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10 Monate als Fremdsprachenassistentin in Nordirland

Katja (23) studiert Englisch, Politik und Werte&Normen auf Lehramt, als sie nach dem sechsten Semester für 10 Monate als Fremdsprachenassistentin nach Nordirland geht. Eine tolle Möglichkeit, schon mal praktische Erfahrung im Unterrichten zu sammeln und, wie sie sagt, „endlich mal Zeit zu haben, die Dinge zu tun, die ich schon immer mal machen wollte“.

10 Monate als Fremdsprachenassistentin in Nordirland

Den Wunsch, ein anderes Land kennenzulernen, hat Katja schon sehr lange. Als sie anfängt, sich zu informieren, erfährt sie von der Möglichkeit, über den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) als Fremdsprachenassistentin ins Ausland zu gehen. Der Pädagogische Austauschdienst fördert internationale Begegnungen und hat sich zur Aufgabe gemacht, Deutsch als Fremdsprache im Ausland zu fördern. Für Katja wird schnell klar, dass dies das richtige Programm ist. Nicht nur, dass die Arbeit mit Schülern im Ausland schon mal eine gute Übung für ihren späteren Beruf als Lehrerin ist, auch die ordentliche Bezahlung macht das Programm interessant. Die Wahl des Landes fällt dann auch nicht mehr schwer: Es soll nach Nordirland gehen.

Dieses Land hat Katja schon immer interessiert. Sie ist nicht nur von der Landschaft fasziniert, sondern möchte auch einfach mal den Alltag in dem Land erleben, das immer wieder durch seine Konflikte für Schlagzeilen sorgt. Besonders die Möglichkeit, an integrierten, sprich überkonfessionellen Schulen unterrichten zu können, erscheint ihr reizvoll.

Und so geht es dann im September nach Belfast. Bei der Wohnungssuche wurde Katja ein wenig von der Schule unterstützt und bekam eine Kontaktadresse. Sie mietete die Wohnung dann von Deutschland aus, ohne wirklich zu wissen, in was für einer Gegend der Stadt sie landen würde. So stellt sie dann vor Ort überrascht fest, dass überall rot-weiß-blaue Fähnchen wehen und auch die Bürgersteige in diesen Farben gestrichen sind: das Kennzeichen für ein protestantisches Viertel. Es gibt in Nordirland Viertel für Protestanten, Katholiken und gemischte Viertel und an vielen Wänden findet man Murals, Wandgemälde, in denen Protestanten oder Katholiken sehr eindrucksvoll ihre Position im Nordirlandkonflikt zum Ausdruck bringen. Dieser Konflikt ist nach wie vor vielerorts präsent, doch Katja hat die Erfahrung gemacht, dass man als Ausländer eigentlich nirgendwo Probleme hat und immer herzlich willkommen ist.

Ein größeres Problem bereitet in den ersten Tagen die Sprache. Zwar können alle Nordiren Katja verstehen, die durch ihr Studium und andere Auslandsaufenthalte fließend Englisch spricht, doch der nordirische Akzent ist erstmal sehr gewöhnungsbedürftig und vorallem die Kinder sind sehr schwer zu verstehen. Doch auch diese Verständigungsprobleme sind schnell behoben und auch sonst lebt sich Katja gut ein.

Katja in Nordirland
„Endlich Zeit, die Dinge zu tun, die ich schon immer machen wollte“

Von Montag bis Mittwoch unterrichtet sie an drei verschiedenen Schulen der Region, unter anderem am Lagan College der ältesten integrierten Schule Nordirlands. Auch hier ist der Konflikt immer wieder ein Thema, es finden viele Gespräche mit den Schülern statt und Botschafter kommen in die Schule. Obwohl die Schüler sich untereinander überwiegend freundschaftlich begegnen, wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis wirkliche Fortschritte bei der Bewältigung dieses Konflikts zu spüren sein werden.

Die Arbeit in der Schule macht Katja großen Spaß, sie unterrichtet alle Klassen von den Anfänger- bis hin zu den Abschlussklassen. Meistens ist noch ein Lehrer anwesend, trotzdem kann Katja eigene Lehrmethoden ausprobieren. So bekommt sie schon mal eine Menge Praxis, die weit über die Erfahrungen eines kurzen Schulpraktikums hinausgehen. Den Rest der Woche hat Katja dann noch viel Zeit, Land und Leute besser kennenzulernen. Zeit, die sie auch ausgiebig nutzt und genießt. Zusammen mit Freunden mietet sie öfter ein Auto und erkundet das Land.

Blick auf die einzigartige Küstenlandschaft
Einfach mal den Blick auf die einzigartige Küstenlandschaft genießen.

Von dem unberechenbaren Wetter dürfe man sich nicht abschrecken lassen, denn es gibt eine Menge zu entdecken, allem voran eine einzigartige Küstenlandschaft.

Neben dem Reisen besucht Katja noch eine Menge Kurse, sie lernt Spanisch und auch Irish Ceili Dancing, ein irischer Volkstanz, den selbst die meisten Iren schon gar nicht mehr beherrschen. Für Katja waren diese 10 Monate eine tolle Erfahrung und eine Zeit, die sie für sich optimal genutzt hat. Aber auch fürs Studium und die Zukunft kann sie eine Menge daraus ziehen, sie ist sicherer im Sprechen geworden, hat Praxis im Unterrichten gesammelt und konnte sich mal selbst als Lehrende kennenlernen und ausprobieren.

Von Nina Alpers


Auswärtiges Amt

Weitere Informationen
Pädagogischer Austauschdienst
Nordirland Touristen Information

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