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Ein Jahr in Gdansk – Moritz studierte ein Jahr in Polen und erzählt uns seine Eindrücke

Moritz hat für ein Jahr an der Politechnika Gdansk Raumplanung studiert und berichtet über seine Erfahrungen und Eindrücke.

Moritz hat für ein Jahr an der Politechnika Gdansk Raumplanung studiert.
Moritz hat für ein Jahr an der Politechnika Gdansk Raumplanung studiert.

Bewerbung und Vorbereitung

Der erste Schritt der Bewerbung war zunächst eine formlose Bewerbung per E-Mail an Dr. Sebastian Müller. Hier habe ich nur mitgeteilt, in welchem Zeitraum ich ins Ausland gehen wollte und in welches Land bzw. in welche Stadt. Bei einem Treffen aller Interessierten wurden dann durch Diskussion und Kompromisse geklärt wer wohin bzw. wann wohin geht. Das war in meinem Fall allerdings kein Problem, da wir nicht so viele Interessenten für Gdansk waren.

Der nächste Schritt war dann die formale Anmeldung mit Learning Agreement bei Socrates/Erasmus. Das war in meinem Fall nicht ganz so einfach, da in Gdansk lediglich Architektur und nicht Raumplanung angeboten wird. Ich habe mich letztendlich für mehrere städtebauliche Entwürfe angemeldet. Die genaue Zusammenstellung des Stundenplans haben wir, alle Erasmusstudenten an der Fakultät Architektur in Gdansk, dann gemeinsam mit unserer Koordinatorin in Gdansk erstellt. Das war eigentlich weiter kein größeres Problem. ECTS musste ich in meinem Fall nicht nachweisen.

Finanziert wurde ich in der Zeit in Gdansk von meinen Eltern. Außerdem erhielt ich eine Förderung von Sokrates. Für Polen ist kein Visum oder ähnliches erforderlich. Allerdings ist ein Reisepass für eventuelle Reisen nach Russland (Kaliningrad) erforderlich.

Ich habe ca. ein dreiviertel Jahr vorher begonnen bei der VHS Polnisch zu lernen. Außerdem werden im Sommer Sprachkurse für Erasmusstudenten angeboten. Diese sind, wenn ich die anderen Erasmusstudenten richtig verstanden habe, wohl kostenlos bzw. werden finanziell gefördert. Hier sollte man sich allerdings im Voraus ganz genau bei seinen Ansprechpartnern und Socrates erkundigen. Ich selbst habe mich zwar nach möglichen Sprachkursen erkundigt, habe von dieser Möglichkeit aber erst von den anderen Erasmusstudenten in Gdansk erfahren. Es werden wohl außerdem Sprachkurse beim AAA angeboten. Auch hier gilt es sich frühzeitig (Mai, Juni im Jahr vor dem Auslandssemester) zu kümmern.

Während des Aufenthaltes

Anreise

Die Anreise von Dortmund nach Gdansk, sei es mit dem Flugzeug, Auto oder mit der Bahn ist kein Problem. Man sollte vorher in Gdansk mitteilen wann und wo (Flughafen, Bahnhof) man ankommt und wird dann von seinem persönlichen Mentor abgeholt. Oder wie in meinem Fall. Man verabredet sich in der Stadt und fährt dann gemeinsam zur Uni um alles weitere zu klären. Man sollte unbedingt die Sokratesunterlagen dabei haben! Die Einschreibeformalitäten sind kein großes Problem. Hier kümmert sich ebenfalls entweder der Sokrateskoordinator Architektur um alle Architekturstudenten (auch Raumplanung) oder aber der Mentor. Eine Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ist für ein bis zwei Semester nicht erforderlich.

Die Uni

Als Ansprechpartner stehen wie gesagt zunächst der Mentor und der Koordinator zur Verfügung. Bei Problemen findet man aber auch immer Hilfe im ESN-Büro. Hier werden auch die ersten Formalitäten erledigt. Eine Mensa wie wir sie kennen gibt es in Gdansk soweit ich weiß nicht. Allersings gibt es mehrere Cafeterien oder Studentenpubs in denen man zusammensitzten, trinken und essen kann.

Wie in Dortmund gibt es auch in Gdansk eine Hauptbibliothek sowie die Bibliotheken der einzelnen Fachbereiche. Im Fachbereich Architektur gibt es auch ein Menge englischer und deutscher Literatur. Für die Bibliotheksbenutzung und das Ausleihen von Literatur ist ein Bibliotheksausweis erforderlich. Um diesen kümmert man sich am besten auch in den ersten Tagen gemeinsam mit seinem Mentor. Frei zugängliche Computerräume habe ich an der Uni nicht gefunden. Die Studentenwohnheime sind aber alle mit Internetanschluss ausgestattet.

Die Vorlesungen waren alle auf Polnisch. Unser Professor hat uns gesagt, es reiche wenn wir die Übungen besuchen. Hier hat er sich dann am Ende immer noch Zeit für uns genommen und uns das wichtigste noch einmal auf Englisch erklärt. In anderen Vorlesungen oder Übungen hat man auch immer nette Studenten gefunden die einem das wichtigste nochmal ins Englische übersetzt haben.

