Ein Wintersemester in Prag
Eva studierte für 6 Monate in Prag Sport. Was sie dort erlebte und wie es ihr gefiel, beschreibt sie in ihrem Erfahrungsbericht.
Vorbereitung
Bewerbung / Einschreibung
Das Bewerbungsverfahren bestand innerhalb der Kooperation der Sportfakultäten der Universität Dortmund und Karls-Universität Prag. Jegliche Formulare konnte man schnell und einfach vom AAA erhalten. Auch die Bearbeitung und die Hilfe der Koordinatoren sowie des AAAs war sehr gut.
Meinen Stundenplan erstellte ich anhand des ECTS – Systems, den man von der Universität in Prag runterladen konnte. Dies war jedoch nicht sehr übersichtlich und verlangte langes Suchen auf den Seiten der Karls-Universität.
Finanzierung
Gefördert wurde ich mit ca. 70€ monatlich durch das Erasmus-Programm und wurde zusätzlich von meinen Eltern finanziell unterstützt. Gewundert hat es mich vor Ort, als ich von den unterschiedlichen Erasmus-Beträgen gehört habe. So werden etliche Länder in Europa von Erasmus besser finanziert. Diese krassen Unterschiede wunderten mich zunächst, da wir ja alle vor Ort die gleichen Ausgaben haben.
Dokumente
Da Tschechien in der EU ist, genügte ein einfacher Personalausweis. Mit einer Auslandsversicherung und einem Urlaubsantrag an der Universität waren alle wichtigen Dokumente erledigt.
Sprachkurs
Da ich ebenfalls Slawistik studiere, hatte ich die Möglichkeit einige Sprachkurse an meiner Fakultät zu belegen. So konnte ich mich vor meinem Auslandssemester schon als fortgeschrittener Anfänger bezeichnen.
Während des Aufenthalts
Ankunft
Angereist bin ich mit meinem persönlichen PKW, um vor Ort auch mehrere Ausflüge unternehmen zu können. An meiner Fakultät konnte mich gleich in den ersten Tagen einschreiben. Leider war meine Fakultät am anderen Ende der Stadt, sodass ich immer eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln brauchte, um vom Wohnheim zur Fakultät zu kommen.
Campus
Meine Koordinatorin war schnell aufzufinden und war sehr kompetent. Sie sprach fließend englisch und hatte alle Formalitäten gut im Griff.
Auch eine Mensa, eine kleine Cafeteria, sowie die Bibliothek war für uns zugänglich. Die Computerräume waren sehr klein und daher meist überfüllt.
Vorlesungen
Im Vordergrund meines Aufenthaltes stand für mich die Spracherlernung. Durch meine Vorkenntnisse konnte ich auch gleich in die zwei nächsthöheren Sprachkurse. Dazu hatte ich auch mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Bereichen besucht. Einige davon habe ich eher aus Interesse besucht und daher nicht mit ECTS-Punkten abgeschlossen, da sie für mein Studium nicht mehr relevant sind.
Die meisten Professoren konnten meist deutsch oder englisch, sodass die Kommunikation kein Problem darstellte.
Wohnen
Gewohnt habe ich in einem Studentenwohnheim, welches speziell für Erasmus-Studenten ausgerichtet war. Dies fand ich als eher nachteilig, da man nicht in Kontakt mit einheimischen Studenten kam. Nach ungefähr der Hälfte meines Aufenthaltes bin ich zu ein paar tschechischen Kommilitonen gezogen und konnte dort meine Sprachkenntnisse erweitern.
Unterhaltskosten
Die Lebensmittel und Eintritte waren im Vergleich zu deutschen Preisen sehr billig. Häufig bekam man als Student Ermäßigungen, sodass ich mit meinen finanziellen Mitteln gut auskam. Die Miete und das Benzin jedoch waren recht teuer. Das Erasmus-Geld hat sozusagen nicht einmal für die Miete gereicht, was ich sehr komisch fand. Ich dachte wenigstens das Wohnen sollte von den Stipendien gesichert sein.
Öffentliche Verkehrsmittel
Das Verkehrsnetz war in Prag vorbildlich. Zu jeder Uhrzeit kam man recht schnell überall hin. Die Preise waren auch da mehr als großzügig. Leider waren die Ticket-Verskaufsstellen jedoch sehr überfüllt, sodass man mit einer langen Wartezeit rechnen musste.
Wie schon erwähnt hat es jedoch eine halbe Ewigkeit von meinem Wohnheim zu meiner Fakultät gedauert.
Kontakte
Ich konnte durch meine Vorkenntnisse und durch die Offenheit der Einheimischen schnell Kontakt knüpfen. Ich fand relativ schnell einen Tandempartner und viele mit guten Deutschkenntnissen.
Da ich Sport studierte, waren für mich jegliche Sportmöglichkeiten offen.
Nachtleben / Kultur
Prag ist eine Stadt voller kulturellen Sehenswürdigkeiten, sodass Theater, Kino, Ausflüge und Besichtigungen auf unserem Tagesprogramm standen. Da Prag auch eine Touristenstadt ist, gab es ein reges Nachtleben. Auch die Einkaufsmöglichkeiten waren durch die zahlreichen Supermärkte und durch deren langen Öffnungszeiten bestens. Da ich mit meinem Auto angereist bin, war es uns möglich viele andere Städte zu besichtigen, sodass ich an jedem Punkt Tschechiens war.
Sonstiges
Leider lohnte es sich für ein halbes Jahr nicht ein Auslandskonto zu eröffnen, sodass meine Abhebungsgebühren relativ drastisch aussahen. Dies wäre ein Kritikpunkt an deutsche Sparkassen und Banken, da es ja mittlerweile viele Studenten ins Ausland zieht. Telefonieren und Internet war am Besten vom Wohnheim möglich. Dies war auch den Studentenpreisen angepasst.
Nützliches
Sonstige Tipps und Infos
Da Prag wie schon erwähnt eine Touristenstadt ist gibt es himmelgroße Preisunterschiede in Restaurants, Bars und Hostels. Es lohnt sich daher auch mal durch die kleinen Straßen zu laufen und dort Bars sowie Restaurants aufzusuchen. Gemütliche Bars gibt es auch am Letna-Park.
Günstig übernachten kann man in den Wohnheimen, da sie auch Besucher-Zimmer anbieten. Günstig ist auch das Unitas-Hostel inmitten der Stadt.
Empfehlenswert ist auch das National-Theater, wofür man als Student schon für 50 Cent eine Eintrittskarte erhält.
Ins National-Museum kommt man jeden ersten Montag im Monat kostenlos rein.


