Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden

3 Monate in Ungarn

Kerstin studierte 3 Monate lang an der Eötvös Loránd Universitätin in Budapest und berichtet uns jetzt davon.

Kerstin studierte 3 Monate lang an der Eötvös Loránd Universitätin in Budapest.
Kerstin studierte 3 Monate lang an der Eötvös Loránd Universitätin in Budapest.

Vorbereitung

Bewerbung/ Einschreibung

Der Austausch fand zwischen meinem Fachbereich "Rehabilitation von Sprach- Kommunikations- und Hörstörungen" und der heilpädagogischen Fakultät in Budapest statt und wurde von den Professoren in Ungarn und Deutschland begleitet. Während meines Aufenthaltes waren mehrere unserer Professoren an der Universität zu Besuch und haben auch teilweise Vorlesungen gehalten.

Die Frist zur Anmeldung in der ungarischen Uni war Anfang Juli. Ich musste einen Lebenslauf mit Bild und ein Formular zur Uni schicken und später noch ein "Learning Agreement" ausfüllen. Für das Learning Agreement habe ich aus dem ungarischen Vorlesungsverzeichnis interessante Kurse ausgesucht und die themengleichen Veranstaltungen aus dem Dortmunder Vorlesungsverzeichnis gesucht. Die von mir ausgesuchten Kurse habe ich der ungarischen Erasmus Koordinatorin Frau Kedl per eMail geschickt und sie hat geguckt, welche der Kurse auf deutsch oder englisch angeboten werden können. Insgesamt hatte ich 4 Kurse ausgesucht, dazu kam noch ein dreiwöchiger Einführungskurs und vor Ort habe ich noch einen Kurs zusätzlich belegt. Mein Learning Agreement musste vor der Abreise von dem deutschen verantwortlichen Professor und von der ungarischen Koordinatorin unterschrieben werden. Ich habe mit jeweils einem Professor der einzelnen Fachbereiche in Dortmund abgesprochen inwiefern ich mir die Kurse für mein Studium anrechnen lassen kann.

Finanzierung

Ich habe eine Erasmus Förderung von 210 Euro für den gesamten Aufenthalt bekommen.

Auslands-Bafög zu beantragen ist sehr schwierig und zeitaufwendig. Man sollte mehrere Monate vor Beginn des Aufenthaltes den Antrag absenden, denn es müssen sehr viele Sachen eingereicht werden und meistens fehlt irgendwo etwas. Das für Ungarn zuständige Bafög Amt ist in Chemnitz-Zwickau. Seit dem Semester in dem ich meinen Antrag gestellt hatte, gab es dort die neue und strenge Regel dass nur Anträge bewilligt werden, wenn ein Nachweis über entsprechende Kenntnisse in der Landessprache erbracht werden kann. Ich habe mich erst relativ kurzfristig für den Aufenthalt in Ungarn entschieden und konnte die Sprachkenntnisse nicht belegen. So habe ich dann auch kein Auslands-Bafög erhalten. Das fand ich doch ziemlich ärgerlich, denn meine Kurse waren alle in deutsch und ich hatte einen semesterbegleitenden Sprachkurs vor Ort. In Ungarn habe ich festgestellt, dass in diesem Semester alle deutschen Studenten dasselbe Problem hatten. Einige haben es dennoch geschafft, trotzdem Auslands-Bafög zu bekommen.

Ich musste in Ungarn keine Studiengebühren für die Universität bezahlen, lediglich eine Einschreibegebühr. Außerdem gab es einen studienbegleitenden Sprachkurs, der für die Erasmus Studenten kostenlos war.

Dokumente

Da Ungarn Mitglied der EU ist, sind zunächst keine besonderen Dokumente nötig außer dem Personalausweis. Da ich weniger als 90 Tage in Ungarn verbracht habe weiß ich nicht welche Anmeldeformalitäten nötig sind wenn man länger als 3 Monate in dem Land bleibt. Ich hatte außerdem keine eigene Wohnung weshalb ich mich nirgendwo angemeldet habe.

Wenn man allerdings in benachbarte Länder einreisen möchte ist es sinnvoll einen Reisepass mitzunehmen. Zum Beispiel in Rumänien braucht man ihn zur Zeit noch zur Einreise.

Sprachkurs

Wir hatten einen semesterbegleitenden Sprachkurs der an der Universität stattfand. Zweimal die Woche haben wir dort mit insgesamt 15 Studenten/Studentinnen aus vielen verschiedenen europäischen Ländern für 1 ½ Stunden versucht ungarisch zu lernen. Der Unterricht fand auf englisch statt. Es war für mich sehr schwierig dem Niveau des Kurses zu folgen. Die Themen wurden zu schnell abgehandelt und waren sehr abstrakt statt sich auf wichtige und einfache Kommunikationssituationen zu beziehen. Am Ende des Kurses findet ein Test statt. Positiv fand ich besonders, dass man während des Sprachkurses viele andere Erasmus Studenten trifft.

