Kurse und außerschulische Aktivitäten
Anders als in Deutschland können sich die Schüler an amerikanischen High Schools ihren Studenplan selbst zusammensetellen. Außerdem werden nachmittags zahlreiche außerschulische Aktivitäten angeboten.
Die Auswahl an Kursen ist groß: von Chor bis IT, von Kreativem Schreiben bis Geologie. Selbst kleine Schulen bieten oft ein sehr abwechselungsreiches und weit gefächertes Programm. Damit jeder den für ihn optimalen Lehrplan erhält, gibt es an den meisten High Schools extra sogenannte „Guidance Counsellor“, die den Schülern beratend zur Seite stehen.
Auch die Lehrer, die diese Kurse unterrichten, unterstützen ihre Schüler oft weit mehr als in Deutschland üblich. Nicht selten ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis fast freundschaftlich.
Trotz der großen Auswahl können Fächer wie Mathe oder Englisch aber auch in den USA nicht einfach vernachlässigt werden. Eine bestimmte Anzahl von Kursen in den Hauptfächern muss belegt werden, sonst kann ein Schüler keinen Abschluss machen. Auch für Austauschschüler ist die Fächerwahl in dieser Hinsicht sehr wichtig, da ein Auslandsjahr nicht angerechnet bzw. ein ausländischer Schulabschluss nicht anerkannt werden kann, wenn nicht die entsprechenden Leistungen erbracht wurden.
Wobei jeder Schüler jedoch vollkommene Entscheidungsfreiheit genießt, ist die Teilnahme an den außerschulischen Aktivitäten, die nachmittags im Anschluss an den Unterricht angeboten werden. In den USA ist es ganz normal, dass Schüler auch ihre Freizeit in der Schule verbringen. Eine High School ohne Football- oder Baseballmannschaft wäre geradezu undenkbar, und auch andere Sportarten wie Fußball, Tanzen oder Schwimmen stehen fast immer zur Auswahl. Außerdem gibt es Clubs wie die Theater-AG, die Schülerzeitung und viele mehr. Da kommt es nur selten vor, dass jemand nichts findet, was ihm Spaß macht.
An den Wochenenden finden dann oft Sportveranstaltungen statt, zu denen viele Schüler, Lehrer und Familienangehörige kommen, um das Schulteam zu unterstützen. Diese Begeisterung und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das dadurch entsteht, bezeichnet man als „School Spirit“. Äußerlich zeigt sich der „School Spirit“ zum Beispiel durch das Tragen der Schulfarben, doch viel wichtiger ist die Einstellung, die dahinter steckt. Denn wenn dem Baseballteam gerade das Geld für neue Uniformen fehlt, wird oft einfach ein „Carwash“ in der Nachbarschaft veranstaltet, um die nötigen Mittel aufzutreiben. Das klingt zwar nach Arbeit – doch tatsächlich ist es eher ein soziales Event, bei dem es fast unmöglich ist, keinen Spaß zu haben.


