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Ein Semester studieren in Portugal – Aber bitte auf Englisch!

Zwischen Porto und Coimbra in Portugal liegt das schöne Städtchen Aveiro. Anna studierte hier ein Semester an der Universidade de Aveiro angewandte Sprachwissenschaften. Ihre Eindrücke und Erlebnisse schildert sie zusammen mit einigen nützlichen Tipps in ihrem Erfahrungsbericht.

Zwischen Porto und Coimbra in Portugal liegt das schöne Städtchen Aveiro. Anna studierte hier ein Semester an der Universidade de Aveiro angewandte Sprachwissenschaften.
Zwischen Porto und Coimbra in Portugal liegt das schöne Städtchen Aveiro. Anna studierte hier ein Semester an der Universidade de Aveiro angewandte Sprachwissenschaften.

Vorbereitungen und Anreise

Bewerbung und Einschreibung

Ich habe mich bereits im Dezember 2004 bei meinem Fachbereich um einen Platz im Erasmus-Programm beworben, da ich zunächst vorhatte, mein Auslandssemester im Sommersemester 2006 zu absolvieren. Für die Bewerbung benötigte ich einen englischsprachigen Lebenslauf, ein Transcript of Records meiner bisher erbrachten Leistungen, sowie ein Motivationsschreiben in englischer Sprache. Anfang 2005 erhielt ich die Zusage und musste mich nun bei der Universidade de Aveiro direkt bewerben. Zu diesem Zweck musste ich ein Bewerbungsformular ausfüllen, sowie ein Learning Agreement zusammenstellen. Dies erwies sich als etwas kompliziert. Laut Prüfungsordnung mussten meine Kurse im Ausland englischsprachig sein. Aus den online Informationen der Universidade de Aveiro war jedoch nicht ersichtlich, auf welche Kurse dies zutraf.

Schließlich erhielt ich von meiner Koordinatorin, Susan Howcroft, eine Liste mit ca. acht Kursen, aus denen ich vier auswählen konnte. Mit vier Englischkursen und einen Portugiesisch- Sprachkurs á jeweils 6 ECTS Punkten kam ich dann auf die von Erasmus geforderten 30 Punkte. Obwohl meine eigene Prüfungsordnung nur 21 Punkte vor schrieb, musste ich dieses Kriterium erfüllen.

Im Herbst 2005 stellte sich heraus, dass ich aus persönlichen Gründen mein Auslandssemester um ein halbes Jahr verschieben musste. Dies war vollkommen problemlos möglich. Auf die zwei verfügbaren Plätze im Wintersemester 2006/2007 hatte sich lediglich eine weitere Studentin beworben. Allerdings musste ich mein Learning Agreement erneut überarbeiten, da in Aveiro im Wintersemester andere Kurse angeboten wurden, als im Sommersemester. Schließlich erhielt ich im Juni 2006 den Letter of Acceptance meiner Gasthochschule.

Finanzierung

Durch Erasmus wurden die Studiengebühren an der Universidade de Aveiro bezahlt; des Weiteren erhielt ich monatlich eine Förderung von 100 Euro. Alle zusätzlichen Kosten habe ich privat getragen. Die private Unterkunft in einer Wohngemeinschaft war sehr günstig: Ich habe 120 Euro Miete zuzüglich Nebenkosten bezahlt. Die Lebenshaltungskosten waren dort auch sehr günstig.

Dokumente

Für Portugal habe ich weder ein Visum noch eine Aufenthaltsgenehmigung benötigt. Ich hatte zwar einen Reisepass, wäre aber auch mit meinem Personalausweis ausgekommen.

Sprachkurs

Direkte Vorkenntnisse des Portugiesischen konnte ich vor meiner Bewerbung noch nicht aufweisen. Ich konnte allerdings ein wenig Spanisch und stieg deshalb etwa ein knappes Jahr vor meiner Abreise in den Kurs Portugiesisch 3 an der Volkshochschule ein. Leider bietet das Sprachenzentrum der Uni Dortmund kein Portugiesisch an. An der Volkshochschule lernte ich in den zwei Semestern recht grundlegende Dinge. Der Kurs war eher für Urlauber konzipiert. Dennoch konnte ich ein Gefühl für die Sprache entwickeln und mir ein kleines Grundvokabular aneignen.

