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Ein Jahr (er)leben im Land der aufgehenden Sonne

Japan, das sind nicht nur Sushi und der Fujiyama, sondern auch die hervorragende Theaterwelt des Kabuki und des No-Theaters, die zauberhafte Kirschblüte im Frühjahr, sowie jahrhundertealte Tempel und Schreine.

Ein Jahr (er)leben im Land der aufgehenden Sonne

Der Göttinger Japanologie- und Germanistikstudent Martin (27) hatte im letzten Jahr das Abenteuer Japan angenommen und ein Jahr an der Kansai Gaidai Universität von Osaka in Hirakata studiert. Die Präfektur Osaka liegt im Westen auf der Insel Honshu. Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Osaka. Hirakata liegt etwa auf halben Weg zwischen Osaka und Kioto. Die Göttinger Georg-August Universität und die Kansai Gaidai Universität sind Partneruniversitäten. Das Austauschprogramm darf allerdings nicht mit einem Stipendium verwechselt werden. Alle anfallenden Kosten müssen selbst übernommen werden, nur die Studiengebühren wurden ihm von der Kansai Gaidai Universität erlassen. Sein Visum hat Martin problemlos beim japanischen Konsulat in Niedersachsen erhalten. Die Kansaier Uni hat eine Bürgschaft für ihn übernommen, damit er einreisen darf. In Japan musste er sich nur noch Krankenversichern und als Ausländer registrieren lassen. Dann konnte es sofort losgehen.

Leben und Arbeiten

Gleich zum Anfang überraschte die Kansai Gaidai Uni ihn mit eine interessanten Bedingung: Martin musste für sein Auslandsjahr in Japan in einem Wohnheim wohnen und sich mit einem Japaner ein Zimmer teilen. Das Zimmer kostete 25000 Yen, umgerechnet 200 Euro, im Monat. Die Uni half ihm bei der Suche.

Die Lebenshaltungskosten in Japan sind sehr hoch. Pro Monat fielen für Martin Kosten von ca. 750 Euro inklusive Miete an. Da seine Ersparnisse nicht für 12 Monate in Japan ausreichten, arbeitete er neben seinem Studium an einer Sprachschule als Deutschlehrer. Dies ließ sich zeitlich gut mit dem Studieren vereinbaren. In Japan gibt es viele private Sprachschulen, die Nebenjobs vergeben, deshalb ist es nicht schwer, sich etwas nebenbei zu verdienen. Allerdings ist es sehr hart und arbeitsintensiv, sich komplett seinen Lebensunterhalt neben dem Studium zu erarbeiten. An der Universität gibt es genauso wie an unseren deutschen Unis schwarze Bretter, auf denen Jobangebote zu finden sind.

Tipps für Japanreisende

Die anfänglichen Schwierigkeiten legten sich schnell: Nach 7 Semestern Japanologie am Ostasiatischen Seminar der Georg-August-Universität hatte Martin nur noch einige Probleme mit dem Verstehen und der Aussprache des Japanischen. Auf die Frage, wie man sich am besten auf einen längeren Auslandsaufenthalt in Japan vorbereiten kann, hat Martin zwei Bücher empfohlen: "Tokio Tango" von Uwe Schmitt und "Gebrauchsanweisung für Japan" von Gerhardt Dambmann.

Wichtige Links

Für alle, die ebenfalls für einige Zeit nach Japan wollen, hier ein paar Tipps: Wer sich das Auslandsjahr nicht leisten kann, hat die Möglichkeit bei verschiedenen Organisationen, wie z.B. dem Deutschen Akademischen Auslands Dienst (DAAD) ein Stipendium zu bekommen.

Weiterführende Links zu Stipendien:
DAAD
EMB-Japan

Rechtzeitig vor Reiseantritt sollte man sich bei der Japanischen Botschaft oder dem Auswärtigen Amt über Einreise-, Gesundheits- und Zollbestimmungen informieren:
Botschaft
Auswärtiges Amt

von Manuela Kriesel

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