Während des Aufenthaltes

Ankunft

Ich bin mit dem Flugzeug angekommen und wurde am Flughafen abgeholt. Ich konnte das mit der Schule besprechen in der ich auch gewohnt habe. Easyjet, GermanWings und AirBerlin bieten sehr günstige Flüge nach Budapest an. Der Flughafen ist etwas außerhalb der Stadt, aber es gibt einen Flughafenbus der direkt zur Endstation einer der Budapester Metrolinien fährt.

Um den Studentenausweis zu erhalten muss man zum Studentenbüro in der Innenstadt. Mit einem Formular, dass mir die Erasmus Koordinatorin ausgehändigt hat und einem Passbild kann man den Ausweis beantragen. Es gibt stundenlange Warteschlangen vor dem Studentenbüro, denn die ungarischen Studenten müssen alle 90 Tage ihren Ausweis verlängern lassen. Es kostet glaube ich 500 Forinth (ca., 2 Euro) diesen Ausweis zu beantragen

Campus

Unsere Seminare waren in der heilpädagogischen Fakultät der Eötvös Loránd Universität. Dieses Gebäude der Uni liegt nicht in der Innenstadt, ist jedoch direkt an einer Metrohaltestelle und somit gut zu erreichen. Das Gebäude ist klein und übersichtlich, mit wenigen Studenten. Es gibt eine Mensa in der es günstiges Essen gibt, außerdem einen Stand an dem es Brötchen und Getränke und Schokolade gibt. Unsere Erasmus Koordinatorin hatte ihr Büro auch in diesem Gebäude so dass wir alle organisatorischen Fragen mit ihr vor Ort besprechen konnten. Es gibt eine Bibliothek, die eine sehr große heilpädagogische Sammlung beherbergt. Wir hatten in unserem dreiwöchigen Einführungskurs auch eine Informationsveranstaltung über den Besuch dieser Bibliothek und wie man dort Literatur suchen kann. In der Bibliothek kann man zudem noch ins Internet und kopieren. Es gibt noch einen Raum in der Uni in dem man ins Internet gehen kann.

Vorlesungen

Insgesamt waren fünf deutsche Erasmus Studenten an der heilpädagogischen Universität. Für uns wurde ein sehr strukturiertes und vielseitiges Programm aufgestellt. Unser Semester an der Elte Universitaet begann mit einem dreiwöchigen Einführungskurs über die ungarische Heilpädagogik und ihre Geschichte, den alle fünf Erasmus Studenten gemeinsam besucht haben. Danach haben wir uns entsprechend unserer ausgewählten Seminare aufgeteilt. Ich hatte insgesamt vier Seminare belegt und mich in Budapest für ein Weiteres entschieden. Unsere Vorlesungen fanden alle auf deutsch oder englisch statt und meistens in sehr kleinen Gruppen von zwei oder drei der Erasmus Studenten und dem Dozenten. Wir haben zusätzlich zu dem theoretischen Teil auch sehr viele heilpädagogische Einrichtungen besucht und dort hospitiert, was sehr interessant war.

Wohnen

Ich hatte durch die Kontakte einer ungarischen Professorin an der Uni in Dortmund die Möglichkeit kostenlos in einer Schule in Budapest zu wohnen und dort zu Unterrichten. Deshalb brauchte ich mich nicht um eine eigene Wohnung zu kümmern. Das Vakok Bátthyány László Gyermekotthona ist ein Kinderheim mit einer Schule für blinde und mehrfachbehinderte Kinder. Die Schule liegt mitten in den Budaer Bergen, also landschaftlich sehr schön aber etwas außerhalb der Stadt. Bis zur Stadtmitte und auch zur Uni hatte ich etwa eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor mir. Leider fuhren nach halb zwölf keine Busse mehr zu meiner Schule, so dass ich dann entweder früh nach Hause fahren musste oder bei Freunden geschlafen habe. In der Schule war es sehr interessant und ich habe mich wohl gefühlt. Ich habe hauptsaechlich am Unterricht in einer Klasse für geistigbehinderte Kinder teilgenommen und dort die schulische Arbeit kennen gelernt.

Unterhaltskosten

Lebensmittel sind in Budapest relativ günstig und es gibt auch überall 24stunden Läden. Die größeren Supermärkte haben lange auf, oft auch Sonntags. Man kann sehr gut in Budapest essen gehen, denn schon für 5 bis 8 Euro bekommt man ein komplettes Menü im Restaurant. Alle gängigen Fastfood Ketten haben sich in der Stadt angesiedelt.

Es gibt auf jeden Fall immer Rabatt mit einem gültigen ungarischen Studentenausweis. Die Eintrittsgelder sind generell sehr günstig, ich habe niemals mehr als zwei Euro für den Eintritt in ein Museum ausgegeben. Wir waren auch einmal in einer Operette, dafür haben wir sechs Euro bezahlt.