Ankunft

Die Anreise nach Aveiro verlief reibungslos. Ich hatte einen Flug für den 3. September von Köln-Bonn nach Porto gebucht. Der Flug dauerte knapp drei Stunden. Von Porto aus musste ich noch etwa eine halbe Stunde mit der Metro und eine weitere Stunde mit dem Zug fahren. Gegen Abend kam ich in Aveiro an und wohnte die ersten Tage in einer Pension, da ich leider kein Zimmer im Wohnheim bekommen hatte.

Am zweiten Tag bin ich direkt zur Uni gegangen und habe mich im International Office gemeldet. Dort wurde uns ein Erasmus-Buddie zugeteilt, d.h. ein portugiesischer Student, der sich ein bisschen um uns kümmern und bei der Wohnungssuche helfen sollte. Auch die Einschreibung erfolgte im International Office. Dafür benötigte ich den Letter of Acceptance, mein Learning Agreement, sowie zwei Passbilder. Mir wurde dann ein Studentenausweis ausgestellt und ich erhielt eine Matrikelnummer. Damit konnte ich dann auch zur Bibliothek gehen, wo ich den Barcode für die Bücherausleihe erhielt.

Während der ersten 10 Tage hatte das International Office zusammen mit der Students Association ein straffes Programm organisiert. Neben zahlreichen Kennenlernparties wurde uns der Campus vorgestellt, ein Bustrip durch die Stadt und an den Strand gemacht, sowie Museen besucht.

Die Uni

Campus

Erste Ansprechpartnerin in allen Fällen war Helena Barbosa, international student advisor, im International Office. Um zu Helena zu gelangen musste man sich stets beim Empfang des Rektoratsgebäudes melden. Dort erhielt man einen Besucherausweis und wurde im International Office angemeldet. Nur in Begleitung eines Sicherheitsdienstes durfte man den Fahrstuhl betreten, der einen in den zweiten Stock brachte. Helena war im Grunde immer ansprechbar und hilfsbereit. Sie hatte allerdings auch sehr viel zu tun, da ständig neue Studenten ankamen, die zuerst versorgt werden mussten.

Im Department of Languages and Cultures hatte ich einen neuen Koordinator. Nicht mehr Susan Howcroft war für mich zuständig, sondern Paulo Perez. Dieser war mir bei der Erstellung meines Stundenplans behilflich und auch ansonsten immer für Fragen offen. Bei meiner Ankunft stellte sich heraus, dass es einige Überschneidungen bei meinen Kursen gab, sodass ich einen meiner gewünschten Kurse nicht besuchen konnte. Ich wählte daraufhin einen anderen Englischkurs. Dieser Wechsel musste sowohl von meinem Koordinator in Aveiro als auch in Dortmund abgesegnet werden. Das Learning Agreement ging mehrmals hin- und her bis dies schließlich geregelt war.

Die Mensa an der Universidade de Aveiro hatte sowohl mittags als auch abends geöffnet. Man erhielt für 1,95 Euro eine reichhaltige Mahlzeit: Brot, Suppe, Salat, Hauptgericht, Nachtisch und Getränk waren inklusive. Es gab immer abwechselnd Fisch oder Fleisch. Eines von beiden war das reguläre Hauptgericht. Wenn man dies nicht mochte, konnte man 50 Cent extra zahlen und erhielt dann das jeweils andere. Die Auswahl war also nicht sehr groß, aber man wurde immer satt. Allerdings musste man zu den Stoßzeiten häufig sehr lange anstehen. Unterhalb der Mensa, sowie im Rektoratsgebäude und neben dem Department of Languages and Cultures habe ich Cafeterien besucht, wo man generell sehr günstig Kaffee trinken und kleine Snacks zu sich nehmen konnte. Ich bin aber sicher, dass es in den anderen Departments noch weitere Cafeterien gab.

