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Chemi an der Kungliga Tekniska högskolan in Schweden – Felix berichtet von seinem Auslandssemester

Felix hat für ein Semester Chemieingenieurwesen an der Kungliga Tekniska högskolan oder KTH in Stockholm studiert. In seinem Erfahrungsbericht hilft er euch bei eurer Planung.

Felix hat für ein Semester Chemieingenieurwesen an der Kungliga Tekniska högskolan oder KTH in Stockholm studiert.
Felix hat für ein Semester Chemieingenieurwesen an der Kungliga Tekniska högskolan oder KTH in Stockholm studiert.

Vorbereitung

Ein grober Fahrplan für die Bewerbung und Einschreibung

  • Uni Dortmund: Bewerbung um Platz in der Geschäftsführung BCI
  • KTH: online Formular auf der homepage der KTH: www.kth.se
  • Academic year: spring term: von Anfang Januar bis Ende Mai
  • autumn term: Ende August bis Ende Dezember
  • Bewerbungsfristen bei der KTH: 15.April für Autumn term, 15.Oktober für spring term
  • Ein Learning agreement ist sinnvoll, ich hatte aber keins. Mittlerweile in Dortmund vorgeschrieben! Infos zu allen Kursen gibt es im Internet im study handbook (siehe unten, Vorlesungen) und unter dem link international office auf der homepage der KTH. Man bekommt schnell Post von einem Koordinator, der wirklich für einen zuständig ist und immer ansprechbar ist.

    Finanzierung und Dokumente

    Das Auslandsbafög (genausoviel wie Inlands-Bafög) reicht bei weitem nicht aus. Mein Bedarf war ca. 800 bis 1000 Euro und das Bafög lag bei ca. 500 und die Erasmusförderung bei 350 Euro (schwankt von Jahr zu Jahr)

    Der Personalausweis reicht aus, allerdings werden oft Fahrten z. B. nach St. Petersburg über Ostern angeboten, wozu ein Reisepass nötig wäre. Beliebte Ausflüge nach Tallin und Riga gehen ohne Probleme mit Personalausweis. Für Schweden selbst muss man bei der Ankunft einen Zettel ausfüllen, worauf man sofort eine Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Das wird in der Regel vom Koordinator an der KTH erledigt.

    Sprachkurs

    Ich hatte quasi keine Schwedisch-Kenntnisse, was absolut kein Problem war. Der Alltag lässt sich auch gut auf Englisch bestreiten. Allerdings ist es schon hilfreich und angenehmer wenn man wenigstens Hallo sagen kann. Und manche hompages gibt es doch nicht auf englisch. An der KTH gibt es gute Sprachkurse, für die man sich bei der Bewerbung anmelden muss. Ich empfehle an der Volkhochschule einen Kurs zu machen oder wenigstens einen Sprachführer zu lesen, z. B. „Kaudawelsch“. Man kann sich auch einiges selbst beibringen, es hapert allerdings immer an der Aussprache, besonders der Betonung.

    Vor Ort

    Ankunft

    Ich wurde von meiner Mentorin abgeholt, mit der ich schon 2 Monate vorher E-mail Kontakt hatte und zum Wohnheim begleitet. Über den Koordinator liefen alle Formalitäten, man ist nicht so verloren wie an deutschen Unis. Infos zu Kursen und Studenplan etc. gibt es quasi nur im Internet oder bei den entsprechenden Profs. Mit dem Flugzeug: z.B. mit Ryanair von Düsseldorf oder Hahn nach „Stockholm Skavsta“, das liegt bei Nyköping. Mit dem Bus (1,5 Std) geht’s weiter nach Stockholm Centralen, dem Hauptbahnhof. Zusätzliche Kosten von ca. 15-20 oder nach Arlanda, das ist direkt in Stockholm, dorthin kommt man sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum normalen Preis.

    Campus

    Sehr modern und gepflegt alles, königlich eben. Bibliothek ist gut aber nicht so viel Ausleihbestand wie in Dortmund. Bücher für Kurse kauft man sich meist selbst. Es gibt mehrere Resaturants auf dem Campus, zwei dienen als Mensa mit “günstigen” Preisen ab 42 SEK. Es gibt auch Mikrowellen um mitbegrachtes aufzuwärmen.

    Vorlesungen

    Das Semester ist in zwei stupy periods geteilt, in der man so ca. 3-4 Kurse belegt. Diese finden oft unregelmäßig mehrmals die Woche statt, zu fast jedem Kurs gibt es assignments, die entweder Hausaufgabenzettel sind oder auch kleine Seminararbeiten von bis zu 10 Seiten. Meist sind auch irgendwelche Vorträge vorzubereiten, da wird mehr Wert darauf gelegt als bei uns. Dann folgt eine Klausurrunde und die nächste period geht los. Man sollte immer das erste Mal bei den Vorlesungen dabei sein, um eventuell. englische Sprache zu verlangen, denn wenn sich keiner meldet wird oft doch auch schwedisch umgeschaltet.

    Studenplan muss man sich zusammensuchen, es gibt eine Liste von englischen Kursen (alles im Internet mit ein bisschen rumklicken erreichbar).Das studyhandbook ist das Vorlesungsverzeichnis. Den Studenplan macht ein scedule generator: http://schema.sys.kth.se/

    Man kann sagen, dass die credits dort eher dem Arbeitsaufwand entsprechen, als in Dortmund (zumindest im FB BCI). Man schafft es gut, die empfolenen 30 credits pro Semester zu schaffen. Die ECTS credits für die Kurse sind sofort angegeben und einfach in schwedische credits umzurechnen: durch 1,5 teilen. Problematisch ist zur Zeit noch das Notensystem. Es gibt nur 3 Noten: 5 (beste), 4 und 3 (bestanden). (man kann auch nicht-bestehen). Also sehr gut, gut und ausreichend.

