Schweden für Einsteiger
Das Buch für die erfolgreiche Auswanderung
Wer kennt sie nicht – die zahlreichen Dokumentationen über Auswanderer im Fernsehen? Das beliebteste Auswandererland der Deutschen ist wohl immer noch die USA, aber seit einigen Jahren stehen auch die skandinavischen Länder ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala. Viele Deutsche träumen von einem ruhigen Leben in Schweden – dem Herkunftsland von IKEA und H&M. Für bestimmte Berufsgruppen ist das Land der Elche durchaus lohnenswert: Derzeit werden dort Hände ringend Ärzte und Handwerker aus allen Bereichen gesucht. Doch hinter dem Abenteuer „Auswandern“ steckt mehr als nur Koffer packen und ab in die neue Heimat. Damit das erfolgreiche Umsiedeln nach Schweden gelingt und du (in Schweden ist es üblich, sich zu duzen) nicht irgendwann zu den enttäuschten „Rückwanderern“ gehörst, hat Hiltrud Baier, die selbst vor einigen Jahren nach Schweden ausgewandert ist, einen Ratgeber mit dem Titel „Schweden für Einsteiger“ geschrieben.
Job- und Wohnungssuche, Kindergarten und Schule, Sitten und Gebräuche und Versicherungen. Dies sind nur einige Punkte, die Hiltrud Baier in ihrem Ratgeber aufgreift. Angefangen bei den ersten Vorbereitungen in Deutschland bis hin zu den ersten Wochen in Schweden, begleitet das Buch den Leser bei der erfolgreichen Auswanderung. Mit vielen Beispielen und Tipps aus eigener Erfahrung erklärt die Autorin, was man alles bei einer Emigration ins Land der Elche beachten muss. So erfährt der Leser, wie man ein Bankkonto eröffnet, wo und wie man sein Auto anmeldet und welche Möglichkeiten es gibt, die schwedische Sprache zu lernen. Letzteres ist extrem wichtig. Zwar sprechen die meisten Schweden sehr gutes Englisch, trotzdem ist es schwierig, sich ohne schwedische Sprachkenntnisse zurecht zu finden. Damit man sich schon einmal an eine Eigenheit der Skandinavier gewöhnen kann, duzt die Autorin den Leser des Buches, denn das ist in Schweden die übliche Form der Anrede. Gesiezt wird nur der König.
Egal, ob man ein Bankkonto eröffnen möchte, sich auf Wohnungssuche befindet oder einfach nur einen Telefon- oder Internetvertrag abschließen möchte, ohne Identifikationsnummer („personnummer“) geht in Schweden gar nichts. Daher ist es sehr wichtig, sich gleich nach der Einreise darum zu kümmern. Neben dem Wort „personnummer“ streut die Autorin viele weitere schwedische Bezeichnungen ein, die für die erste Zeit im neuen Land von wichtiger Bedeutung sind. Gut ist auch die Checkliste, die einen Überblick über alle wichtigen Punkte gibt, die bereits in Deutschland oder nach der Einreise nach Schweden zu erledigen sind. Und damit man darüber hinaus auch etwas über die geographischen Gegebenheiten und die Bevölkerungszusammensetzung des neuen Heimatlandes erfährt, sind weiter hinten im Buch einige Fakten über Schweden aufgeführt. Wichtig ist zudem der Hinweis, dass sich viele Bestimmungen in Schweden ändern können – das ist in Deutschland ja ähnlich- und man sich unbedingt selbst noch einmal informieren sollte. Auch an die Bewerbung für einen Job in Schweden hat die Autorin gedacht. In einem eigenen Kapitel zu diesem Thema klärt sie den Leser über die Gepflogenheiten der schwedischen Bewerbung auf und gibt wertvolle Tipps sowie einen Überblick über wichtige Wörter zum Thema Bewerbung und Anschreiben. Dabei ist es – nicht nur bei Bewerbungen – gut zu wissen, dass die Schweden es nicht gerne sehen, wenn sich jemand hervorhebt und mit seinem Wissen, Geld oder anderen Dingen prahlt. Das schwedische Wort hierfür ist „lagom“, was soviel bedeutet wie „sein wie alle anderen“. Darüber hinaus geht die Autorin auch auf andere Kuriositäten aus dem Heimatland von „Köttbullar“ ein: der Umgang mit Alkohol, schwedisches Essen sowie Sommer und Winter in Schweden.
Der Ratgeber ermöglicht zwar einen guten Überblick über die notwendigen Schritte einer erfolgreichen Auswanderung nach Schweden, gibt aber selten detailliertere Informationen. Es ist zwar durchaus positiv, dass die Autorin nützliche Internetadressen angibt, auf denen weitere Informationen zu finden sind, aber gerade der erste Teil des Ratgebers geht kaum über eine bloße Aufzählung dieser Adressen hinaus. Weitergehende Auskünfte zu einigen Bereichen fehlen fast vollständig und das Lesen ist zu Beginn sehr mühsam. Im weiteren Verlauf des Buches bessert sich das zunehmend. Allerdings hätte ich mir auch hier in einigen Kapiteln mehr Informationen gewünscht, so zum Beispiel zum Thema „Tiere mitnehmen“. Zudem sind einige Angaben, die die Autorin macht, fast überflüssig, weil man annehmen sollte, dass diese jedem Deutschen bekannt sein sollten. Beispiele hierfür sind die Tatsache, dass man nicht alkoholisiert Auto fahren darf und die Verkehrsregeln beachten sollte.
Die 2. aktualisierte Auflage von 2009 enthält die neuen Kapitel „Studieren in Schweden“ und „Als Rentner in Schweden“. Außerdem wurden alle Internetadressen aktualisiert und neue hinzugefügt.
Fazit: Alles in allem ist „Schweden für Einsteiger“ ein guter Ratgeber für einen ersten Überblick über alles Wichtige, das man bei einer Auswanderung nach Schweden beachten sollte. Man findet hier viele wichtige Internetadressen für weitergehende Informationen. Allerdings wird man – sollte man wirklich beabsichtigen, nach Schweden auszuwandern – kaum darum herumkommen, sich diese Seiten auch anzusehen und zusätzlich in Internetforen oder direkt vor Ort weitere Informationen einzuholen. Zudem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass man beim Abenteuer „Auswandern“ auch durchaus mit Situationen konfrontiert sein wird, bei denen kein Ratgeber helfen kann.
Bianca Schöneich
Schweden für Einsteiger
Autor:
Hiltrud Baier
Verlag:
Books on Demand
ISBN: 3833496266
Weitere Informationen bei
amazon.de
Quelle: Eigene Rezension