Die Bibliothek war sehr gut ausgestattet, sowohl an Literatur, als auch bezüglich der Lese und Lernmöglichkeiten. Genügend Computer mit Internetzugang, als auch Lesesäle und kleinere Lernräume waren vorhanden. In meinem Department gab es zwei Computerräume, die immer genutzt werden konnten, wenn dort kein Unterricht stattfand. Die Zugangsdaten erhielt jeder Student bei der Einschreibung.

Vorlesungen

Meine Kurse an der Universidade de Aveiro mussten laut meiner Prüfungsordnung englischsprachig sein. Aus diesem Grund hatte ich keine Probleme, dem Unterrichtsverlauf zu folgen. Viele meiner Kommilitonen hatten jedoch Schwierigkeiten, im portugiesischsprachigen Unterricht mitzukommen. Das Niveau meiner Kurse war insgesamt etwas niedriger als erwartet. Die Englischkenntnisse der portugiesischen Studenten erschienen mir wesentlich geringer als die der Deutschen bei vergleichbarem Lernstand. Auch inhaltlich gab es in meinen Kursen viele Überschneidungen. Themen in fast jedem Kurs waren Interkulturalität, Medien und Kurzgeschichten. Hier konnte ich ohne viel Aufwand gut mithalten. Schön am Unterricht waren jedoch die Rahmenbedingungen. Die Kurse waren insgesamt recht klein (nie mehr als 30 Studenten), wodurch man stets Gelegenheit zur Mitarbeit bekam. Häufig waren viele Erasmus-Studenten in einem Kurs, wodurch vieles spannender wurde (gerade das Thema Interkulturalität). Auch die Unterrichtsmethoden waren vielfältiger als ich es aus Dortmund kenne. In einem Kurs bestand eine Prüfungsleistung aus der Erstellung, Durchführung und Auswertung einer Befragung. Ich habe auch an einer Gruppendiskussion als mündliche Prüfung teilgenommen. In den meisten meiner Kurse konnte ich meine Punkte durch „Continuous Evaluation“ erwerben. D.h. es gab keine große Abschlussprüfung, sondern immer wieder kleine Tests und Hausarbeiten während des Semesters. Dies fand ich sehr angenehm. Es war sehr leicht, zu den Professoren ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. In der Regel waren sie sehr interessiert an unseren Heimatländern, unheimlich herzlich und hilfsbereit was sowohl den Unterricht als auch die Freizeit anging. Sie waren immer bemüht, sowohl persönliche als auch universitäre Probleme so schnell wie möglich gemeinsam mit dem Studenten zu lösen. Dies hat mir sehr gut gefallen. Manche Dozentinnen haben uns mit Küsschen begrüßt und haben uns einen Kaffee ausgegeben wenn sie den Eindruck hatten, wir würden gerne mit ihnen reden. Leider habe ich es versäumt, mich für den Erasmus Intensive Language Kurs anzumelden, da ich die Fehlinformation hatte, dass ein solcher Kurs in diesem Semester nicht stattfinden würde. Tatsächlich fand der Kurs ab dem 4. September für vier Wochen statt und es wäre sinnvoll gewesen, ihn zu besuchen. Stattdessen konnte ich nur an dem Sprachkurs teilnehmen, der während des Semesters lief. Hierzu gab es Anfangs einen Einstufungstest. Da ich schon einige Kenntnisse in der Volkshochschule erworben hatte, kam ich in den Kurs, den auch die Teilnehmer des Intensivkurses besuchten, d.h. für Anfänger mit Vorkenntnissen. Der Kurs fand zweimal wöchentlich für jeweils 105 Minuten statt und war sehr gut besucht. Es waren etwa 40 Studenten in dem Kurs, was das Lernen teilweise erschwerte. Wir arbeiteten viel mit Arbeitsblättern und mussten in Gruppen ein Referat über unser Heimatland halten. Am Ende gab es einen Abschlusstest.

