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Bewerbungsgenie 5

Bewerbungsgenie 5
Bewerbungsgenie 5

Sie wollen sich auf eine oder mehrere Stellen bewerben und beabsichtigen, mit nahezu perfekten Bewerbungsunterlagen zu überzeugen? Dann werden Sie nicht daran vorbeikommen, einen diesbezüglichen Ratgeber zur Hand zu nehmen und sich ausführlich über Grundregeln, Tipps und Tricks zu informieren.

Viele Menschen schrecken davor zurück, sich das richtige Buch aus einer regelrechten Flut von Bewerbungsratgebern herauszusuchen und sich anschließend die Inhalte selbst zu erarbeiten und letztlich anzuwenden. Deshalb gibt es seit kurzem auch die Möglichkeit, sich die Erstellung von Bewerbungsunterlagen durch die Verwendung von entsprechender Software zu erleichtern. So verspricht die Software „Bewerbungsgenie 5“: „In drei Schritten zur Erfolgsbewerbung“. Dies klingt, als könne man sich auf diesem Weg eine Menge Arbeit sparen und nach kürzester Zeit die perfekten Bewerbungsunterlagen in Händen halten. Doch stimmt das auch? In einem Test wurde die Software auf Vor- und Nachteile bezüglich der Handhabung, der Praxisnähe sowie des Inhalts überprüft.

Schon vor Beginn des eigentlichen Tests tauchten die ersten Schwierigkeiten auf. Die CD-Rom ist nur für Computer mit dem Betriebssystem Windows geeignet, lässt sich also beispielsweise auf einem Apple-Rechner nicht abspielen. Wegen der wachsenden Beliebtheit von Apple kann dies durchaus als Nachteil gewertet werden. Die Installation sowie die Registrierung starten automatisch, man kann kaum etwas falsch machen. Allerdings dauert beides ziemlich lang, was ein „Reinschauen“ oder kurzes Antesten nahezu unmöglich macht. Wenn das Programm schließlich gestartet wird sieht man sich mit einem „Formular“ konfrontiert, in das man Daten eintragen soll. Es fehlt jedoch eine Erklärung, an welchem Punkt der Bewerbung man sich befindet, ganz zu schweigen von einer Einführung in das Programm. Hat man also die beigelegte Bedienungsanleitung nicht studiert ist man zu Anfang relativ verloren. Es gibt zwar einen „Hilfe“-Punkt in der Menüleiste am linken Bildschirmrand, durch den man sich Informationen zu jeglichen Funktionen des Programms besorgen kann. Auch darauf wird jedoch nicht hingewiesen. Zudem sind die erklärenden Texte teilweise eigenartig formuliert, verwirrend aufgebaut und im Allgemeinen nicht sonderlich hilfreich. Hat man schließlich verstanden, dass man sich schon mitten in der Generierung des Anschreibens befindet, so kann man damit beginnen, die geforderten Informationen (u.a. Adresse, Geburtsdatum, Fähigkeiten/Kenntnisse, Stellenprofil) einzugeben. Ein Pluspunkt: Bei der vorgegebenen Liste von eigenen Kenntnissen sind viele dabei, an die man eventuell nicht gedacht oder erst gar nicht als relevante Kenntnisse erkannt hätte. Allerdings sollte man darauf achten, dass viele Kenntnisse in der Liste mehrmals vorkommen (nur anders formuliert). Im nur durch einen Klick fertig gestellten Anschreiben schließlich fallen Mehrfachnennungen negativ auf. Ebenso wie ungewöhnliche Formulierungen sowie fehlende Wörter und Satzzeichen. Auch werden Behauptungen aufgestellt, die ein wenig allgemein gehalten sind und bei weitem nicht auf alle möglichen Unternehmen zutreffen, wie z.B. : „Ihr hervorragender Ruf...“. Außerdem tauchen im erstellten Text Fähigkeiten und Kenntnisse auf, die im Vorfeld nicht angegeben wurden (z.B. „technisches Geschick“). Der „fertige“ Text musste letztlich noch mehrmals durchgesehen, korrigiert und ¸berarbeitet werden, bevor er als akzeptabel bewertet werden konnte.

