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Thailand - Land des Lächelns

Ein Lächeln aus Fernost eröffnet den neuen Tag in Thailand: Noch ist alles still, die meisten Thais sitzen in den kleinen, am Straßenrand aufgebauten Garküchen und frühstücken. Traditionell isst man Nudelsuppe. Ein alter Mann fegt mit einem selbst gebastelten Besen die Straße, die ersten Händler bauen ihre Stände auf. Kleine Mädchen in Schuluniform sind auf dem Weg zur Schule, Mönche in orangenen Kutten sind unterwegs zum Tempel, eine alte Frau stellt etwas Reis und Tee in das kleine Geisterhäuschen vor ihrem Haus. Hierzulande glaubt man, dass in jedem Haus ein Geist lebt, den es mit gutem Essen zu besänftigen gilt.

Thailand - Land des Lächelns

Meine Suche nach Kaffee bleibt heute vergeblich. „No have, no have“ sagt das Mädchen hinter einem kleinen Straßenstand zu mir. „But hot Bananas, very cheap, very good“ und sie deutet auf die kleinen Früchte, die auf dem Grill vor sich hin brutzeln. Ich suche mir zwei aus und natürlich – sie lächelt.

Reger Verkehr auf Bangkoks Straßen

Ruhe wie diese findet man in Bangkok nicht. In der Millionenstadt scheint das Leben nie still zu stehen: Der Verkehr auf den bis zu achtspurigen Straßen fährt ununterbrochen, zu jeder Tag und Nachtzeit sind Menschen auf den Straßen zu sehen. Hier in Bangkok ist die Zerrissenheit der Thais besonders deutlich: Neben Tempelanlagen und Königsstatuen, die für das Traditionsbewusstsein der Thais stehen, finden sich Luxushotels und riesige Einkaufszentren, Zeichen für die Aufholjagd an die westliche Welt, die von Konsum geprägt scheint.

Khao San Road bei Nacht – das Tor zu Asien

Mittendrin die Khao San Road – das Tor zu Asien. Hier muss jeder durch, der als Backpacker seine Südostasientour beginnt. Die kleine Nebenstraße ist zum Kult geworden, seit die ersten Asienreisenden sie in den 70ern entdeckt und zu ihrem Aufenthaltspunkt in Bangkok erklärt haben. Hostels, Bars und amerikanische Fastfoodketten reihen sich aneinander, Leuchtreklame stapelt sich an den Häusern, Straßenhändler und Garküchen unterstreichen den Trubel. Unangenehmer Tourismus oder ein Gesicht des ökonomischen Geistes Südostasien? Diese Frage polarisiert die Südostasienreisenden.

Alte Tempelanlagen in Bangkok

Bangkok zehrt. Nach kurzer Zeit schwindet die Faszination über alte Tempelanlangen und billigen Shoppingmalls mit gefälschten Markenartikeln Und es bleibt die Hitze, die schwere, abgashaltige Luft, der Unmut über die Fahrer der so genannten Tuktuks. Das sind dreirädrige Vehikeln benannt nach ihrem Geräusch, die jeden Touristen zum größten Geschäft des Lebens überreden wahlweise durch Geldleihen in dubiosen Geschäften oder durch den Kauf von minderwertigen Steinen. Aber dorthin, wo ich hin möchte, bringen sie mich nicht.

Dichter Dschungel zwischen Bangkok und Chiang Mai

Um dem Smog zu entkommen, reise ich in den Norden. In Chiang Mai, etwa zehn Stunden Zugfahrt durch dichtesten Dschungel von Bangkok entfernt, finde ich mich mitten in einer Thaifamilie wieder, die ein Hostel betreibt. Die Mutter kocht, die Tochter gibt Kochkurse, die Oma erledigt die Wäsche und die Söhne bieten Trekkingtouren in den Regenwald an. Ein kleiner Familienbetrieb, in dem alle jede Menge Spaß „Sanuk“ miteinander zu haben scheinen. Der Trip in den Dschungel bildet ein Highlight meiner Tour: Tagelang sehen wir nur Wald, übernachten in kleinen Bergdörfern, klettern durch unterirdische Höhlen, machen Bekanntschaft mit Riesenspinnen, Schlangen und Elefanten. Abends gibt es scharfes Essen, im Dschungel über Feuer gekocht. Serviert wird auf Bananenblättern.

Weißer Sandstrand im Süden Thailands

Wer die ganze Schönheit Thailands kennen lernen will, der muss auf die Inseln im Süden. Jack Johnson im Ohr, weißen Sandstrand unter den Füßen, Kokospalmen über mir und Abende mit wunderschönen Sonnenuntergängen. Dazu Millionen bunter Fische in einem Meer, das mit dem Himmel in Wettstreit um das schönere Blau getreten zu sein scheint - hier findet man Entspannung und ein großes Stück Paradies. Und so sitze ich am Meer, fühle mich weit mehr als tausende von Kilometern von meinem Leben in Deutschland weg, und natürlich – ich lächle.

Von Dorina Leititis

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