Ecuador: Welt der Vielfalt
In Ecuador erreicht auf engstem Raum „die Mannigfaltigkeit der Natureindrücke ihr Maximum“, erkannte bereits Alexander von Humboldt. Das Land am Äquator ist mit seinen vier vollkommen unterschiedlichen geographischen Zonen eines der artenreichsten Länder der Welt. Das Sammelband „Ecuador: Welt der Vielfalt“ behandelt verschiedene Aspekte aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik des an natürlichen Ressourcen reichen Landes unter Berücksichtigung des kulturellen Hintergrundes.
Die Beiträge von ecuadorianischen und deutschen Autoren erlauben tiefe Einblicke in die wirtschaftliche, soziale und politische Realität des vielfältigen und gegensätzlichen Landes am Äquator. Einleitend wird auf die komplexen Gegebenheiten in Ecuador eingegangen, wobei die Unterschiedlichkeit seiner Bevölkerung besonders hervorsticht. Nicht nur im Glauben und in Denkweisen ist diese von Diversität geprägt, sondern auch und vor allem von den gewaltigen Unterschieden zwischen Arm und Reich. Die Verwertung des indianischen Erbes durch den ecuadorianischen Nationalstaat bei der Herausbildung einer nationalen Identität wird in einem zweiten Beitrag als Teil der Einleitung thematisiert. Mögliche Alternativen, die den Ansprüchen der indianischen Bewegungen im globalisierten Kontext gerechter werden könnten, werden aufgezeigt.
Der erste Abschnitt „Politischer Wandel und politische Kultur“ beginnt mit einem Aufsatz, der sich mit einer Reihe von ungelösten Problemen aus den Debatten über den klassischen Populismus auseinandersetzt. Des Weiteren geht es in einem Essay um die politischen Entwicklungen der letzten 25 Jahre in Ecuador.
Mit indigenen Bewegungen, Erziehung und Interkulturalität beschäftigt sich der zweite Abschnitt. Fünf verschiedene Beiträge konzentrieren sich auf diverse Schwerpunkte dieser Themenbereiche, wie beispielsweise die Bildungsreform, die interkulturelle zweisprachige Erziehung oder die indigene Bewegung in der Politik.
Die Abschnitte drei und vier kommen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Umwelt des Landes zu sprechen. Aspekte wie die Dollarisierung und die Ökologie, fairer Handel und die Fischerei werden diskutiert.
Der fünfte Abschnitt genannt „Austausch und Kunst“ behandelt unter anderem die Themen „Humboldt am Äquator“ und „Kunst und Tradition in Ecuador“. Das Buch endet mit einer Zusammenfassung der Arbeit der Friedrich-Eber-Stiftung (FES) bzw. der Hans-Seidel-Stiftung (HSS) in Ecuador. Themen wie Zivilgesellschaft, politische Parteien und Parlament sowie Zusammenarbeit mit der indigenen Bevölkerung spielen zentrale Rollen in den Beiträgen.
Das Sammelwerk des Länderseminars am Zentrum für wissenschaftliche Kommunikation mit Ibero-Amerika CCC Tübingen entstand in Verbindung mit dem Instituto Latinoamericano de Investigaciones Sociales ILDIS Quito. Die Beiträge im Buch verdeutlichen die Komplexität der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Prozesse in einem Land, das vor über 200 Jahren auch Alexander von Humboldt mit seiner Vielfalt beeindruckte.
Von Maria Kern
Ecuador: Welt der Vielfalt
Autor/en:
Rafael Sevilla (Hrsg), Alberto Acosta (Hrsg)
Verlag:
ISBN: 3895022101
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Quelle: Eigene Rezension


