Vorstellungsgespräch
Vorstellungsgespräch
Wenn Sie die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten, haben Sie die erste Hürde des Bewerbungsprozesses geschafft.
Vor dem Gespräch
Seien Sie sich aber nicht zu sicher, dass Sie die Wunschposition auch bekommen, denn Sie sind in den allermeisten Fällen nicht der einzige Kandidat, der zum Gespräch eingeladen wird.
Eine umfassende Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist das A und O. Dabei sollte man nicht nur die Kleidung wählen, die vom Stil her erwartet wird. In der Regel wird dies für Männer sowieso ein Anzug oder eine gepflegte Sakko-Kombination sein. Für Frauen passt dementsprechend ein Kostüm oder auch Blusen-Hosen-Kombinationen. Der genaue Stil muss der jeweiligen Firma bzw. der Position angepasst werden, auf die man sich bewirbt. Wichtig ist nur: Nicht "oversized" erscheinen, die Klamotten müssen gut sitzen. Vor allem sollte man sich in ihnen wohlfühlen.
Nervöses Herumzupfen am zuvor neu gekauften Rock, der im Sitzen wider Erwarten komische Falten schlägt, irritiert nicht nur den Gesprächspartner. Auch man selbst kann sich nicht mehr gut auf das Gespräch konzentrieren. Also: Im Zweifel mit neuer Kleidung schon zu Hause herumlaufen und Sitzpositionen ausprobieren.
Ähnlich wie die Kleidung ist auch das sonstige Äußere zu beachten. Mit gut frisierten Haaren liegt man immer richtig. Sichtbare Piercings z.B. in den Augenbrauen sind lieber nicht zu tragen, auch wenn es natürlich Jobs gibt, bei denen das niemanden stört. Frauen sollten auf gutes Make-Up achten. Dick aufgelegter Lippenstift und Abdeckstift bringen eher nur in bestimmten Dienstleistungsbranchen Pluspunkte.
Was zunächst als selbstverständlich erscheint, wird allerdings ziemlich oft vernachlässigt: die Pünktlichkeit. In der Regel wird für das Vorstellungsgespräch mündlich oder schriftlich ein Termin vereinbart.
Dabei sollte man natürlich nicht zu spät kommen. Wer deutlich zu früh erscheint, macht aber auch keinen guten Eindruck. Dann erscheint man eher als übereifrig oder der Personalverantwortliche fühlt sich gedrängt. Am besten kommt man fünf Minuten vorher an. Bei Gesprächen in entfernten Orten heißt das auch, dass man sich vorher über die Verkehrslage und die Erreichbarkeit informiert. So erspart man sich ein böses Erwachen. Denn wer mehr als zehn Minuten zu spät zum Gespräch erscheint, braucht sich meist keine Hoffnungen mehr auf die Stelle zu machen.
Wichtig ist auch, dass Sie zuvor die Situation eines Bewerbungsgesprächs mit Freunden oder Familienmitgliedern üben und sich auch auf unangenehme Fragen vorbereiten. Überlegen Sie sich vor allem auch Erklärungen für eventuelle Schwachstellen im Lebenslauf. Zudem macht es immer einen guten Eindruck, wenn Sie im Vorfeld des Gesprächs eigene Fragen an das Unternehmen vorbereiten. Sie können sich diese gerne notieren und ins Gespräch mitbringen. Das sollten aber keine Fragen sein, die sich mit einem Blick auf die Homepage des Unternehmens beantworten lassen.
Während des Gesprächs
Ein Vorstellungsgespräch beginnt in der Regel mit einer kurzen Begrüßung per Handschlag. Achten Sie darauf, dass Ihr Händedruck nicht zu stark aber auch nicht zu schlaff ist, und blicken Sie Ihrem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen. Danach folgt in der Regel ein wenig Small Talk. Einer Ihrer Gesprächspartner wird Sie fragen, ob Sie gut hergefunden haben und kurz mit Ihnen über das Wetter oder ähnliche Dinge plaudern. Dies soll die Atmosphäre auflockern und Ihnen dabei helfen, sich in der Situation zurecht zu finden.
Im Anschluss an die Begrüßung werden dem Bewerber die Gesprächspartner vorgestellt. Deren Anzahl schwankt ja nach Unternehmensgröße zwischen einem und drei. Bei kleineren Unternehmen sprechen Sie meistens mit dem Chef persönlich, bei größeren ist es üblich, dass ein Personalverantwortlicher und eine Person aus dem Fachbereich das Gespräch führen. Darüber hinaus erhält der Bewerber einige Informationen über das Unternehmen.
Das eigentliche Vorstellungsgespräch beginnt dann mit der Bitte an den Bewerber, sich selbst vorzustellen. Üben Sie diese Selbstvorstellung unbedingt vorher zu Hause! Die Vorstellung soll kurz und bündig sein und die wichtigen Stationen Ihres Berufsweges enthalten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht ins Schwafeln geraten.
Danach sind Ihre Gesprächspartner an der Reihe. Das Unternehmen und Ihr potentieller Arbeitsplatz werden Ihnen in aller Ausführlichkeit dargestellt. Häufig können Sie hier auch schon Fragen stellen.
