So würde Hitchcock präsentieren
Überzeugen Sie mit dem Meister der Spannung
Eine Präsentation spannend wie einen Thriller zu gestalten ist keine leichte Angelegenheit. Mit welchen Hilfsmitteln und Tricks es jedoch trotzdem gelingen kann, erzählt Michael Moesslang, selbst in der Werbebranche und als erfahrener Kommunikationscoach tätig, in seinem neuen Präsentationsratgeber.
Von der Filmidee ins Rampenlicht, diesem Leitfaden folgt Moesslang auch im Hinblick auf alltägliche Präsentationen, denen sich jeder am Arbeitsplatz früher oder später stellen muss. In den drei Akten „Die Filmidee“, „Das Drehbuch“ und „Am Set“ führt Moesslang auf knapp 300 Seiten, Schritt für Schritt vor, auf welche Aspekte während einer Präsentation besonders geachtet werden sollte.
Im ersten Teil gibt der Autor zunächst Informationen über die absoluten Fehltritte, die während eines Vortrages tunlichst zu vermeiden sind und, um in der Filmsprache zu bleiben, wohl eher zu den „B-Produktionen“ zu rechnen sind. Anhand von Tabellen und Grafiken erläutert der Autor im nächsten Schritt, was einen guten Vortrag stattdessen auszeichnet: der Appell an die Emotionen der Zuschauer sowie die ganz persönliche Präsentationsphilosophie des Autors kommen in diesem Kontext zur Sprache. Am Ende des Kapitels werden schließlich alle wichtigen Fakten noch einmal prägnant auf den Punkt gebracht.
Im nächsten Akt, dem „Drehbuch“ werden schließlich Detailfragen beantwortet, hier geht es unter anderem um den gezielten Spannungsaufbau während einer Präsentation. Was passiert in welcher Reihenfolge?, Welche sprachlichen Mittel sind hilfreich?, oder „Welche Effekte lassen sich verwenden, um die Wirkung zu steigern?, sind in diesem Kontext von Bedeutung. Mit Hilfe der „Plot Point-Methode“ veranschaulicht Moesslang darüber hinaus, wie zum Beispiel eine neue Werbekampagne vorgestellt werden kann. Dieser Methode folgend, wird zunächst das „Setting“ erläutert, in dem sich der Kunde gerade befindet. Anschließend macht der Vortragende in der „Konfrontation mit Konflikt“ deutlich, wie das Produkt in diesem Zusammenhang Hilfestellung leisten kann und gezielt auf die Bedürfnisse des Kunden reagiert. Im letzten Akt, dem „Höhepunkt“ wird schließlich die genaue Funktion des Produktes erläutert und auf weitere Distributionsmöglichkeiten der Werbebotschaft verwiesen.
Im dritten und letzten Akt „Am Set“ geht es schließlich um die direkte Konfrontation mit dem Publikum, bei der es insbesondere um die richtige Rhetorik, eine überzeugende Körpersprache und nicht zuletzt auch darum geht, die eigene Authentizität zu wahren, die schließlich Voraussetzung für die eigene Glaubwürdigkeit ist.
Mit vielen Beispielen aus der Welt der Medien und der unterhaltsamen Einbettung in die Dramaturgie des Films ist Moesslang ein hilfreicher und keineswegs trockener Ratgeber gelungen. Die vermittelten Tipps richten sich dabei nicht an eine bestimmte Zielgruppe, unabhängig vom jeweiligen Wissens- und Erfahrungsstand findet hier jeder Hilfe, der seine eigene Präsentation verbessern möchte. Darüber hinaus bringt Moesslang durch seine Anknüpfung an den Film vielfach neue Perspektiven ein, die helfen, die eigene, scheinbar langweilige, Tätigkeit neu zu entdecken.
Marleen Scharninghausen
So würde Hitchcock präsentieren
Autor:
Michael Moesslang
Verlag:
Redline Wirtschaft
ISBN: 3868812989
Weitere Informationen bei
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Quelle: Eigene Rezension


