Die Planung des Auslandspraktikums
Es gibt verschiedene Wege, im Ausland ein work placement bzw. practical (englisch), ein internship (amerikanisch) oder ein stage (französisch) zu absolvieren. Die richtige und frühzeitige Planung ist dabei das Wichtigste.
Zuerst einmal sollte man sich klar machen, was man überhaupt will: Welches Land und welches Arbeitsfeld. Entscheidungskriterien sind dabei:
- Fachspezifische Eignung des Landes
- Sprache
- Lebenshaltungskosten und Anreisekosten
- Visabestimmungen
- Klima, Freizeitwert und Sicherheit
Wer ganz genaue Vorstellungen hat in welchem Bereich er arbeiten will oder sogar ein bestimmtes Unternehmen ins Auge gefasst hat, braucht etwas mehr Eigeninitiative und sollte sich eher unabhängig von Vermittlungsstellen beim Unternehmen bewerben. Informationen dazu wie man ein Praktikum findet und dieses finanziert gibt es in den Kapiteln zu Praktikumsvermittlungen, Praktikumsbörsen und Finanzierung und Förderungsmöglichkeiten.
Informationen sammeln
Wer ein Auslandspraktikum machen will, steht meist vor einem unüberwindbar scheinenden Berg von Fragen. Erste Informationen und Hilfestellungen bieten die folgenden Einrichtungen:
- Akademische Auslandsämter: Sie geben Auskünfte und haben oft eigene Praktikumsbüros, außerdem sind hier Kurzinformationen des DAAD zu Auslandspraktika erhältlich.
- Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (Bundesagentur für Arbeit): Sie gibt jährlich die kostenlose Broschüre „Jobs und Praktika im Ausland“ sowie die monatlichen Hefte „Markt und Chance“ heraus. Außerdem sind hier die EU-Infos „fit for europe“ erhältlich, die über Bildung, Ausbildung, Studium, Arbeiten und Jobben in EU-Ländern informieren sowie Übersetzungsprogramme und Länderdatenbanken beinhalten.
- InWEnt: Gibt das kostenlose Heft „Weiterbildung ohne Grenzen“ heraus, Angebote gibt’s aber auch in der Datenbank: www.inwent.org/ibs.
- Konsularische Vertretungen
- Kulturinstitutionen
- Auswärtiges Amt
- Adressverzeichnisse deutscher Institutionen und Unternehmen, z.B. Der „Oeckl“ (Taschenbuch des öffentlichen Lebens).
- Bücher: Sehr wertvoll können auch die vielen Ratgeber zum Thema Studium und Praktikum im Ausland sein. Empfehlenswerte Titel unter Buchtipps
- Praktika in den USA und Kanada: Speziell für Fachhochschüler die Praktika in den beiden Ländern machen wollen, informiert eine Broschüre der FH Hannover. Diese ist einzusehen unter www.fh-hannover.de/usa/pra.htm.
Anforderungen
Qualifikationen, die von den Praktikanten erwartet werden, sind vor allem Kenntnisse der jeweiligen Landessprache (manchmal reicht auch Englisch), Interesse und Ausrichtung am Arbeitsfeld und meist ein mehr oder weniger fortgeschrittenes Studium. Viele Arbeitgeber setzen Studienwissen oder Arbeitserfahrung voraus, deshalb kann es sinnvoller sein, ein anspruchsvolles Auslandspraktikum erst in der zweiten Hälfte des Studiums zu machen.
Formalitäten
Vor dem Praktikum muss man sich auch Gedanken über die nötigen Formalitäten machen.
- Visum: Außerhalb der EU (bei Aufenthalten länger als drei Monate auch hier) wird meist eine Aufenthaltsgenehmigung oder/und ein Visum benötigt. Bei den Praktikumsvermittlungen wird dies meist gleich mit erledigt, ansonsten sollte man sich bei der jeweiligen Botschaft oder dem Konsulat informieren. Eine Liste aller Botschaften und Konsulate gibt es im Internet: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/VertretungenFremderStaatenA-Z-Laenderauswahlseite.jsp
- Arbeitserlaubnis: Jeder EU-Bürger ist berechtigt, in jedem anderen Land der EU ohne vorherige Arbeitsgenehmigung einer Arbeit nachzugehen (Ausnahmen nur im öffentlichen Dienst). Außerhalb der EU muss eine Arbeitserlaubnis besorgt werden, auch hier sind die diplomatischen Vertretungen der jeweiligen Länder Ansprechpartner.
- Krankenversicherung: Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen erstreckt sich der Schutz meist nur auf die Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen wurde (dies ist innerhalb der EU, aber auch bei einigen anderen Ländern der Fall). Generell ist es ratsam bei längeren Aufenthalten und besonders außerhalb der EU eine spezielle Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Informationen zu Leistungen der Krankenkasse bei Auslandspraktika bekommt man bei der eigenen Krankenkasse.
- Impfungen: Besonders in tropischen Ländern sind Impfungen Pflicht bzw. manchmal auch Einreisevoraussetzung. Informationen über vorgeschriebene und empfehlenswerte Impfungen (z.B. gegen Malaria) gibt das Auswärtige Amt, aber auch Ärzte, Tropeninstitute und Krankenkassen können Ansprechpartner sein. Man sollte sich vorher auch informieren, ob die Krankenkasse ggf. die Impfkosten übernimmt.
- Unfall-, Reise- und Haftpflichtversicherungen: Auch darüber sollten sich Praktikanten Gedanken machen und bei Vermittlungsagenturen die verschiedenen Angebote vergleichen. Oft sind bestimmte Versicherungen Bedingungen für die Einreise.


