Erfolgreiche Bewerbungen in der Wissenschaft
Deinen Uni-Abschluss hast du endlich geschafft – jetzt heißt es groß Karriere machen. Erst einmal kaufst du dir einen dicken Benz, machst eine Weltreise, schlürfst Champagner zum Frühstück und dann bewirbst du dich auf eine Promotionsstelle an der eigenen Uni…. Na gut, so weit ist das dann heutzutage doch noch nicht gekommen. Aber genau wie in der Wirtschaft gilt: Auch am Beginn einer wissenschaftlichen Karriere steht eine erfolgreiche Bewerbung. Wie du diese verfasst und einmal Professor werden kannst, erfährst du im Duden-Ratgeber „Erfolgreiche Bewerbungen in der Wissenschaft“ von Heinz Reinders.
Mit der Weltreise lagst du gar nicht so falsch, denn Heinz Reinders verkündet das Motto: „Das Wandern ist des Forschers Lust“. In der akademischen Laufbahn sind Uni- und Ortswechsel vorprogrammiert, nicht selten arbeiten wissenschaftliche Mitarbeiter am Anfang an zwei oder sogar drei Universitäten gleichzeitig. Doch die wissenschaftliche Karriere beginnt nicht erst nach dem Studium sondern meistens schon währenddessen.
Als studentische Hilfskraft macht man die ersten Schritte in Forschung und Wissenschaft. Vor allem aber kann man Kontakte zu Professoren, Hilfskräften und Sekretariat knüpfen. Das Abschlusszeugnis befähigt dann zur Bewerbung auf eine Promotionsstelle. Nach erfolgreicher Promotion darf man sich bereits „Doktor“ nennen, die folgenden Schritte vom Jungprofessor zum Professor sind für uns aber noch so weit entfernt, dass sie in den ersten Überlegungen keine Rolle spielen. Am Anfang steht, wie bei jeder Bewerbung auch, die Suche nach Stellenangeboten. Zusätzlich zu Zeitschriften und Zeitungen verlagert sich auch die Vermittlung wissenschaftlicher Jobs immer mehr ins Internet. Mehr als die Hälfte aller Angebote werden mittlerweile per E-Mail verschickt, auf den Homepages der Universitäten sind sie zu finden oder in akademischen Jobbörsen wie academics.de.
Wie wohl jeder Ratgeber hat auch unser Exemplar hilfreiche Tipps parat, wie man Stellenausschreibungen richtig interpretiert, Bewerbungsunterlagen zusammenstellt und das persönliche Anschreiben gestaltet. Doch sind die Ratschläge immer auf eine akademische Laufbahn bezogen. Im Punkt „Lebenslauf“ wird etwa gezielt dargestellt, wie man seine Hochschulabschlüsse, Publikationen und Auslandsaufenthalte passend zur Bewerbung einbaut.
Gerade Letztere spielen heutzutage in fast jedem universitären Bereich eine große Rolle. „In vielen Fächern sind die Lektüre und das Publizieren in englischer Sprache Standard. Sofern Auslandsaufenthalte im englischsprachigen Ausland stattgefunden haben, ist deren Nennung sehr empfehlenswert.“ Die Erwähnung nahezu jedes besuchten Landes ist ebenfalls zu empfehlen, da es Eigeninitiative und Offenheit gegenüber Neuem signalisiert. Weitere Angaben wie eine Stelle als studentische Hilfskraft oder ehrenamtliche Aktivitäten sind immer gern gesehen und möglicherweise das „Zünglein an der Waage“.
Von einer Bewerbung in der Wirtschaft unterscheidet die wissenschaftliche Bewerbung auch der oft erwartete Vortrag. Die fachlichen und sozialen Fähigkeiten können hier zusätzlich zum Bewerbungsgespräch überprüft werden. Der Vortragende sollte sich vorher zumindest zwei Fragen gestellt haben: Vor wem spreche ich? Und welches Ziel will ich erreichen? Daraufhin ist der Vortrag klar aufzubauen und dann möglichst frei und mit lebhafter Mimik und Gestik zu halten. Auch der Einsatz von Medien kann das eigene Können in diesem Gebiet unterstreichen.
Die Tipps und Musterschreiben des Buches basieren übrigens zum großen Teil auf einer Studie von Heinz Reinders. Die Empfehlungen hat sich der Autor also nicht ausgedacht, sie stammen aus den Erfahrungen und Wünschen von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Mit ihrer Hilfe kannst du dich nun erfolgreich bei einer Universität bewerben – das große Geld wird aber wohl auch in Zukunft woanders gescheffelt.
Christoph Schlüter
Erfolgreiche Bewerbungen in der Wissenschaft
Autor:
Heinz Reinders
Verlag:
Dudenverlag
ISBN: 3411734817
Weitere Informationen bei
amazon.de
Quelle: Eigene Rezension