Tipps zum Leben und Wohnen

Wohnen

Ich hatte mich bei meiner Bewerbung auch für einen Platz im Studentenwohnheim beworben, jedoch eine Absage erhalten. Zunächst hielt ich dies für einen großen Nachteil. Als ich in Aveiro ankam wohnte ich zunächst für einige Tage in einer Pension für etwa 20 Euro pro Nacht. Doch bereits am zweiten Tag erhielt ich Unterstützung auf der Wohnungssuche durch einen Erasmus-Buddie.

Am dritten Tag hatte ich dann auch ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft gefunden welches mir zusagte. Ich wohnte mit zwei weiteren Deutschen und zwei Portugiesinnen zusammen. Jede von uns hatte ein eigenes Schlafzimmer, des Weiteren verfügte die Wohnung über zwei Badezimmer, eine Küche und ein Esszimmer. Die Miete betrug 120 Euro zuzüglich Nebenkosten, eine Kaution musste nicht hinterlegt werden. Die Vermieterin kam jeden Monat am 20. um die Miete persönlich in bar abzuholen. Es gab keinen Vertrag. Die Zimmer waren ausgestattet mit Bett, Schreibtisch, Stuhl und Kleiderschrank. Geschirr und Besteck mussten wir uns anfangs kaufen. Die Wohnung lag genau zwischen Universität und Stadtzentrum, beides war innerhalb von fünf Minuten zu Fuß zu erreichen.

Alle meine Bekannten haben ähnliche Erfahrungen mit ihrer Wohnung gemacht. Innerhalb von ein paar Tagen hatte jeder eine Unterkunft. Häufig hatten sich einige Erasmus- Studenten zusammen getan. Es gab Gebäude, in denen mehr Erasmus-Studenten als Portugiesen gewohnt haben. Auch preislich lagen alle im Bereich zwischen 100 und 150 Euro.

Die Wohnheimzimmer waren meines Wissens nach preislich und von der Ausstattung her ähnlich wie ein WG-Zimmer. Allerdings waren die Toiletten auf dem Gang untergebracht und mussten von etwa 10-15 Personen geteilt werden. Es gab sogar nur eine Küche pro Gebäude, d.h. sie wurde von etwa 40 Personen genutzt. Aus diesem Grund war ich dann doch sehr zufrieden mit meiner Wohngemeinschaft, vor allem weil sie auch viel zentraler lag.

Unterhaltskosten

Wie bereits erwähnt betrug meine Miete 120 Euro zuzüglich Nebenkosten im Monat. Außer Haus konnte man sehr günstig Essen gehen und Cafés besuchen. Für unter 10 Euro konnte man im Restaurant ein komplettes Menu bekommen, auch die Getränke waren in den Cafes unheimlich billig (Kaffee ab 50 Cent). Diese Möglichkeit haben wir relativ häufig genutzt, denn das soziale Leben Portugals spielt sich sehr stark in Cafés und Restaurants ab.

Auch das Einkaufen von Lebensmitteln war günstig, verhältnismäßig allerdings nicht so billig wie das Essengehen. Kleidung konnte man in vielen Fällen günstiger erwerben als in Deutschland, vor allem spanische Marken. Da ich in Aveiro nicht Auto gefahren bin kann ich zu den Benzinpreisen nichts sagen, hatte aber den Eindruck dass sie etwas niedriger waren als in Deutschland.

In vielen Museen und kulturellen Veranstaltungen erhielt man als Student eine Ermäßigung. Das Kino kostete generell in jeder Vorstellung für Studenten vier Euro und alle Filme wurden im Original gezeigt.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Bahnfahren war in Portugal sehr günstig. Die 70 Kilometer von Aveiro nach Porto konnte man mit einem „urbano“ für 1,90 Euro innerhalb einer Stunde zurücklegen. Nach Lissabon (ca. 270km) kostete die einfache Fahrt 16 Euro aufwärts. Mit dem Bus sind wir regelmäßig an den Strand gefahren (ca. 5km) die Fahrt dauerte etwa 20-30 Minuten und kostete 1,45 Euro. Fahrpläne erhält man im Touristenbüro oder am Bahnhof.

