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Freiwilligenarbeit in Thailand: Buddhismus und Dickhäuter

Die Stepin-Programmkoordinatorin der Freiwilligenprojekte in Asien Sara Thielsch reiste 14 Tage lang durch vier asiatische Länder. Ihre erste Station war Thailand. Dort besuchte sie die Projekte der Volunteers und machte bunte und aufregende Erfahrungen. Diese Mischung aus Exotik, Abenteuer, Armut, Lebensfreude, Farben, Lärm und Gastfreundschaft hätte sie sich vor Reiseantritt in diesem Maße nicht vorstellen können. Ihre Erlebnisse hat sie aufgeschrieben.

Freiwilligenarbeit in Thailand: Buddhismus und Dickhäuter

Nach einem sehr turbulenten und nervenaufreibenden Flug von Frankfurt nach Bangkok kam ich doch noch unbeschadet in Thailand an, wo mich Korn, der zuständige Transfer-Verantwortliche am Flughafen abholte. Ein Schild mit meinem Namen drauf half mir, ihn zu erkennen. Da meine Anreise außerplanmäßig verlief, mussten wir noch 4 Stunden auf einen Volunteer aus den Niederlanden warten. Da ich aufgrund der Turbulenzen während des gesamten Flugs nicht schlafen konnte, erschien mir diese Wartezeit im Wachzustand endlos und so überzeugte ich Korn, dass er einen hervoragenden Tour Guide abgeben würde und wir machten uns auf nach Bangkok Downtown. Natürlich hatte ich nicht mit dieser spontanen City Tour gerechnet und war umso überraschter, welche Fülle an Attraktionen diese Metropole zu bieten hat. Aufgrund der begrenzten Zeit führte mich Korn zum Grand Palace, der mit seinen vielen Türmen und Tempeln eine wichtige Stätte des buddhistischen Glaubens ist.   Obwohl ich den Grand Palace mit all den goldenen Türmchen und Figuren gar nicht verlassen wollte, mussten wir weiter: zu Wat Pho, dem Reclining Buddha. Der riesige goldene Buddha ist 46m land und 15 m hoch, ein echtes Kunstwerk, seht selbst!   Dann wurde es auch schon Zeit, wieder zum Flughafen zurück zu kehren, um die Niederländerin abzuholen. Obwohl Sie nur ein paar Stunden später ankam, berichtete sie mir, ihr Flug wäre ganz ruhig gewesen und sie hätte bestens geschlafen. Unglaublich! Zusammen mit Korn ging es dann per Überlandbus nach Singburi. Gerade als ich eingeschlafen bin, waren wir auch schon da, pünktlich zur Welcome Party der Volunteers, die gestern ankamen. Einheimische Schulkinder führten Tänze vor und danach haben alle zusammen getanzt, im Hintergrund lief laut thailändische Musik. Mir wurde sofort die traditionelle Blumenkette umgehangen, so dass ich mich fast wie auf Hawaii fühlte.

Welcome Party der Freiwilligen in Thailand

Nach der Welcome Party war ich froh ENDLICH schlafen zu können, und machte es mir in meiner moskito-sicheren Hütte bequem. Erst am nächsten Tag sah ich wie schön und gepflegt die Anlage des Lemon House, eines der drei Volunteer Houses, war. Alle Freiwilligen wohnen zusammen mit ihrer Gruppe in einem der drei Häuser und schlafen meist in 4-Bett-Zimmern. Morgens, mittags und abends wird man von der netten einheimischen Köchin verpflegt, die ausschließlich vegetarische Speisen auf den Tisch zaubert. Für mich als Vegetarier der perfekte Ort! Aber lange konnte ich nicht frühstücken, denn schon holte Oliver, unser thailändischer Partner, mich ab. Wir hatten viel vor: Besichtigung der Schulen, Tempel und des Orphanage (Waisenhaus). Zuerst gings zur Schule südlich von Singburi, die aus einer Vorschule und den Klassen 1-12 besteht. Hier sind einige der Freiwilligen als Assistenzlehrer platziert und unterrichten die Kinder in Englisch. Winnie, der Koordinator für die Schulprojekte betreut die Lehrer-Volunteers und vergibt ein Handbuch mit Tipps zur Gestaltung des Englischunterrichts. Denn: um in der Schule zu arbeiten, benötigt man keine Vorbildung in diesem Bereich; viel wichtiger ist die Motivation und der Spaß daran, den Kids etwas beizubringen.

Auch in  der angeschlossenen Vorschule wurde ich stürmisch begrüßt. "Teacher, teacher" haben die Kinder gebrüllt. Sie sind schon daran gewöhnt, dass alle Europäer, die sie sehen, als Lehrer arbeiten, dass sie automatisch davon ausgingen, dass ich auch ihre Lehrerin sei. Nachdem die Kinder mich auf Thai zugequascht and die ganze Zeit angelächelt haben (ich natürlich kein Wort davon verstanden habe), besichtigen wir noch den Schulhof sowie den Tempel, der zu jeder Schule dazu gehört. Mittlerweile hatten die Vorschulkinder Pause und tollten auf der Schulwiese rum. Als nächstes stand der "Sitting Buddha" des Tempels Wat Pikungton auf dem Programm, den die Volunteers während der Kultur-Woche besichtigen. Unweit von Singburi-Stadt sieht man ihn schon aus weiter Ferne.