    In Dortmund (Fachbereich BCI) erfolgte keine Anerkennung der Noten! sehr ärgerlich, wo ich doch 1,0 er nach Hause gebracht hätte.

    Wohnen

    Ich hatte das Glück im größten Wohnheim in Lappkärrsberget, kurz Lappis unter zu kommen. Das Zimmer hat eine eigene Badzelle, die Küche teilt man sich mit 11 anderen. Die Kosten belaufen sich auf 2900 SEK, ca. 310 Euro pro Monat. Wer sich innerhalb der Frist bewirbt bekommt von der KTH ein Zimmer besorgt. Wer im Frühling kommt: Die Miete ist im Juni und Juli frei, man kann minndestens den Juni noch bleiben und herum reisen.

    Mit etwas Glück kommt man in einen Korridor mit vielen Austausch-Leuten, mit den Schweden auf dem Flur ist es etwas schwieriger in Kontakt zu kommen. In anderen Wohnheimen sind die Preise ähnlich, allerdings liegen sie oft weit weg von der Innenstadt. Lappis ist recht an der Stockholm University und 1 Tunnelbana Haltestelle von der KTH, der technischen Uni entfernt. Zur Stadtmitte (T-Centralen sind es 4 Haltestellen. Die Umgebung ist super: eigener kleiner Strand und Wald rund um das Wohnheim.

    Unterhaltskosten

    Miete: 2700 SEK
    Fahrkarte (es gibt kein Studententicket) 600 SEK/Monat
    Mensaessen 42 SEK /stück
    Bierpreise in Clubs: 35-50 SEK

    Nachtleben und Kultur

    Man kann natürlich nett ausgehen in Stockholm. Gewöhnungsbedürftig sind Sperrstunde und Altersgrenzen (meist 20-23). Jeder Club hat eine Schließzeit, z.B. 2h oder 3h. ganz wenige haben auch bis 5 offen, danach geht man eben zu nächsten Korridorparty im Wohnheim oder zum Strand. Angenehm (für mich ) war das Rauchverbot in Clubs: darf man nur vor der Tür. Etwas seltsam sind auch Alkoholverbotszonen in Parks, was aber eher graue Theorie zu sein scheint. Ein Reiseführer ist zu empfehlen, am besten in Englisch, damit auch der nicht-deutschsprachige Nachtbar mal darin blättern kann. Man sollte besonders am Anfang darauf achten, nicht zu viel mit deutschsprachigen Leuten herumzuhängen, damit man sich es angewöhnt, möglichst nur englisch (oder eben schwedisch) zu reden. Sonst läuft man Gefahr ein Semester in Stockholm zu verbringen und nur deutsch zu sprechen, zu viele Austauschler kommen aus Deutschland, Österreich, Schweiz.

    Sonstige Tipps und Infos

    Stockholm hat ein super Tunnelbahn (U-Bahn) –Netz. Viele besorgen sich Fahrräder, die oft nicht wirklich billig sind aber in Stockholm kann man gut herum fahren mit dem Rad.

    Mentoren werden vom ISS organisiert: http://www.ths.kth.se/service/iss/index.html Es gibt auch eine Art Orientierungs-Phase, die absolut empfehlenswert ist. Unbedingt Termine checken und ca. eine Woche vor Beginn der Vorlesungszeit anreisen. Sprach-tandem Programm gibt es im language office:http://language.lib.kth.se/

    Tipp: wer ein Konto bei der SEB Bank in Deutschland hat, kann kostenlos Geld abheben. Es kostet ca. 5 Euro. Eine Kreditkarte ist sehr empfehlenswert, da es nur 1% Auslandsgebühr kostet, billiger als Geld mit der EC-Karte zu holen. Man kann wirklich fast jedes Kaugummi mit der Kreditkarte zahlen. Ein Konto bei der SEB kostet monatlich ein paar Euro, es ist kein Problem eines zu eröffnen falls man es für nötig hält, ich hatte keins.

    Es gibt sehr günstige Prepaid-Anbieter, z.B. Comviq (Tele2) mit verschiedenen Tarifen (prisplan). Bei Comviq Kompis telefoniert man untereinander zum festpreis von 69 Öre.SMS 20 Öre. Es gibt einen speziellen Auslandstarif, aber besser ist skype-out.

    Skype (www.skype.com) ersetzt das Festnetztelefon: in allen Wohnheimzimmer gibt es einen sehr schnellen Internetanschlus ohne extra Kosten. Dafür muss man sich manchmal anmelden falls er nicht von selbst funktioniert, Anmeldung im accommondation office.

    Sonstige Tipps und Infos

  • Veranstaltungen (schwedisch): www.kalendarium.se
  • Inoffizielle hompage Wohnheim(wer z.B. noch verspätet ein Zimmer sucht, hier gibt’s Angebote: www.lappis.org
  • Schwedische Zeitung vom Computer vorlesen lassen: www.8sidor.se
  • Touriinfos: www.stockholmtown.se
  • Ein Muss sind ein paar Tage in den Scheren-Inseln vor Stockholm (siehe auch stockholm seite): http://www.waxholmsbolaget.se/
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