Eine besonders praktische Einrichtung in Aveiro sind die Bugas, dabei handelt es sich um grüne Fahrräder, die man sich kostenlos für einen Tag ausleihen kann. Man muss dafür nur einen Ausweis (kann auch ein ungültiger sein, solange der Name darauf steht) hinterlegen. Die Bugas müssen eigentlich bis 19 Uhr zurückgebracht werden, viele Studenten behalten sie in Ermangelung eines Autos jedoch mehrere Tage. Es kann allerdings passieren dass sie vom Buga-Dienst eingesammelt werden wenn sie herrenlos in der Stadt stehen. Im Grunde kann man innerhalb von Aveiro alles in maximal einer halben Stunde zu Fuß erreichen, manchmal, gerade zum Einkaufen, ist jedoch so ein Fahrrad sehr praktisch.

Kontakte

Wie bereits erwähnt war die wichtigste Ansprechpartnerin für alle Angelegenheiten Helena Barbosa. Sie konnte uns immer weiterhelfen, egal worum es ging. Eine Freunde hatte Probleme mit ihrem Mietvertrag, da hat Helena ihr einen Anwalt organisiert, nur um ein Beispiel zu nennen. Mit ihr zusammen arbeitet im International Office noch Niall Power, der ebenfalls sehr hilfsbereit und entgegenkommend war.

Die Uni hat ein sehr breites Sportangebot, wo für jeden Geschmack etwas dabei ist. Es ist allerdings etwas kompliziert, daran teilzunehmen, denn man benötigt ein Gesundheits- Zertifikat. Die kann vom Universitäts-Arzt ausgestellt werden. Leider war dieser Arzt zu Beginn meines Semesters sehr beschäftigt und hatte wochenlang keine Termine frei.

Alternativ kann man das Zertifikat in einem Krankenhaus ausstellen lassen, was allerdings eine Gebühr kostet. Die dritte Möglichkeit ist, das Zertifikat von seinem Hausarzt in Deutschland anzufordern und es entweder selbst mitzubringen oder sich schicken zu lassen. Es muss allerdings in portugiesischer oder englischer Sprache verfasst sein. Ich habe es irgendwann aufgegeben und habe stattdessen privat Sport getrieben (zahlreiche Parks bieten sich zum Joggen an). Es besteht auch die Möglichkeit, Mitglied in einem Fitnessstudio zu werden, ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es Kurzzeitverträge für ein Semester gibt.

Nachtleben / Kultur

Generell geht man in Portugal sehr spät aus, normalerweise nicht vor 23 Uhr. Das Nachtleben von Aveiro spielt sich in erster Linie auf der „Praça do Peixe“, dem Fischmarkt ab. Rund um den Marktplatz, wo früh morgens frischer Fisch verkauft wird, sind die Bars und Kneipen der Stadt angesiedelt. Wir Erasmus-Studenten haben uns meist in einer der größten Bars getroffen, was sehr praktisch war, denn man musste sich im Grunde nicht verabreden. Ist man gegen Mitternacht dorthin gekommen, hat man immer Freunde getroffen. Der Fischmarkt ist von Mittwoch bis Samstagnacht erste Anlaufstelle für alle Studenten von Aveiro. Besonders zu Beginn des Semesters, als es noch wärmer war, tummelten sich die Studenten die ganze Nacht in- und außerhalb der Bars. Die Atmosphäre dort ist immer sehr lebhaft. Die Bars schließen allerdings offiziell um zwei Uhr morgens. Danach gibt es noch die Möglichkeit in den einzigen Club der Stadt „Club 8“ zu gehen (zehn Minuten vom Fischmarkt entfernt) oder mit dem Taxi in einen etwas weiter entfernten Club „Estacião da Luz“ (ca. 8 Euro) zu fahren.

