Erfahrungsbericht Porto
Gisela Wiedemann war Austauschstudentin in Porto von 9/2004 – 2/2005.
Die Uni von Porto hat zirka 30.000 Studenten, davon 500 Erasmus-Austausch-Studenten. Die Fakultäten sind über das ganze Stadtgebiet verstreut. Die Stadt an sich ist von der Lage und der Stimmung sehr schön, nur darf man nicht allzu genau hinschauen, da gerade das Zentrum leider sehr heruntergekommen ist und über die Hälfte der Wohnungen leer steht. Trotzdem kann man da schön wohnen. An den ersten Tagen: Möglichst bald nach der Ankunft begibt man sich zum „Serviço de Relações Internacionais“ (SRI). Dort bekommt man einen Studentenausweis und jede Menge Informationen (Wohnen, Leben, Veranstaltungen für ausländische Studenten, zuständigen Koordinator an der Fakultät…) und kann auch Studenten vom „Erasmus Student Network“ (ESN) treffen.
Adresse: Rua D. Manuel II P-4003-806 Porto Portugal Tel.: +351 226 073 528 Fax: +351 226 064 694 E-mail:sri@reit.up.pt Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 14.30 – 17.00 Uhr
Sprachkurse werden in 5 Schwierigkeitsgraden angeboten. Für Studenten, die an der Faculdade de Letras studieren, sind sie umsonst, ansonsten kosten sie ungefähr 250 Euro für ein Semester mit 4 Wochenstunden. Vor Semesterbeginn gibt es noch einen Intensivkurs für Anfänger (Informationen unter: http://www.letras.up.pt/deper/). Portugiesen sprechen meist auch Englisch, sodass man damit auch weiter kommt. Lehrveranstaltungen sind fast immer auf Portugiesisch, Arbeiten kann man, wenn man mit dem Professor spricht, aber oft auch auf Englisch abgeben.

Wohnheimplätze gibt es nur für wenige Austauschstudenten. Es sind meist Doppelzimmer (mit anderen Austauschstudenten, nicht mit Portugiesen) mit Bad. Küche gibt es oft keine. Die Bewerbung findet mit der Abgabe der allgemeinen Einschreibe-Unterlagen statt. Wenn man noch kein Zimmer hat, wenn man nach Porto kommt, kann man recht günstig in der Jugendherberge übernachten (http://www.pousadasjuventude.pt). Für die Zimmersuche kann man vom SRI eine Liste mit freien Privat-/WG-Zimmern bekommen, bei denen man selbst anrufen muss, oder nach Aushängen in der Uni schauen. Beim Telefonieren kann man sich von den Leuten vom ESN helfen lassen.
Achtung: Alte Häuser, auch Uniräume, haben oft keine Heizung. Winterliche Durchschnittstemperaturen von vielleicht 10 - 12 Grad klingen zwar recht warm, aber dauerhaft auch in der Wohnung sind sie dann doch recht unangenehm. Also: Wollpullover und Wollsocken mitnehmen.

Portugal ist billiger als Deutschland aber nicht so viel. Billiger sind meist Dienstleistungen (Kino, Kneipen, Restaurants, Verkehrsmittel). Lebensmittel sind annähernd genauso teuer. Wohnen ist manchmal etwas billiger, aber die Verhältnisse sind dann auch viel einfacher bzw. die Wohnungen sehr alt.
Wer nicht immer 4 Euro zahlen möchte, um Geld abzuheben, kann z. B. bei der „Caixa Geral de Depósitas“ ein Konto eröffnen. Dazu braucht man allerdings eine Steuernummer (número fiscal), die man in einer Steuerbehörde bekommt. (Einfach bei der Bank fragen, wo die nächste ist.) Ansonsten kann man fast überall mit EC-Karte zahlen, Geldautomaten gibt es wie Sand am Meer.
Auf den Unterlagen, die man von der Uni zugeschickt bekommt, steht alles drauf, was man braucht. Kurse soll man sich offiziell vorher heraussuchen, aber das ist nur pro forma, da man über das Internet z. B. nicht herausfindet, wann sie genau stattfinden. Die genauen Fächer spricht man dann mit seinem Koordinator an der Fakultät ab.
Hinweis: Da Portugiesen keine allgemeine sondern nur fachgebundene Hochschulreife kennen, können sie auch immer nur an einer Fakultät studieren. Wenn man sich als Ausländer an einer Fakultät einschreibt, aber an einer anderen auch Kurse belegen will, steht man vor großen bürokratischen Problemen, da die Portugiesen so etwas nicht gewöhnt sind. Das gleiche kann gelten, wenn man einen Austauschplatz von einer anderen Fakultät haben möchte. Aber nicht nachgeben, es geht dann doch!
Fahrrad fahren in Porto ist zwar möglich, aber meiner Ansicht nach lebensgefährlich – also Busfahren oder Laufen. Es gibt Monatskarten nach Stadtzonen für die Busse gegenüber dem Bahnhof São Bento (STCP). Studentenkarten für den Großraum Porto lohnen sich nur, wenn man außerhalb wohnt. Fernbusse (billiger als Züge!) vom Zentrum fahren z. B. vom Busbahnhof in der Rua de Alexandre Herculano.

Weggehen ist in Portugal recht billig. Kneipen machen ab 22 Uhr auf. Es gibt eine Kneipenrally vom ESN zum Kennenlernen der Kneipen, ansonsten viele im Zentrum und entlang des Flussufers. Kinos gibt es in allen großen Einkaufszentren, in der Zeitung findet man auch Informationen zu kleinen Kinos. Mit Sport ist es in Porto etwas schwierig. Das Sportangebot an der Uni ist begrenzt und auch recht teuer. Ansonsten kann man z. B. Surfen, auf dem Fluss rudern, im Meer baden oder außerhalb wandern (sehr schöne Landschaft!).