An Prüfungen habe ich “nur” Entwürfe gemacht. Hier wurde wärend des Semesters alle zwei Wochen kurz präsentiert. Am ende gab es allerdings nicht wie bei uns eine Abschlusspräsentation sondern die Entwürfe wurden lediglich abgegeben und benotet. ECTS waren wie gesagt nicht erfoderlich. Die Professoren waren zu den Erasmusstudenten eigentlich alle sehr freundlich. Nur sollte man sich vereinbarungen am besten gleich schriftlich geben lassen. Und in Gdansk war das was die Professoren gesagt haben Gesetz.

Die meisten Professoren bzw. Dozenten sprechen eine Fremdsprache (Englsich, Deutsch, Französisch) Mit einem hablwegs akzeptablen Schulenglisch kann man sich schon recht gut verständigen. An der Uni wird außerdem einmal die Woche ein Polnischkurs angeboten. Der ist auf jeden Fall zu empfehlen. In meinem Fall überschnitt er sich leider mit anderen Kursen, so dass es für mich nicht möglich war regelmäßig hinzugehen. Aber es hat sich dennoch gelohnt. Außerdem wird bei Interesse ein weiterer Kurs privat für alle Erasmusstudenten angeboten. Dieser kostet allerdings 50 pln/h das macht allerdings wenn man mit 5 Leuten da ist nur 10 pln also ca 2-3 Euro pro Person.

Wohnen und Leben

Während meiner Zeit in Gdansk habe ich im Studentenwohnheim gelebt. Hier gibt es die Wahl zwischen Einzelzimmern (340 pln 80 – 90 Euro im Monat) und Doppelzimmern (ca. 75 Euro). Ich selbst habe mir ein Zimmer mit einem Studenten aus Italien geteilt und wir haben viel zusammen unternommen. Je nach Wohnheim sind immer ein Einzel- und ein Doppelzimmer eine Einheit mit Kühlschrank und Badezimmer. Die Küche befindet sich auf dem Flur. Waschmaschinen sind ebenfalls in den Wohnheimen vorhanden. In allen Zimmern sind Internet- und TV-Anschlüsse vorhanden. In unserer „dreier WG“ hatten wir immer viel spaß. Wir haben z.B. fast jeden Tag zusammen gekocht.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit sich eine eigene Wohnung oder auch eine WG zu suchen. Hierbei wird man vom ESN- Büro unterstützt. Die Mieten sind in Polen vergleichsweise niedrig. Ich denke, dass man für 150 Euro im Monat schon eine vernünftige Wohnung findet. Genau kann ich das allerdings nicht sagen, da ich es nicht ausprobiert habe. Man wird auf jeden Fall die nötige Unterstützung in Gdansk bekommen.

Die Unterhaltskosten sind in Gdansk um einiges günstiger als hier in Dortmund. Mit 300 bis 400 Euro im Monat sollte man dicke über die Runden kommen. Eine Fahrkarte einfache Fahrt mit der Tram kosten z.B. 0,70 pln ca. 20 Cent Lebensmittel sind ebenfalls super günstig. Man sollte allerdings nicht immer das billigste nehmen. Die Qualität ist dann zum Teil wirklich billig. Brot ca. 25 Cent und Bier ca. 70 Cent

In Gdansk bewegt man sich am Besten mit Bus und Bahn. Das wichtigste Verkehrsmittel ist die Straßenbahn. Von der Uni bzw. Von den Wohnheimen braucht man ca. 10 bis 15 min in die bis zum Hauptbahnhof „Gdansk Glowny“. Der nächste Bahnhof zu den Wohnheimen ist „Gdansk Wrzeszsc“. Fahrkarten für Straßenbahn und Bus kann man an jedem Kiosk kaufen, an dem RUCH steht. Eine Fahrt kostet 0,70 pln. Es gibt auch die Möglichkeit Semestertickets zu kaufen. Dies Lohnt sich aber nur wenn man wirklich viel fährt.

In Gdansk hat jeder Erasmusstudent seinen eigenen Mentor. Außerdem kann man sich bei Fragen immer an das ESN -Büro wenden. Ein Tandemprogramm ist während meines Aufenthalts nicht zustande gekommen. Mit ein wenig Glück findet man aber vielleicht Jemanden für ein privates Tandemprogramm. Bei mir hat es leider nicht geklappt, da die interessierten Leute immer zuviel zu tun hatten. Sportmöglichkeiten werden an der Uni angeboten. Hier erkundigt man sich allerdings auch am Besten bei seinem Mentor oder beim ESN- Büro.

Einkaufsmöglichkeiten sind in Gdansk ausreichend vorhanden. Unter anderem gibt es mehrere Großmärkte wie z.B. Carrefour oder Auchan. Außerdem gibt es verschiedene Einkaufszentren. Sehenswert ist die gesamte Altstadt von Gdansk sowie der Nachbarort Sopot. Bars, Clubs und Kinos sind eine ebenfalls zu genüge vorhanden. Ausflüge in die Umgebung aber auch in andere Städte wie z.B. Krakow werden bei Interesse vom ESN- Büro organisiert. Lohnenswert in nächster Umgebung von Gdansk ist das Schloss Malbork. Durch die Woche und während der Wochenenden werden immer wieder Aktivitäten vom ESN- Büro angeboten.

Als Kunde der Deutschen Bank kann man gebührenfrei Geld am Automaten der Deutschen Bank in Gdansk (Langer Markt / Neptunbrunnen) abholen. Ein Internetanschluss ist in jedem Wohnheimzimmer vorhanden.

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