziert empfunden. Diesem soll ein Kapitel, das ausschließlich die Zeit des Referendariats behandelt, abhelfen. Dabei spielen Tipps zur Vorbereitung des Unterrichts genauso eine große Rolle wie Tipps zur Durchführung und Nachbereitung. Wichtig ist oft der Lerneffekt, den der angehende Lehrer für sich selbst aus dem von ihm durchgeführten Unterricht ziehen kann. Was kann ich aus positiven Situationen ableiten? Was ist bei den negativen Situationen schief gelaufen? Wie kann ich das beim nächsten Mal verbessern oder verhindern? Bei der Unterrichtsvorbereitung helfen so griffige wie einleuchtende Theorien wie die „ALPEN-Theorie“ (Alpen steht für: Aufgaben notieren, Länge schätzen, Puffer einplanen, Entscheidungen treffen, Nachkontrolle).

Aber für die im Referendariat anstehenden Vorträge sind Sie gerüstet. Schließlich haben Sie schon im Studium unzählige Referate gehalten, das geht jetzt wirklich im Schlaf. Oder? Auch hier gibt es nur bei den wenigsten Hochschulabsolventen keinen Nachholbedarf mehr. Verbesserungsvorschläge und --strategien sind daher immer nützlich. Das Buch widmet dem erfolgreichen Vortrag daher ein gesamtes Kapitel, das sehr verständlich und praxisnah ist.

Ein meiner Meinung nach sehr wichtiges Kapitel, dessen Lektüre wiederum keinesfalls nur das Leben angehender Lehrer erleichtern würde, trägt den Titel: „Umgang mit Bewertungsängsten und hinderlichen Gefühlen“. Dass extreme Gefühle den Alltag behindern können (sowohl negative wie auch allzu positive Gefühle) hat jeder schon erlebt. Nichts jedoch setzt einen angehenden Lehrer mehr unter Stress als eine anstehende Prüfung. Versagensängste und eine negative Selbsteinschätzung stehen so mancher Prüfungsleistung im Weg. Schafft man es, diesem entgegenzuwirken, ist alles nur noch halb so schwer. Dafür wendet das Kapitel erst einmal Aufgaben zur Selbstreflexion an, die der Leser bearbeiten kann. Die wichtigste Strategie, die der Emotionsregulation, wird im Folgenden anschaulich erklärt. Auch dem sog. „Ankern“ und verschiedenen Entspannungsmethoden wird genügend platz eingeräumt.

Ein sehr nützliches Buch, jedem Referendar zu empfehlen, auch für viele andere Berufsgruppen sowie für Studenten geeignet.

von Jessica Poschen

Lehrer werden

Autor/en: Michaela Schmidt, Meike Landmann, Kirsten van de Loo
Verlag:
ISBN: 3825231879 Weitere Informationen bei amazon.de

Quelle: Eigene Rezension

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