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Tipps zu Praktika im Ausland

Für ein Praktikum im Ausland ist meist eine lange und intensive Vorbereitungszeit nötig, bei der man viel Ausdauer braucht. Oft ist auch Kreativität und Flexibilität gefragt, da nicht immer alles nach Plan verläuft. Wichtig sind vor allem die Sprachkenntnisse, je besser man sich in der Landessprache verständigen kann, desto mehr hat man vom Praktikum. Das Auslandspraktikum sollte mindestens vier Wochen dauern, besser sind acht oder zwölf bzw. auch ein halbes Jahr.

Vorher sollte man sich klar machen, warum man ein Praktikum im Ausland machen will. Sei es, um in eine bestimmte Branche oder ein Arbeitsfeld hinein zu schnuppern, die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern oder einfach Land und Leute kennen zu lernen.

Leider gibt es bisher noch kein Gütesiegel, welches die Vermittler von Praktikumsstellen bewertet, und einen Überblick zu bekommen ist nicht ganz einfach. Ein Seriösitäts-Check ist daher sehr wichtig: Man sollte sich erkundigen, wie lange der Anbieter schon am Markt ist und sich die Homepage anschauen, das allein lässt schon einige Rückschlüsse zu. Die Organisation sollte in der Lage sein, ausführliche Informationen zuzusenden und eine Aufstellung über alle Kosten und Leistungen vor, während und nach dem Praktikum zu liefern. Diese Daten kann man gut mit den Konditionen anderer Anbieter vergleichen. Wichtig ist bei Komplett-Programmen auch, wie die Betreuung vor Ort funktioniert, falls es zu größeren Problemen kommen sollte. Erfahrungsberichte von ehemaligen Teilnehmern können hierfür sehr nützlich sein, meist findet man diese auf der Homepage der Vermittler.

Sehr wertvoll für einen entspannten Praktikumsablauf ist es sicherlich, sich vorher über die Gepflogenheiten im Berufsalltag des jeweiligen Landes zu informieren. Was in Deutschland normal ist, kann für Kollegen im Ausland komisch wirken oder sie im schlimmsten Fall persönlich angreifen. Um Fettnäpfchen zu vermeiden, sollte man am besten schon vorher Bescheid wissen über die Business Regeln des Landes oder aber spätestens am ersten Tag Fragen zum beruflichen Alltag stellen.

Kleiner Überblick über die wichtigsten Business-Regeln in ausgesuchten Ländern:

Frankreich: Der Umgangston ist wesentlich formeller als in Deutschland, Konversationen sollten gepflegt sein, Hierarchien und beruflicher Status spielen eine große Rolle. Gearbeitet wird nicht so sehr nach einem Plan, sondern eher intuitiv. Die Mittagspause oder auch der abendliche Restaurantbesuch werden intensiv zur Beziehungspflege genutzt, mehrere Gänge sind nicht unüblich.

Spanien: Hierarchien sind wichtig, Titel eher nicht. Im Gegensatz zur Schriftsprache, die sehr förmlich ist, laufen Gespräche, auch mit dem Chef, eher locker ab. Die Kollegen duzen sich, meist gehört Small talk zum Gespräch dazu. Was für Deutsche nervenaufreibend werden kann, ist der Umgang mit Termindruck: In Spanien nimmt man es mit der Zeit nicht so genau. Entscheidungen werden gern auch mal spontan getroffen.

Italien: Man legt sehr viel Wert auf den Business-Look, vor allem Frauen kleiden sich gern schick und erreichen damit, und auch mit ihrem Charme, meist höhere Akzeptanz bei (männlichen) Kollegen, als mit ihrer Kompetenz. Geduld ist in Italien wichtig, man sollte nicht zu sachlich oder gar pedantisch sein und den Dingen einen gewissen Spielraum lassen. In Gesprächen ist Zeit für eine ausführliche Begrüßung und Small talk wichtig. Beim Geschäftsessen wird auch über Berufliches geredet. Lieber nicht zu viel Wein trinken und nach dem Essen Espresso statt Milchkaffee. Damit wird der Lunch dann auch schnell beendet.

Großbritannien: In Briefen wird hier sehr höflich und sorgfältig formuliert, E-Mails werden knapper gehalten. In Diskussionen sollte man die Redner keinesfalls unterbrechen. Deutsche neigen dazu, ihre Kritik unverblümt und direkt auszusprechen. Das sollte man vermeiden. Besser: Den Vorredner loben und Kritik sehr diplomatisch äußern. Small Talk sollte hier wirklich klein gehalten werden, statt über Privates lieber übers Wetter reden. Auch pedantisches Planen wird in Großbritannien nicht gern gesehen. Die Kleidung ist wesentlich konservativer als in Deutschland, dafür sind die Kollegen untereinander kommunikativer.

USA: Der Umgangston ist locker, schnell nennt man sich beim Vornamen. Bei Projekten nicht schon vorher an Probleme denken, sie werden direkt und sehr pragmatisch angegangen. Alles, was präsentiert wird (auch eigene Kompetenzen), ist mit Unterhaltungswert zu versehen, Kritik wird in Lob verpackt und nicht direkt geäußert. Mit der eigenen Meinung lieber vorsichtig sein: In den USA ist man sehr harmoniebedürftig. Hauptsächlich geht es dem Amerikanern um die Verwirklichung von Zielen, persönliche Beziehungen spielen eine untergeordnete Rolle. Das Business-Outfit ist eher konservativ, bei Frauen geht es nicht ohne Feinstrumpfhosen und rasierte Beine, Männer wechseln an warmen Tagen rechtzeitig das Hemd.

Australien: Der Umgangston ist auch in Australien eher locker, meist wird ein kleiner Small Talk gehalten. Australier verbinden gern das Berufliche mit dem Privaten, nach der Arbeit geht man gern noch miteinander aus oder einer der „Social Clubs“ organisiert ein gemeinsames Barbequeue. Titel und Hierarchien haben hier geringe Bedeutung und werden kaum erwähnt, man spricht sich schnell mit Vornamen an. Im Schriftverkehr ist britische Höflichkeit angesagt. Auch im beruflichen Alltag sollte man nicht zu „laut“ auftreten, mit Humor und Optimismus macht man sich dagegen schnell Freunde. Wichtig ist den „Aussies“ vor allem Serviceleistung, damit kann man gut punkten.

Tipps zu Praktika allgemein: Verhaltensregeln, Tipps und Tricks zum Praktikumsalltag

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