Meine erste Wintersaison
Meine österreichischen Wurzeln und die Tatsache, dass ich, wie viele andere Alpenkinder, schon mit drei Jahren das erste mal auf den Skier gestanden bin, erklären wohl meine tiefe Liebe zum Winter, zum Schnee und zum Wintersport.
Wir wohnen zwar fast in den Alpen, aber dennoch ist bei uns im Rheintal vor allem in den letzten Jahren die Kälte weniger geworden und der Wiesen bedeckende Schnee beinahe ganz verschwunden. Ich sehnte mich also nach einem richtigen Winter, mit Winterlandschaft, Eiszapfen an den Dächern und Pisten direkt vor der Haustüre.
Ich bewarb mich als Kellnerin in einem kleinen Skiort in West- Österreich und hatte die großartige Möglichkeit, an dem Ort zu arbeiten wo andere ihren Winterurlaub verbringen. Trotz vieler Überstunden und harten Arbeitstagen hatte ich das erste Mal in meinem Leben die Möglichkeit den Winter in seiner vollen Schönheit und Fülle zu erleben.
Das Arbeiten an sich verlangte mir Einiges ab und vor allem am Anfang musste sich mein Körper an die außergewöhnlichen Anstrengungen des Servieren gewöhnen. Die ersten paar Tage bestanden also nur aus Arbeiten, Schlafen und Essen (falls man dazu Zeit fand). Ich aß viel Kekse und Schokolade und nahm dennoch ab, das war auch kein Wunder bei den vielen Kilometern die ich jeden Tag in unserem kleinen Restaurant und auf der verschneiten Sonnenterrasse zurücklegte. Trotz den langen Arbeitstagen und den stressigen Bedingungen machte mir das Arbeiten immer sehr viel Spaß. Die Zeit verging durch die viele Arbeit wie im Flug, die Gäste waren glücklich und ließen einen an ihrer Urlaubsstimmung teilhaben. Das Team war motiviert und wir hatten viel Spaß unter einander und mit den jungen Stammgästen.
In meiner Freizeit machte ich ausgiebige Winterspaziergänge durch tief verschneite Wälder und wenn ich genug Motivation hatte, stellte ich mich auf die Langlaufskier und übte mich in dieser für mich noch fremden Kunst. An meinem freien Tag nahm ich oft mein Snowboard unter den Arm und fuhr mit dem Bus in die verschiedenen Skigebiete, die teilweise in nur wenigen Minuten zu erreichen waren. Durch die Nähe zu den Wintersportorten konnte ich manchmal sogar an einem halben freien Tag vor oder nach dem Arbeiten boarden gehen.
Die Schönheit des Winters und der Friede der in einer verschneiten Winterlandschaft liegt, ließ mich immer wieder die stressigen Kellnerarbeitstage vergessen und brachte mich auf andere Gedanken. Eine Wintersaison lang in Österreich zu arbeiten ist die perfekte Kombination zwischen Wintergenuss, Sport & Arbeit und ein muss für alle Winterliebhaber oder für die die es noch werden wollen.


