UNO-Studie zum Lebensstandard: Japaner haben die längste Lebenserwartung
Der kürzlich erschienene Jahresbericht 2009 der UNO zum Lebensstandard vergleicht 182 Ländern in Bezug auf Aspekte wie Einkommen, Lebenserwartung und Bildung der Bevölkerung und setzt Japan auf den 10. Platz. Damit liegt das „Land der aufgehenden Sonne“ vor den USA und Deutschland. Die vorderen Ränge belegen Norwegen, Australien und Island, Schlusslichter sind Sierra Leone, Afghanistan und Niger. Die Daten, die der aktuellen Studie zugrunde liegen, stammen allerdings aus dem Jahr 2007 und bilden damit den Stand vor Einsetzen der Weltwirtschaftskrise ab.
Mit einer zu erwartenden durchschnittlichen Lebensdauer von 82,7 Jahren haben die Japaner die höchste Lebenserwartung aller in der Studie vertretenen Länder. Die Deutschen liegen mit einer Lebenserwartung von 79,8 Jahren deutlich hinter den Japanern. Die geringste Lebenserwartung mit nur 43,4 Jahren haben laut Studie Kinder, die in Zimbabwe zur Welt kommen.
Von den insgesamt 127,4 Mio. Einwohnern sind nur ca. 1,6% Einwanderer, die größtenteils aus Lateinamerika oder Nordamerika kommen. Für die Zukunft prognostiziert die UNO jedoch einen starken Bevölkerungsrückgang und rechnet damit, dass 2020 nur noch 123,7 Mio. Menschen im Inselstaat leben. Von den wenigen in Japan sesshaften Einwanderern konnten 49% eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung genießen, was wohl auch mit der Selbstselektion der Einwanderer zusammenhängt.
Neben dem Japanischen gehören Englisch, Chinesisch und Deutsch zu den wichtigsten Sprachen in Japan. Vor der Weltwirtschaftskrise war Japan nach Deutschland, den USA und China das exportstärkste Land. In Folge der Krise brachen die Exporte jedoch um etwa 50% ein. Unter den Immigranten lag die Arbeitslosigkeit 2007 bei 4,4% und ist damit vergleichsweise sehr gering, was gewiss auch mit der geringen Zahl an Einwanderern zusammenhängt. Fachkräfte mit entsprechenden sprachlichen Kenntnissen haben demnach gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. Allerdings müssen immerhin 11,8% der Bevölkerung mit weniger als 50% des Durchschnittseinkommens zum Leben auskommen.
Die komplette Studie ist online unter http://hdr.undp.org/en/media/HDR_2009_EN_Complete.pdf


