Verhandeln mit dem Arbeitgeber
Wer ist eigentlich der Arbeit-Geber? Derjenige, der einem anderen einen Job gibt? So verstehen wir es. Oder ist es nicht auch derjenige, der einem anderen seine Arbeit zur Verfügung stellt? Solche Fragen stellt Barbara Kettl-Römer im neuen Duden-Ratgeber „Verhandeln mit dem Arbeitgeber“ nicht ohne Grund. Der „Arbeitnehmer“ soll sich seiner Stärken bewusst werden und gut vorbereitet in Verhandlungen mit seinem „Arbeitgeber“ gehen.
Arbeit-Nehmer und Arbeit-Geber
Die Unternehmen und ihre Arbeitgeber wollen in erster Linie nur eines: Geld verdienen. Aus diesem Grund müssen sie sich Arbeitskraft kaufen. Anders ausgedrückt müssen sie Arbeitsplätze schaffen und Arbeitnehmer einstellen, die das Geld für die Firma verdienen. Die Konditionen des Arbeitsvertrages werden verhandelt.
Das Verhältnis von gegebener und genommener Arbeit ist also nicht so einseitig, wie es häufig den Eindruck vermittelt. Ist ein Arbeitnehmer am Ende der Verhandlung so unzufrieden, dass er bei der nächstbesten Gelegenheit kündigt, ist dem Arbeitgeber auch nicht geholfen. Wie Sie nun richtig mit ihrem Arbeitgeber verhandeln, erklärt uns dieser neue Duden-Ratgeber.
Gute Vorbereitung für mehr Geld
Das A und O einer erfolgreichen Verhandlung ist eine gute Vorbereitung. Wenn Sie wissen, dass die Wirtschaftslage positiv ist und das Unternehmen gut dasteht, können Sie mit Hinweis darauf etwa eine Gehaltserhöhung fordern. Am besten haben Sie bereits konkrete Gehaltsvorstellungen und bestehen nicht einfach darauf, „mehr Geld“ zu verdienen. Gehaltsforderungen kann man regelmäßig mit dem Arbeitgeber diskutieren und nicht nur beim Vorstellungsgespräch.
Man sollte strategisch vorgehen und vorausahnen, was dem Chef wichtig sein könnte. Man könnte in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen, Kontakte ausbauen, für die man eben mehr Zeit und Gehalt bräuchte. Der Chef befindet sich bei diesem Gespräch nicht auf Augenhöhe, deshalb ist es wichtig, Schritt für Schritt die Forderungen preiszugeben.
“Ist Ihnen ihre Freizeit wichtiger als die Arbeit?“
Die Autorin stellt verschiedene Verhandlungstaktiken vor, mit denen Sie erfolgreich verhandeln können. Gleichzeitig warnt sie vor „unfairen Taktiken“, die gerne von den Chefs eingesetzt werden. Dazu gehören die Vermittlung von Schuldgefühlen („In dieser Lage können Sie doch keine Gehaltserhöhung fordern!“), dem Schüren von Angst („Ist Ihnen ihre Freizeit wichtiger als die Arbeit?“) oder dem puren Schweigen.
Gerade das Schweigen veranlasst viele Arbeitnehmer dazu, von sich aus die Forderungen zu verringern. Achten Sie verstärkt auf Köperhaltungen – eine gerunzelte Stirn etwa ist ein sicheres Zeichen für Skepsis.
Man sollte aber selbstbewusst bleiben und auch Themen wie Arbeitszeit, Gehalt und Weiterbildung ansprechen. Mit Hilfe des Duden-Ratgebers „Verhandeln mit dem Arbeitgeber“ sollte Ihnen dies in Zukunft wesentlich leichter fallen. Schließlich sind auch Sie ein Arbeit-Geber.
Christoph Schlüter
Verhandeln mit dem Arbeitgeber
Autor:
Barbara Kettl-Römer
Verlag:
Dudenverlag
ISBN: 3411741716
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Quelle: Eigene Rezension