Den Kern des Vorstellungsgespräch bilden gezielten Fragen zu Ihrer fachlichen und persönlichen Eignung. Dabei werden unter anderem Fragen zu Ihrem bisherigen Werdegang gestellt. Schwerpunkt ist üblicherweise Ihr letztes Arbeitsverhältnis. Bei Hochschulabsolventen kann es auch um Fachwissen gehen. Einige Personalverantwortliche stellen an dieser Stelle auch unangenehme Fragen, bei denen es ihnen weniger auf den Inhalt der Antwort ankommt als vielmehr auf Ihre Reaktion - also, wie Sie mit der Frage umgehen. Damit möchte Ihr Gesprächspartner Sie aus der Reserve locken und Ihr "wahres Gesicht" entdecken. Getestet werden in diesem Teil des Gesprächs also sowohl Hard Facts, wie Qualifikation, Ausbildung, etc. als auch die sogenannten Soft Skills, wie Stressresistenz, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit.
Bestandteile dieser Phase können auch Fallstudien sein. Hier wird Ihnen eine typische Entscheidungssituation aus dem Berufsalltag vorgegeben. Sie müssen dann in einer vorgegebenen Zeit die Situation analysieren, Handlungsempfehlungen aussprechen und die Vor- und Nachteile möglicher Alternativen abwägen.
Eine immer beliebter werdende Variante des Vorstellungsgesprächs ist das Stressgespräch. Hier stellt Ihr Gesprächspartner Ihnen gezielt Fragen, die Sie in die Enge treiben sollen. Auswendig gelernte Antworten bringen hier gar nichts. Deshalb ist das Stressgespräch für den Personaler die perfekte Möglichkeit, um den Bewerber aus der Reserve zu locken und sein wahres Gesicht zu entdecken. Die meisten dieser Fragen können Sie einfach mit Rückgriff auf Ihre Kompetenzen beantworten. Unverschämten Fragen dürfen Sie auch gerne ausweichen, indem Sie das Gespräch in eine andere Richtung lenken. Sie können solche Fragen aber auch höflich und bestimmt zurückweisen. Ihrem Gegenüber kommt es weniger auf den Inhalt Ihrer Antworten an als vielmehr auf Ihre Reaktion.
Nach der Prüfung der fachlichen und persönlichen Eignung haben Sie nochmal die Möglichkeit, Ihren Gesprächspartner Fragen zu stellen. Hier können Sie gerne eine Liste mit vorbereiteten Fragen benutzen. Stellen Sie aber auf keinen Fall Fragen, die sich mit einem Blick auf die Homepage des Unternehmens beantworten lassen. Sollten Sie keine Fragen haben, sagen Sie ruhig, dass Sie schon Informationsmaterial benutzt haben und keine Fragen offen geblieben sind. Mögliche Fragen, die Sie hier stellen könnten, können zum Team oder zur Zusammenarbeit sein.
In manchen Fällen kommt Ihr Gesprächspartner dann bereits auf arbeitsvertragliche Regelungen zu sprechen, auch auf das Gehalt. Dies können Sie ruhig als positives Zeichen werten. Wenn Sie sich vorher Gedanken über Ihren "Marktwert" gemacht haben, sind Sie hier klar im Vorteil.
Am Ende des Gesprächs wird der Personalverantwortliche Sie über das weitere Vorgehen informieren. Üblicherweise werden Sie zu hören bekommen, dass man sich wieder bei Ihnen meldet. Fragen Sie ruhig nach, wie lange das dauern kann - wenn Ihr Gesprächspartner das nicht bereits von sich aus tut. Verabschieden Sie sich von allen Gesprächspartnern und schauen Sie Ihnen dabei, wie auch bei der Begrüßung in die Augen. Oft werden Sie noch aus dem Zimmer oder sogar aus dem Unternehmen hinaus begleitet.
Nach dem Gespräch
Lassen Sie das Vorstellungsgespräch noch einmal Revue passieren. Hilfreich ist es, wenn Sie sich dabei Notizen machen. So können Sie Ihre Gedanken besser strukturieren. Analysieren Sie das Gespräch ganz genau und überlegen Sie sich, was Sie gut gemacht haben und wo vielleicht noch Verbesserungsbedarf besteht. Bei welchen Fragen waren Sie unsicher? Was hat Sie aus der Ruhe gebracht? Diese Analyse ist für zukünftige Vorstellungsgespräche von großer Wichtigkeit.
Überlegen Sie sich auch, ob Sie noch Interesse an der Stelle haben. Es kann ja passieren, dass Ihnen Ihre Gesprächspartner unsympathisch waren oder Sie allgemein ein mulmiges Gefühl haben, wenn Sie an das Unternehmen denken. Vielleicht gefällt Ihnen die ganze Atmosphäre ja nicht oder Sie haben sich die ausgeschriebene Stelle doch anders vorgestellt als im Bewerbungsgespräch beschrieben. In solch einem Fall sollten sie so fair sein und das Unternehmen rechtzeitig informieren, damit unnötige Arbeit erspart bleibt. Noch offene Fragen sollten Sie sobald wie möglich mit Ihrem Gesprächspartner klären - am besten persönlich oder per Telefon.
"Interaktives Bewerbungsgespräch".
Beim interaktiven Bewerbungsgespräch handelt es sich um eine Simulation mit 24 typischen Fragen aus einem Vorstellungsgespräch. Zu jeder Frage gibt es drei Antwortmöglichkeiten, die Sie jeweils anklicken können. Wenn Sie zweimal daneben getippt haben, ist das Vorstellungsgespräch für Sie beendet. Aber hier können Sie - im Gegensatz zu einem richtigen Vorstellungsgespräch - von vorne beginnen. Eine gute Übung und Herausforderung.
Schaffen Sie alle 24 Fragen?
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