Als Leasingarbeiter nach Österreich
Da die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch immer nicht rosig zu sein scheint, zieht es arbeitslos gewordene oder solche, die mit dem Niveau des Stundenlohns nicht zufrieden sind, nach Österreich.

Als Leasingarbeiter bieten sie dann über verschiedenste Agenturen Ihre flexible Arbeitskraft an. Oft lassen sie dafür sogar eine junge Familie zurück, die sie dann bestenfalls einmal in der Woche sehen können.
Was macht nun den Österreichischen Arbeitsmarkt so attraktiv und wieso können die Agenturen trotz Eigenverdienst anscheinend immer noch einen höheren Stundensatz bezahlen als mancher deutscher Arbeitgeber?
Warum Leasingarbeit?
Zuerst ist zu erwähnen das Leasingarbeiter hauptsächlich in der Baubranche eingesetzt werden. Diese Branche ist hohen Schwankungen unterlegen, denn je nachdem ob das Unternehmen gerade eine große, mehrere kleine oder mitunter sogar mehrere große Baustellen zur gleichen Zeit betreuen soll, braucht es mehr oder weniger Arbeitskräfte.
Das Unternehmen muss seinen Arbeitskräftestamm natürlich der niedrigsten Auftragslage anpassen, da ansonsten mehr für die Arbeitskräfte bezahlt wird als sie dem Unternehmen einbringen. Vor nicht all zu langer Zeit musste das Unternehmen große Aufträge, die die Arbeitskapazität überschritten, schlichtweg ablehnen. Durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes hat sich das jetzt geändert. Das Unternehmen least („kauft“) einfach fremde Arbeiter (=Leasingarbeiter) für eine bestimmte Zeit ein und bezahlt sie auch nur für die geleisteten Stunden.
Für diese Flexibilität bezahlt das Unternehmen dann dementsprechend einen höheren Stundensatz der je nach Leasingunternehmen und Abmachung variiert.
Die Leasingagentur stellt dann dem Unternehmen die Rechnung und der Arbeiter wird somit nicht direkt vom Arbeitgeber sondern von der Vermittlungsagentur bezahlt. Das hat zur Folge, dass der Leasinggeber selbst seinen eigenen Wert gar nicht sieht sondern nur, was er unterm Strich von der Leasingfirma bezahlt bekommt.
Vorteile und Nachteile
Der größte Vorteil ist bestimmt die neue Flexibilität die ein Unternehmen durch das leasen von Arbeitskräften gewinnt. Für den Leasingarbeiter selbst spricht der hohe Lohn und das er meist so schnell wie möglich weiter vermittelt wird. Er muss sich somit nur einmal direkt bei der Leasingfirma bewerben und wird dann weitergereicht.
Nachteile entstehen vor allem für den „Leasing“ selbst sprich für den kleinen Arbeiter. Er kommt schnell an mehr Geld, dafür ist seine generelle Situation aber sehr unsicher. Dadurch dass er nicht fest in einem Unternehmen angestellt ist, hat er wenige Rechte und vor allem Versicherungstechnisch bewegt sich das ganze oftmals auf dünnem Eis. Er wird nicht direkt als Mitarbeiter sondern eher als reine Arbeitskraft gesehen. Und über diese wird Verhandelt wie über jede andere Ware.
Ist eine große Baustelle abgeschlossen wird er mitunter innerhalb von einem Tag entlassen. Es kann dann mehrere Tage dauern bis die Leasingfirma wieder eine passende Stelle für ihn gefunden hat und er vermittelt wird. Währenddessen hat er „Urlaub“, unbezahlten natürlich.
Resümee
Grundsätzlich ist Leasing natürlich eine gute Möglichkeit an einen gut bezahlten Job zu kommen, vor allem wenn die Jobsituation im eigenen Land oder Bundesland, schlecht ist. Dennoch sollte man sich nicht unter seinem Wert verkaufen und sich überlegen ob eine feste Anstellung im anderen Land nicht auch in Frage käme und was für Vorteile bzw Nachteile das mit sich bringen würde.
Zudem sollte man, wenn man sich dazu entscheidet Leasingarbeiter zu werden, kein allzu großes Gewohnheitstier sein, sich gut integrieren können und vor allem Teamfähig sein, damit man sich möglichst schnell und gut in die neuen Arbeitskreise integrieren kann.