Auch bei der Erstellung des Lebenslaufes kam es zu Schwierigkeiten, Problemen und Fehlern. So wird man nicht automatisch von Punkt zu Punkt geführt, sondern muss in der Navigationsleiste die einzelnen Oberflächen suchen und einzeln anklicken. Hat man die vorgegeben Felder ausgefüllt und persönliche Daten und Fakten sowie solche zu Ausbildung und beruflicher Laufbahn, zu Hobbies und Fähigkeiten eingegeben lässt sich der Lebenslauf ganz einfach per Knopfdruck erstellen. Allerdings werden im fertigen Dokument auch solche Punkte mit aufgeführt, die man bei der Vorbereitung leer gelassen hat (z.B. „Abschlüsse und Noten“ ). Das Gleiche gilt für Überschriften wie „Mitgliedschaften“. Einige der auszufüllenden Felder lassen Fragen offen. So wundert man sich, warum man grundsätzlich seine Konfession angeben muss oder die Jobs der Eltern. Entscheidet man sich dafür, solche Punkte nicht ansprechen zu wollen, so werden sie trotzdem im fertigen Lebenslauf aufgeführt. Positiv zu bewerten ist die Möglichkeit, zwischen zig unterschiedlichen Vorlagen zu wählen und den Lebenslauf ganz nach dem eigenen Geschmack gestalten zu können.

Auch eine so genannte „Dritte Seite“ lässt sich mit der Software generieren. Allerdings kann von einer tatsächlichen Hilfestellung nicht die Rede sein. Es wird nicht einmal wirklich erklärt, wozu diese Seite gut sein soll. Auch werden keine Tipps zum Inhalt gegeben. Es wird lediglich ein Feld vorgegeben, in das man einen freien Text eingeben kann.

Negativ aufgefallen ist zudem, dass man die bereits erstellten Dokumente nur sehr schwer wieder findet. Sie werden nicht an einem zentralen Ort „gesammelt“, so dass man eine Menge Zeit mit Suchen verliert.

Alle Dokumente lassen sich einfach per Maus-Klick in „Microsoft Word“ sowie ins PDF-Format exportieren.

Als zusätzliche Funktionen bietet „Bewerbungsgenie 5“ unter anderem ein Assessment-Center-Training, ein Tool zum Erstellen von Arbeitszeugnissen, eine Checkliste für das Verhandeln und Prüfen von Arbeitsverträgen und einen Gehaltsrechner. Tatsächlich handelt es sich um eine recht vielseitige Software, die jedoch in den meisten Funktionen nicht wirklich überzeugen kann. So gibt es beispielsweise bei dem Assessment-Center-Training nur sehr wenige Übungen.

Als Fazit kann man sagen, dass die Verwendung der Software - wenn überhaupt - nur eine Erleichterung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen darstellt, wenn man im Vorfeld intensiv die Anleitung studiert hat bzw. sich durch alle „Hilfe“-Punkte durchgeklickt und sich intensiv mit dem System und den diversen Möglichkeiten vertraut gemacht hat. Auch muss man damit rechnen, sämtliche Texte noch mehrmals korrigieren und teilweise umformulieren zu müssen. Eine Zeitersparnis bringt das „Bewerbungsgenie 5“ somit wohl kaum. Und eine Hilfestellung kann sie höchstens für Menschen darstellen, die sich vorher noch nie mit der Erstellung von Bewerbungsunterlagen beschäftigt haben. Bei diesen ist jedoch die Gefahr groß, dass sie grobe Fehler nicht erkennen und letztlich mangelhafte Unterlagen einreichen.

Es ist demnach ratsam, auf die Verwendung der Software zu verzichten und sich auf konventionelle Weise über die Grundregeln der Bewerbung zu informieren.

Von Anika Möbus

Bewerbungsgenie 5

Autor: Data Becker
Verlag: Data Becker
ISBN: 3815882044 Weitere Informationen bei amazon.de

Quelle: Eigene Rezension

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