Um einzukaufen bieten sich in Aveiro die beiden großen Einkaufszentren an. Das Forum befindet sich mitten im Zentrum und bietet viele Kleidungsgeschäfte, ein Kino und Gastronomie. Etwas weiter außerhalb befindet sich das Glicinias, mit einem riesigen Supermarkt, Kino, Gastronomie und weiteren kleinen Geschäften.

Ausflüge lohnen sich auf jeden Fall in Form von Städtetrips nach Porto im Norden und Coimbra im Süden, beide etwa eine Stunde entfernt. In Porto empfiehlt sich besonders eine Portweinprobe, in Coimbra sollte man sich die 400-jahre alte Universität nicht entgehen lassen. Für Lissabon sollte man möglichst ein ganzes Wochenende einplanen. Auf dem Weg dorthin lohnt sich auch ein Zwischenstopp in Peniche, dem westlichsten Ort Europas. Im Dezember haben wir einen von der Uni organisierten Ausflug in das Serra Estrela Gebirge östlich von Aveiro gemacht. Auf dem höchsten Punkt Kontinentalportugals auf knapp 2000m kann man im Winter sogar Skifahren.

Sonstiges

Ich habe in Portugal immer meine Visa Karte benutzt. Ich habe eine Karte, mit der in weltweit gebührenfrei Bargeld abheben kann (diese gibt es bei der Deutschen Kreditbank). Aus dem Grund habe ich kein neues Konto eröffnet. Man kann allerdings in Portugal immer nur 200 Euro auf einmal abheben. Dies ist zu Bedenken falls man z.B. mit der ersten Miete eine Kaution zahlen muss oder ähnliches.

Da ich privat versichert und Beihilfe berechtigt bin, habe ich keine zusätzliche Auslands-versicherung abgeschlossen. Meine Versicherung und Beihilfestelle übernehmen i.d.R. alle Kosten zum im Wohnort geltenden Satz. Hätte ich also in Portugal einen Arzt besuchen müssen, hätte ich den Betrag zurückbekommen, den ich in Dortmund bezahlt hätte.

Man kann in Portugal sehr günstig über Handy telefonieren. Ich hatte eine Prepaidkarte der Firma Uzo und konnte für sechs Cent SMS verschicken und für zwölf Cent telefonieren. In unserer WG war ebenfalls ein Festnetz vorhanden, welches wir mitnutzen konnten. Dies fand ich allerdings im Verhältnis relativ teuer und habe mich hauptsächlich aus Deutschland anrufen lassen.

Internet war auf dem gesamten Campus wireless verfügbar, allerdings waren Programme wie Messenger oder Skype nicht nutzbar. Um diese zu nutzen konnte man auf das Netz der Einkaufszentren (Forum, Glicinias) oder Internetcafés (Aveiro Digital) zurückgreifen. Die meisten Wohnungen, die ich kennengelernt habe, hatten kein Internet. Jedoch war es recht unkompliziert und günstig, dies einrichten zu lassen. Ich hatte in Aveiro keinen Nebenjob. Auch die wenigsten meiner Bekannten haben nebenbei gearbeitet. Man wollte die begrenzte Zeit ungern beim Arbeiten verbringen. Die einzigen, die ich kenne, waren in einem Schnellrestaurant auf dem Fischmarkt beschäftigt.

Sonstige Tipps und Infos

  • www.ua.pt (Homepage der Uni)
  • http://acesso.ua.pt/ects/en/default.asp (ECTS Information Package)
  • http://www2.dlc.ua.pt/PLE.asp (Portugiesisch Sprachkurse der Uni)
  • www.dkb.de (Deutsche Kreditbank)
  • http://www.hostelz.com/l/de/hostel/54632-Lisbon-Easy-Hostel (sehr gute Jugendherberge in Lissabon)
  • www.cp.pt (Zugfahrpläne)
  • http://elearning.ua.pt/ (online Lernplatform der Uni Aveiro)
  • Helena Barbosa: hbarbosa@adm.ua.pt, +351-234370200
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