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Spanisch lernen in Südamerika – mit den Kauderwelsch-Büchern

In Panama duscht man mit Gießkannen. An der Karibikküste gibt es wirklich Piraten. Und die Mexikaner beschimpfen sich als Süßkartoffel. Wo lässt sich besser Spanisch lernen als in Südamerika?? Statt im verregneten Deutschland eine fremde Sprache zu pauken, will man doch lieber gleich los, in die exotischen Länder der Karibik, Spanisch vor Ort lernen. Vielgereiste Globetrotter sind die Autoren der Kauderwelsch-Reihe „Spanisch für Südamerika“ des "Reise-Know-How“ Verlags, die im Folgenden vorgestellt wird.

Spanisch lernen in Südamerika – mit den Kauderwelsch-Büchern

Landschaftlich hat Südamerika natürlich Einiges zu bieten. Seien es die blank geputzten Strände vor türkisem Meerwasser der Karibik-Staaten, die aus einem Bilderbuch entstammen könnten. Sei es das am Äquator liegende Ecuador, dem die unberührten Galápagos-Inseln angehören. Oder das endlos lange (sprich: 8000 Kilometer lange) Chile, das durchschnittlich nur 180 Kilometer breit ist. Die Natur des Kontinents ist überwältigend und oft schon innerhalb der Landesgrenzen sehr vielfältig.

Nun möchte man als Tourist natürlich auch mit den Einheimischen in Kontakt treten. Dafür reichen Spanischkenntnisse allein oft nicht aus. „Da saß ich nun und war mit meinem Latein am Ende, verstand nur noch Bahnhof, kapierte überhaupt nichts mehr! Dabei war ich doch stolz wie Oskar, hatte gerade mein Spanisch-Diplom erworben.“ So hat der Autor Hans-Jürgen Fründt am eigenen Leib erfahren, dass der dominikanische Akzent eben doch etwas anders ist als das „spanische Spanisch“. Ebenso ging es den anderen Autoren der Kauderwelsch-Reihe: Das „Castellano“ ist das Spanisch Südamerikas und unterscheidet sich sowohl vom spanischen Spanisch als auch zwischen den Ländern der lateinamerikanischen Staaten.

Für einen Einstieg sorgen die Kauderwelsch-Bücher, indem sie grundlegende grammatische Regeln vermitteln. Diese beschränken sich jedoch auf das Wesentliche und sollen lediglich dazu anregen, überhaupt einmal die Sprache kennenzulernen. Als weitere Hilfe liefern die Sprachführer eine Übersetzung „Wort für Wort“. In Panama etwa fragt man „¿Dondé están las regaderas?“ Die Frage wird zunächst mit „wo (sie-) sind die Gießkannen?“ wiedergegeben. Die wortwörtliche Übersetzung gibt so einen Einblick in den Aufbau des panamaischen Spanisch. Im richtigen Deutsch werden in diesem Fall aus „Gießkannen“ allerdings „Duschen“.

Aufpassen muss man in Südamerika bei der Betonung der Silben. Wenn man z.B. in Venezuela dem Papa einer Freundin erstmals vor die Augen tritt, so sollte man tunlichst die zweite Silbe betonen (papá). Tut man dies nicht, wird er wahrscheinlich wütend, da das unbetonte „papa“ übersetzt „Kartoffel“ bedeutet. Obwohl die in Deutschland so beliebte Kartoffel aus den Anden stammt und somit auch aus Venezuela, so besteht das Nationalgericht „Pabellón Criollo“ aus Reis, Bohnen und Rindfleisch. Vielleicht war auch die Verwechslungsgefahr mit einem jähzornigen Papá einfach zu groß.

Die Sprachführer enthalten stets die gleichen Kapitel wie „Das erste Gespräch“, „Redewendungen und Floskeln“ und „Unterwegs“. Sie beinhalten die alltäglichen Gespräche, typische Fragen und Antworten und liefern stets ein paar Hinweise über die Eigenarten der jeweiligen Bevölkerung. So gibt es an der karibischen Küste Venezuelas tatsächlich noch ein paar „Piratas“, die Taxidienste ohne behördliche Genehmigung anbieten. Und in Mexiko verdeutlicht man den geringen Wert einer Aussage tatsächlich mit dem Ausruf „¡Me vale camote!“, was wortwörtlich mit „mir (es-) ist wert Süßkartoffel“ übersetzt werden kann.

Spannend ist auch die Darstellung der kleinen unbekannteren Länder. Uruguay etwa ist als Reiseziel kaum bekannt und bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Für seine Einwohner ist Uruguay bloß ein „Haus mit Garten“ (la casa con jardín). Kein Wunder, ist das Land mit einer Fläche von 177.000 km² doch das zweitkleinste Land Südamerikas. Eingekeilt zwischen dem großen Argentinien und dem riesigen Brasilien wirkt es noch einmal ein gutes Stück kleiner. Ebenso der Karibiktraum Costa Rica, das seit der Fußball-Weltmeisterschaft zumindest in Fußballerkreisen bekannt ist, als es Gastgeber Deutschland im Eröffnungsspiel ein gleichwertiger Gegner war.

Mit den Sprachführern „Spanisch für Südamerika“ macht das Spanischlernen Spaß. Der lockere Stil der tatsächlich durchs Land gereisten Autoren, die einfache Grammatik und die Übersetzungen „Wort für Wort“ sprechen für die Serie. Das Motto lautet: Komm in unser Land und rede mit uns auf unserer Sprache und du wirst mehr kennenlernen als die Natur und die Sehenswürdigkeiten. Man kann natürlich im deutschen Nieselregen verharren und verbissen Spanisch pauken. Oder aber man legt sich in eine zwischen zwei Palmen gespannte Hängematte, blickt auf den glitzernden Ozean und denkt: „¡Qué padre es Panama!“ (Oh, wie schön ist Panama!)

Christoph Schlüter

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