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Studieren in der Geburtsstadt Franz Kafkas - Prag wie es leibt und lebt

Kirsten studierte für ein Semested an der Karls-Universität in Prag. Obwohl die Landessprache natürlich tschechisch ist, findet der Unterricht auf deutsch statt. Den Sprachkurs sollte man sich trotzdem nicht entgehen lassen. Worauf ihr bei einem Auslandssemester in der Tschechischen Republik achten solltet und wie ihr gut durch euer Auslandssemester kommt verrät sie euch hier.

Studieren in der Geburtsstadt Franz Kafkas - Prag wie es leibt und lebt

Vorbereitung und Anreise

Wir hatten genügend Zeit, um alles vorzubereiten. Anmelden an der Karlsuniversität mussten wir uns per Internet, was ein wenig kompliziert, jedoch zu bewältigen war. Der Stundenplan wurde im Internet zusammengestellt, jedoch bekamen wir in Prag einen ganz anderen, den die Professorin für uns vorbereitet hatte. Ein Bewerbungsschreiben an sich war nicht erforderlich, da genügend freie Plätze zur Verfügung standen. Wir mussten nur die Formalitäten erledigen, wie Learning Agreement usw. Das hat alles reibungslos geklappt. Wir bekamen die Erasmus Förderung, sowie ein Stipendium vom DAAD. Ein Visum ist nicht erforderlich. Zur Einreise genügt der Personalausweis. Der Anreiseplan hat uns sehr gut zum Wohnheim geführt. Dort angekommen gab es erst einmal ein Schock, da wir doch mehr tschechische Kronen für Kaution und Miete bezahlen mussten, als gedacht (da wir die letzte Monatsmiete bereits mitbezahlen mussten). Wir hatten sehr nette Tutorinnen, die uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite standen. Sie halfen uns bei allen Formalitäten, die nach der Ankunft zu erledigen waren, wie zum Beispiel den Studentenausweis machen, den Fahrschein für drei Monate holen,…

Der Campus und die Uni

Die Karlsuniversität ist keine Campusuniversität. An der pädagogischen Fakultät gibt es einen Computerraum, in welchem die Computer umsonst genutzt werden können. Unsere Ansprechpartner halfen uns jederzeit wenn es Probleme gab und sie waren auch immer zu erreichen, so hatten wir sogar die Handynummer unserer Professorin. Jeder bot uns seine Hilfe an, sei es mit englischen Übersetzungen oder bei zu erledigenden Formalitäten. Es gibt eine Mensa im Wohnheim und eine, die zehn Minuten von der Fakultät entfernt ist. Sehr günstiges Essen. Eine Cafeteria ist nicht vorhanden. Als Bibliothek dient das Goethe Institut.

Die Seminare fanden auf Englisch statt. Uns wurden verschiedene Kurse angeboten. Darunter fielen der Autism Course, Special Education Needs, Service Placement (welcher aus einer Projektarbeit im Wohnheim bestand, sowie wöchentliche Besuche verschiedener Institutionen für Menschen mit Behinderung), der Society sowie der Czech Language Course. Ferner wurden noch Kurse angeboten, die auf freiwilliger Basis beruhten, zum Beispiel Jewish Tradition, Cristian Course und Czech Architecture Course, an welchem wir teilnahmen. Die Prüfungen bestanden aus schriftlichen Tests (multiple choice), mündlichen Prüfungen und Präsentationen. Das Sprachniveau wird dem der Studenten angepasst. Wir konnten jederzeit nachfragen, wenn wir etwas nicht verstanden hatten, aber insgesamt wurde ein leichtes, gut verständliches Englisch gesprochen.

Der Tschechisch Sprachkurs war mit in unseren Stundenplan integriert. Uns wurden auch Credits dafür angerechnet. Ein paar Sätze in Tschechisch können wir nun, auch wenn der Kurs an sich für einige Verwirrungen sorgte, da die tschechische Sprache dem Deutschen oder anderen uns bekannten Sprachen gar nicht ähnelt.

Das Wohnen und Leben in Prag

Wir wohnten im Kolej Hostivar. Die Miete betrug etwa 1500 tschechische Kronen/Monat die Kaution 1800 Kronen. Das Wohnheim ist etwa 45 Minuten von der Innenstadt entfernt, es bestehen jedoch sehr gute Verkehrsanbindungen (Tram, Metro). Es gibt Gebäude mit und ohne Internet. Haus eins hat Internet, jedoch gibt es lange Wartezeiten. Die Zweibettzimmer sind sehr klein, in der Küche befinden sich zwei Herdplatten, die sich ein Flur teilt. Außerdem gibt es zwei Kühlschränke auf jedem Flur, die ebenfalls für alle gemeinsam sind. Das Wohnheim ist ziemlich dreckig und schimmelig, für drei Monate kann man es aber sehr gut aushalten. Es leben größtenteils Erasmus Studenten dort. Im Wohnheim gibt es einen Internetraum (von dem aus man auch telefonieren kann), Waschmöglichkeiten und so weiter. An der Rezeption kann man kleine Snacks kaufen. Supermärkte sind um die Ecke (Albert, Tesco, Lidl). Bettwäsche bekommt man alle drei Wochen neu. Außerdem gibt es einen sehr schönen Park in der Nähe.

Die Lebensmittelkosten sind etwa wie in Deutschland. Mit der ISAAC Karte bekommt man auf Eintritte Ermäßigungen, das lohnt sich auf jeden Fall. Theater, Ballett und Opernkarten sind sehr günstig, ab 30 Kronen (etwa einen Euro). Das Bahnticket kostet für drei Monate etwa 20 Euro. Die Miete für ein Zweibettzimmer im Wohnheim (ohne Internet) beträgt 1800 Kronen. Das Verkehrsnetz ist sehr gut, auch vom Wohnheim gibt es eine sehr gute Verbindung in die Stadt. Auch die Nachttram fährt regelmäßig. Zum Ticketkauf sollte man sich jemanden mitnehmen, der tschechisch spricht, da die Verkäufer oft kein Englisch sprechen. Ein Studententicket für drei Monate kostet etwa 20 Euro. In Prag gibt es sehr viel zu sehen. Die Stadt an sich, Museen, Theater usw. Auch andere Städte rund um Prag sind sehr sehenswert, zum Beispiel Theresienstadt, die Knochenkirche bei Kutna Hora,… Das Nachtleben ist dank der günstigen Bierpreise sehr gut zu finanzieren. Allerdings ist die Musikrichtung sehr eintönig. Einkaufsmöglichkeiten gibt es am Wenzelsplatz reichlich, in den Seitenstraßen befinden sich viele kleine Läden junger Designer. Wir haben ein Konto bei der Deutschen Bank eröffnet, so dass wir umsonst Geld abheben konnten. Auf jeden Fall empfehlenswert. Außerdem haben wir uns eine tschechische Handykarte besorgt. Für eine Auslandsversicherung muss man bei seiner Krankenkasse nachfragen. Telefonieren und Internet kann man vom Wohnheim aus, Internet gibt es an den Fakultäten sowie in diversen Internetcafés.

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