Öffentliche Verkehrsmittel

Budapest hat ein sehr gutes Verkehrsnetz. Drei Metrolinien verbinden fast alle wichtigen Punkte in der Stadt miteinander. Die Metro fährt tagsüber etwa alle zwei Minuten, ab abends kommt sie seltener und die letzte Metro fährt um ca. halb zwölf. Danach fahren in der Stadt noch Nachtbusse. Tagsüber hat man die Wahl zwischen einer Menge von Verkehrsmitteln. Mit dem Studentenausweis kann man sich ein Monats- oder ein 30TageTicket für ca. acht Euro kaufen. Damit kann man dann sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt benutzen. Ich würde niemandem empfehlen ohne gültiges Ticket zu fahren, denn man wird fast täglich irgendwo kontrolliert. Es gibt außerdem noch die HEV, die die Vororte mit der Stadt verbindet. Nachts gibt es Nachtbusse. Sie fahren hauptsächlich in Pest, dort erreicht man fast alle Ecken rund um die Uhr. In Buda ist das schwieriger.

Auch das Zugfahren ist sehr günstig in Ungarn. Als Student bekommt man über 60 Prozent Rabatt auf die Fahrkarte. Für einen Ausflug zum Balaton haben wir so für die Hin-und Rückfahrt (ca.280km) etwa 3,50 bezahlt.

Kontakte

Im Hauptgebäude der Universität in der Innenstadt gibt es ein Büro für die ausländischen Studenten. Von dort aus werden Veranstaltungen angeboten und Fahrten organisiert und es stehen Ansprechpartner zur Verfügung. Man kann sich in eine foreign eMail Liste eintragen und wird so mit den neuesten Infos versorgt. Durch den Verteiler kann man natürlich auch selber eine eMail an alle Mitglieder schicken wenn man eine Party feiern möchte oder eine Neuigkeit hat. Auch Wohnungsgesuche und Fragen werden so rundgesendet und beantwortet.

Nachtleben/ Kultur

Besonders toll fand ich die vielen kleinen Kinos in der Stadt. Die meisten Filme laufen im Original, so dass man sich auch englische Filme ansehen kann. Der Eintritt ist bei den kleineren Kinos sehr günstig, zwischen 2 und 4 Euros meistens, die neuen Multiplex Kinos sind etwas teurer.

Es gibt sehr viele Biergärten die in den Innenhöfen der alten Häusern sind und die besonders gemütlich sind. Dort feiert man natürlich am Liebsten im Sommer, aber mehrere haben auch

im Winter auf. Ich war öfter im Kultiplex, im Soda und im Mumus. Die Atmosphäre dort hat mir sehr gut gefallen und es ist immer noch ziemlich günstig. Eintritt zahlt man meistens nicht. Man findet mehrere Biergärten im jüdischen Viertel hinter der orthodoxen Synagoge.

In der Stadt gibt es sehr viele riesengroße Einkaufszentren. Ich finde es dort sehr langweilig. Es gibt eigentlich nur teure Butiken und in jedem Einkaufszentren sind dieselben Läden. Mein Lieblingsladen ist in der Dob utca und heißt Eprecske. Dort kann man sich ganz kleine Bilder für sehr wenig Geld rahmen lassen und hat so das ideale Mitbringsel aus Budapest. Die Bilder und die Farbe des Rahmens kann man sich vom Sessel aus in einem dicken Katalog aussuchen. Die Sehenswürdigkeiten in Budapest sind unzählbar. Eine Donaufahrt mit dem Ausflugsschiff fand ich sehr langweilig, einen Besuch im europäischen Parlament kann ich nur empfehlen. Das ist für EU-Bürger sogar umsonst, aber man muss natürlich einen Personalausweis mitbringen. Einen schönen Blick auf die Stadt hat man vom Janos Hegy aus, der auch im zwölften Bezirk liegt. Im Winter gibt es im Stadtpark eine riesige Eisfläche wo man Schlittschuhlaufen kann. Natürlich sollte man sich auch die prunkvollen Thermalbäder in der Stadt nicht entgehen lassen. Da das Bahnfahren so günstig war, habe ich mir sehr viele Städte in Ungarn angesehen, besonders gefallen hat mir Esztergom, Eger, Szentendre und Gödöllő.

Sonstiges

Ich habe Geld am Geldautomaten abgeholt. Mit meiner Girokarte hat das pro Abhebung 3 Euro gekostet.

Nützliches

Sonstige Tipps und Infos

Goethe Institut:

Liegt in der Andrássy út 24. Dort kann man deutsche Bücher und auch Hörspiele ausleihen und Zeitung lesen. Außerdem gibt es ein Café und Internetzugang.

PestiEst/ Exit:

Die PestiEst und die Exit sind Zeitschriften. Sie sind kostenlos und man bekommt sie eigentlich überall. Man findet dort alle Infos über die laufende Woche in Budapest, außerdem Restauranttipps.

Artikelaktionen

Sprachreisen 2012

NEU: Den Sprachreisenkatalog 2012 kostenlos bestellen: Sprachreise-Katalog 2012 bestellen
Sprachreise-Katalog kostenlos anfordern.
T5 Jobmessen