Freiwilligenarbeit in Thailand: Zwei Statuen vor einem Tempel

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann weiter ins Orphanage, wo ich weitere Volunteers bei der Arbeit treffen konnte. Seitdem die Freiwilligen das Waisenhaus unterstützen, hat sich dort viel getan: Wände wurden gestrichen, Räume eingerichtet, eine Krankenstation aufgebaut und zur Zeit helfen alle fleißig mit, den überdachten Weg vor dem Gebäude zu fliesen. Währenddessen schlafen die Waisenkinder gemütlich unter der Obhut der einheimischen Betreuerin und erholen sich vom Spielen mit den Volunteers.

Während meines Rundgangs durch das Waisenhaus traf ich auch auf sieben Volunteers aus Irland, die von der Idee thailändischen Waisenkindern zu helfen, so begeistert waren, dass sie mithilfe Ihrer Freunde in Irland über 300.000 Baht gesammelt hatten und allen Kindern im Waisenhaus nun ein Bett sowie Schuluniformen kaufen konnten. Natürlich kann jeder frei entscheiden, ob er etwas spenden will, und auch kleine Spenden, wie Spielzeug und Plüschtiere, werden von den Kindern mit einem großen Lächeln angenommen.

Und dann gings los zum Tempel nahe Singburi, in dem die Volunteers während der Kulturwoche eine Nacht verbringen. Hier haben sie die Gelegenheit, mit den Mönchen zu singen, zu beten und über den Buddhismus zu diskutieren. Natürlich kann man den Buddhismus leichter verstehen, wenn man alles hautnah vor Ort erlebt. Beim Eintritt in den Tempel mussten wir uns alle weiße Kleidung anziehen, die uns von dem Koordinator gereicht wurden. So ging es dann zum "Chanting" in den Tempel. Zurück im Lemon House machte ich mich auf in die benachbarte Bar, wo sich Einheimische und Volunteers im Karaoke-Singen übten. Nachdem ich für umgerechnet 30 Cent ein Singha-Bier erstand, traf ich dann auf die Teilnehmer der anderen Projekte: Thaiboxing und Community Work. Eine Deutsche hat vom Thailboxing geschwärmt, obwohl das einstündige Lauftraining zusammen mit dem thailändischen Klima bei ihr erstmal Kurzatmigkeit verursachten. Aufgrund der Hitze in Thailand beginnt das Thaiboxing schon früh am Morgen- Aufstehen ist um 5 Uhr angesagt...

Freiwilligenarbeit im Elefanten-Projekt

Am nächsten Morgen hatte ich erstmal ein Meeting mit dem Hauptkoordinator, der mir alle Fragen zu den Projekten beantworten konnte, die für zukünftige deutsche Volunteers wichtig sein könnten. Danach traf ich mich mit A, der Chefin unserer Partnerorganisation und es ging Richtung Norden: nach Wang Thong. Für alle, die Elefanten nicht nur im Zoo sehen möchten, ist das Elefanten-Projekt die Erfüllung ihrer Kindheitsträume: hier erlebt man die Dickhäuter hautnah, kann sie reiten, füttern, pflegen.  Schon aus dem Auto konnte ich die ersten Tiere sehen, die von ihren Mahouts, den Elefantenführern, betreut wurden. Sofort hielten wir an und konnten auf den Elefanten reiten. Dies erwies sich aber als gar nicht so leicht: zuerst musste der Mahout den Elefanten mittels des Elefantenstabs (ein kleiner Haken aus Eisen) dazu bringen, sich hinzuknien. Dann konnte ich mit meinem rechten Fuß auf das geknickte Bein des Tiers steigen und mit Schwung dann mein Bein über den Rücken werfen. Und ruckzuck ging es dann hoch, der Elefant stand auf und ich war binnen 2 Sekunden 2 Meter größer. Ganz schön ungewohnt mit kurzer Hose auf dem blanken Elefantenrücken zu reiten: auf dem Rücken wachsen viele Haare, die piecksen!

Hütten der Volunteers im Elefanten-Camp

Die Volunteers, die sich für das Elefantenprojekt entscheiden, werden unweit von dort im Elefanten Camp untergebracht. In Zweier-Hütten lebt man hier inmitten der Natur und wird natürlich auch hier verpflegt. Mit einem kleinen Minivan geht es dann täglich zusammen mit Eike, dem Koordinator, zu den Elefanten. Als wir ankamen, war noch niemand da, denn mittwochs fährt Eike mit den Volunteers immer in die nächste Stadt, um auszugehen, E-Mails zu checken und ein bisschen einzukaufen. Nach einer Nacht, in der ich mich 3mal (!!!) im Moskitonetz verfangen hatte, und dementsprechend ausgeschlafen war, ging es dann mit dem Jeep nach Wang Nam Keaw. Hier findet das Programm für die ältere Generation statt und dementsprechend ist der Komfort etwas höher. Außerdem ist das Klima durch die erhöhte Lage angenehmer. Die Volunteers, die sich für dieses Programm entscheiden, unterrichten z.B. in der nahegelegenen Grundschule oder nehmen an der Trekking-/ oder Kulturwoche teil.  Auch abends ist es hier nie langweilig: die Chefin führte mir stolz die Karaokeanlage zwischen den Bananenstauden vor!

„Student Travel & Education Programmes International“ (Stepin) mit Sitz in Bonn Bad Godesberg bietet internationale Schüleraustauschprogramme und Work, Study & Travel Programme für junge Menschen zwischen 14 und 99 Jahren, die offen und tolerant sind, fremde Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen. Stepin bietet Beratung, Begleitung und dauerhafte Betreuung sowie ein weitverzweigtes Netz an Partnerorganisationen vor Ort. Weitere Informationen unter: http://www.stepin.de/

Quelle der Bilder: Stepin

Hier geht es zum zweiten Teil: Freiwilligenarbeit in Kambodscha

Hier geht es zum dritten Teil: Freiwilligenarbeit in Vietnam

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