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Erfahrungsbericht Cardiff

Valentina Klapp hat 2004/2005 an der Cardiff University studiert.

Erfahrungsbericht Cardiff

Das akademische Jahr an der Uni in Cardiff läuft 9 Monate, von Ende September bis Mitte Juni mit einer Pause über die Weihnachtstage und Silvester und einer über die Osterfeiertage.

Anreise:

Für mich hat die Anreise mit einem günstigen Flug von British Airways nach London Heathrow gut funktioniert, von dort aus mit einem Reisebus von National Express (mit Studentenrabattkarte für ein Jahr) bis nach Cardiff an den Hauptbahnhof. Für die erste Reise in das Studentenzimmer kann man sich auch noch ein Taxi leisten. Es gibt auch einen Flughafen in Cardiff, allerdings gab es zu meinem Zeitpunkt keine direkten Flüge von Deutschland aus. In der Nähe von Cardiff liegt Bristol, ebenfalls mit Flughafen und nur eine halbe Zugstunde entfernt.

In Cardiff findet man sich relativ gut zurecht, ist zwar größer als Heidelberg, aber trotzdem überschaubar.

Wohnheime:

Wenn man sich für die ganzen neun Monate bewirbt, ist hier ein Platz in einem der Studentenwohnheime weitestgehend garantiert, wenn man die Anmeldefristen einhält. Man bekommt dann viele bekommt viele Broschüren nach Hause (noch in Deutschland) geschickt, die sich hauptsächlich darin unterscheiden, ob sie „catered“ oder „self catered“ sind, d.h. dass die Möglichkeit einer warmen Mahlzeit am frühen Abend in der nächstgelegenen Kantine/Mensa inklusive ist oder dass man sich selbst bekocht. Ich selbst habe einen Platz im Wohnheim Senghennydd Hall mit „evening meal“ bekommen, was gar nicht so schlecht ist nach einem Unitag, wenn man nicht unbedingt noch was kochen möchte. Allerdings ist die Qualität nicht immer die Beste, wer also wert auf gutes Essen legt, ist wahrscheinlich eher unzufrieden…Mensa eben.

Ein anderer Unterschied zwischen den Wohnheimen liegt darin, ob das Bad oder die Toilette in einer WG geteilt wird oder ob jedes Zimmer seine eigene Toilette hat. In beiden Fällen wird die Küche geteilt, in der man sein eigenes Fach bekommt.

Im einzelnen kann ich sagen, dass Senghennydd Hall relativ klein ist, und meistens gemischte WGs hat. Senghennydd Court dagegen besteht aus mehreren Wohnblöcken, beherbergt auch postgraduate Studenten, und die Wohnheime sind meistens geschlechtergetrennt, zumindest sofern es mir aufgefallen ist, z.B. Weihnachtsdeko in Mädelswohnungen und Playstations in Jungswohnungen.

Telefon gibt es in den Wohnheimen nur im Flur oder vor der Tür (kalt im Wintersemester!), mit der eigenen Telefonleitung ist es sehr kompliziert und ich hab auch noch keins hier gesehen. Auch Fernsehen geht nur mit einer Art GEZ-Lizenz, die man fürs ganze Jahr kauft. Wenn man sich mit seinen Mitbewohnern aber einigt, kann ein Fernseher auch sehr lehrreich sein.

Zu anderen Wohnheimen kann ich nur sagen, dass der Talybontkomplex etwas weit vom Geschehen liegt, aber in sich, glaube ich, auch ganz angenehm sein kann, es liegt außerdem ein Riesensupermarkt daneben und viele Sportgelände. Man hat also alles da, wenn man dann noch ein Fahrrad hat (oder sich hier eins besorgt) geht das mit der Distanz.

Außer den Wohnheimen gibt es noch die Studentenhäuser, die von der Uni angemietet werden und wo auch nur Studenten drin sind. Soweit ich weiß, sind sie ein wenig günstiger du man lebt ein bisschen unabhängiger von den Vorschriften, die es in den Wohnheimen gibt.

Uni und Kurse:

Wenn man sich vom Anglistischen Seminar für Erasmus anmeldet, kommt man hier in die School of European Studies. Es gibt auch ein English Department, warum man aber nicht dort eingeschrieben wird, weiß ich nicht. Man muss dann in der ersten Woche auf die sog. „module fair“, wo man sich dann für seine Kurse einschreiben kann, außer dem Minimum an Kursen, die man an der „home school“, also der European Studies School besucht. Über die Pflichtkurse hinaus kann man sich nämlich noch an den anderen Instituten (=schools) nach Kursen umschauen, z.B beim English Department, wo es für uns viele interessante Kurse gibt, es gehen aber auch Politikkurse, vereinzelte Medizinkurse, Jura usw....

Wenn man sich nichts anrechnen lassen kann, was durchaus geht, verläuft das Unileben einigermaßen zwanglos, bis auf wöchentliche Hausaufgaben (in manchen Kursen) und Essays am Ende des Semesters.

Cardiff und Umgebung:

Cardiff hat eine schöne Fußgängerzone mit dem Cardiff Castle am Ende und einer sehr belebten Kneipenstraße abgehend davon. Ein interessantes Museum gibt es auch, freier Eintritt und viel zu sehen.

Ein wenig außerhalb liegt die Cardiff Bay, sehr besucherorientiert, aber schön anzusehen, wenn die Sonne scheint.

Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel gibt es viele, besonders kleinere Läden, die aber ein bisschen teurer sind, als die Supermärkte, aber länger offen sind. Für den Fall einer spontanen Party könnte hier wichtig sein, dass man nach 23.ooh keinen Alkohol bekommt, was auch anderswo verbreitet ist.

Alles in allem bietet Cardiff viele Unterhaltungsmöglichkeiten, wo das Studentenleben eindeutig dominiert, wie auch im Rest der Stadt. Ich hoffe, ich habe keine wichtigen Infos vergessen, und würde jedem empfehlen, sich für Cardiff zu entscheiden, wenn er kann, „auch“ wenn es in Wales liegt. Von Wales bekommt man viel mit, es drängt sich aber auf keinen Fall auf.

Viele Grüße aus Cardiff,

Valentina. (InaK@gmx.net)

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