Auszeit nach dem Abitur – vom Leben auf einer kanadischen Farm
Um die Zeit nach dem Abitur zu überbrücken und wieder mal ein fremdes Land zu erkunden, entschied sich die Reiselustige Alica dazu, ihre Freundin in Kanada zu besuchen – und gleich zehn Monate zu bleiben. Jetzt wohnt sie auf einer Farm im Westen des Landes und reitet Pferde. Aus Red Deer, einem kleinen Ort zwischen Edmonton und Calgary, berichtet uns die 19-jährige von ihrer Auszeit in Nordamerika...
Auf die Idee nach Kanada zu gehen, ist Alica durch eine bekannte Kanadierin gekommen. Alicas Familie nahm vor ein paar Jahren ein kanadisches Mädchen für eine Weile bei sich zu Hause auf. Alica verstand sich sofort mit ihrer Gastschwester Kalleigh, die für ein Reitturnier in Alicas Heimatort gekommen war. „Wir sind danach auch weiter in Kontakt geblieben“, erzählt Alica. „Ich hatte ihr versprochen, sie in Kanada zu besuchen. Dafür war die Zeit nach dem Abitur genau die richtige.“
Es war Kalleigh, die ihr zu der Unterkunft auf einer kanadischen Farm verhalf. Dort wohnt Alica nun in einem kleinen Gasthäuschen, und darf täglich die Pferde der Farm reiten und so einer ihrer Leidenschaften nachgehen. „Ich wohne bei einem der besten Pferdezüchter Kanadas. Die zehn Pferde des Hofes sind Turnierpferde und kosten zwischen 80.000 und eine halbe Millionen Dollar“, erzählt die 19-Jährige. „Der Pferdesport ist hier nicht so beliebt wie in Deutschland. Dementsprechend kennen sich hier alle Turniersportler innerhalb von mehreren Regionen Kanadas. Das ist eine ganz neue Erfahrung.“

Morgens frühstückt sie zusammen mit ihrer Gastfamilie, die selbst vor Jahren aus Holland nach Kanada ausgewandert ist, um sich eine Farm mit Milchkühen aufzubauen. Nach und nach hat sich die Familie auch Pferde angeschafft, um die sich Alica täglich mit der gleichaltrigen Gastschwester kümmert. Abends treffen sich dann wieder alle zum Essen. Außerdem verbringt Alica viel Zeit mit ihrer Freundin Kalleigh, so dass sie sich gleich zu Beginn gut aufgehoben fühlte. An Heimweh denkt sie zur Zeit überhaupt nicht und fühlt sich pudelwohl.
Die Farm liegt in einer traumhaften Gegend, von der Alica nur schwärmen kann: „Wenn man sich für die Natur interessiert und die Landschaft auf sich wirken lassen möchte, ist Kanada genau der richtige Ort. Die Aussicht ist traumhaft und man kann in das unendlich weite Land schauen. Momentan färbt der Herbst die Wälder in den schönsten Farben. Das habe ich in Deutschland noch nie so gesehen. Einfach genial!“ Und auch die Kanadier, insbesondere ihre Gastfamilie seien alle „super freundlich“.

Mit der Sprache hat die Abiturientin vergleichsweise wenig Probleme. „Ich war bereits ein Jahr in Argentinien. Damals konnte ich gar kein Spanisch und hatte so einige Schwierigkeiten mit der Verständigung. Im Vergleich dazu läuft es hier in Kanada prima. Auf Englisch kann man sofort mit dem Sprechen loslegen. Auch wenn ich mittlerweile besser Spanisch spreche als Englisch.“
Neue Kulturen und Länder kennenzulernen ist eines ihrer liebsten Beschäftigungen. Vor ihrer Reise nach Kanada ist sie einen Monat lang mit dem Auto an der Atlantikküste Spaniens entlang gereist. Nach ihrer Rückkehr aus dem zur Zeit vier Grad kalten Kanada plant sie für zwei Monate nach Frankreich zu gehen, um mit Französisch noch eine dritte Fremdsprache zu lernen. In ein paar Tagen fährt sie aber erstmal mit dem Auto durch den Nordwesten der USA. Und auch in Kanada möchte sie sich noch einiges anschauen. Wir wünschen ihr viel Spaß dabei!
Von Sarah Czuratis


