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Hotelmanagement-Praktikum am Lago Maggiore

Studienbedingt absolvierte Linda Habermeier von April 2007 bis September 2007 ein Praktikum in Pallanza, Italien. Linda studiert Hotelmanagement im fünften Semester und entschied sich, ihr Praktikum ins Ausland zu verlagern. Fünf Monate arbeitete die 23-Jährige an der Rezeption eines Vier-Sterne-Luxus-Hotels am Lago Maggiore. Über ihre gesammelten Praktikumserfahrungen spricht Linda im Interview mit Stellenboersen.de.

Praktikum im Hotel
Praktikum im Hotel

Wie hast du dich um dieses Praktikum beworben? Hast du dabei die Hilfe einer Organisation in Anspruch genommen?

Ich studiere glücklicherweise an einer internationalen Fachhochschule. Diese hat einige Kontakte zur Industrie und sogar eine Abteilung, die sich nur um die Praktikumsvermittlung kümmert.
Ich habe dann mit dieser Abteilung gesprochen und denen meinen Lebenslauf gegeben, der dann weiter nach Italien geschickt wurde. Somit hatte ich nicht wirklich viel mit der eigentlichen Bewerbung zu tun. Die Bewerbung wurde in Englisch verfasst. Ich habe dann per E-Mail mit dem Hotel den weiteren Ablauf besprochen.

Kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag in Italien erinnern?

Ja, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern: Viele Eindrücke, eine neue Sprache, neue Leute und ein neuer Job. Das war eigentlich etwas zu viel! Aber das Team der Rezeption hat mich sehr gut aufgenommen und mich langsam an die Arbeit herangeführt. Allerdings sprachen sie gleich von Beginn an Italienisch mit mir. Die Message war klar: Ich bin in Italien, ich soll Italienisch sprechen. Falsch ist es ja nicht, aber es war anfangs wirklich schwer. Zur Not konnte ich noch auf Englisch ausweichen. Meine Chefin konnte auch Deutsch.
Am ersten Arbeitstag habe ich mich überwiegend mit dem Hotel beschäftigt: Arbeitsabläufe angeschaut, Berichte über die Gegend gelesen und Packages vom Hotel angeschaut. Ich war also 90% im Back-Office und wurde erstmal langsam an den neuen Job herangeführt.

Welche Aufgabenbereiche wurden dir während deines Praktikums zugeteilt?

Praktikum in Italien

Nach der Eingewöhnungszeit habe ich die normalen Aufgaben einer Rezeptionistin übernommen. Wegen meiner Deutsch- und sehr flüssigen Englischkenntnisse war ich gut an der Rezeption einsetzbar, da das Klientel des Hotels international war.
Des Weiteren habe ich Arbeiten für die Geschäftsleitung sowie für die Marketingabteilung übernommen und ausgeführt. Ich war relativ schnell Teil des Teams, was die Arbeit erleichtert hat.

Wie bist du mit der italienischen Sprache zurechtgekommen? Wie ist dein Italienisch heute?

Mit dem Italienisch hatte ich am Anfang meine Probleme, denn es ist schon etwas anderes, ob man die Sprache in der Uni lernt oder im Land selbst ist. In Italien wurde dreimal schneller gesprochen als in meinem Italienischkurs an der Universität. Aber da mich alle - mehr oder weniger - gezwungen haben Italienisch zu sprechen, bin ich schnell mit der Sprache zurechtgekommen. Aller Anfang ist schwer, aber ich habe es gemeistert!

Heute ist mein Italienisch ganz gut. Ich kann mich auf jeden Fall unterhalten, habe keine Probleme einer Unterhaltung zu folgen und kann Mails auf Italienisch schreiben oder Filme in dieser Sprache schauen.

Du sagtest, die Gäste des Hotels waren international. Musstest du häufig auf deine Italienischkenntnisse zurückgreifen oder waren eher deine Englischkenntnisse gefragt?

Ich habe überwiegend Englisch mit den internationalen Gästen gesprochen. Doch Franzosen tun sich sehr schwer mit Englisch und erwarten auch Französisch sprechendes Personal. Wir hatten auch in jeder Schicht einen Mitarbeiter, der Französisch sprach, da ich diese Sprache nicht beherrsche. Merkwürdigerweise habe ich nach einiger Zeit auch die französischen Gäste verstanden, da ich mich so an die Sprache gewöhnt hatte. Geantwortet habe ich Ihnen aber immer auf Italienisch.
Mit deutschen Gästen habe ich natürlich Deutsch gesprochen, was dann doch immer recht angenehm war.

Inwiefern hat dir der Italienisch-Sprachkurs, den du an deiner Universität absolviert hast, bei deinem Aufenthalt in Italien geholfen?

Der Sprachkurs hat mir sehr geholfen. Wäre ich dort mit gar keinen Sprachkenntnissen angekommen, wäre ich am Anfang doch sehr untergegangen. Ich habe außerdem mit zwei Italienerinnen zusammengewohnt, von denen die eine weder Deutsch noch Englisch sprach. Und auch das Management hat von mir erwartet, dass ich Italienisch spreche oder es zumindest versuche.

Wo hast du denn während des Praktikums gewohnt?

Praktikum in Italien

Ich habe im fünften Stock des Hotels gewohnt. Das war die Personal- und Büro-Etage. Ich habe mir mit zwei Kollegen das Zimmer geteilt. Das Zimmer war für drei Leute recht klein, aber wir haben uns gut arrangiert. Man muss sich halt daran gewöhnen keine Privatsphäre zu haben und auf engstem Raum zusammen zu leben. Aber da ich wusste, dass es nur für fünf Monate ist, konnte ich gut damit leben. Außerdem hatten wir meistens verschiedene Arbeitszeiten, so dass wir nicht immer unbedingt zu dritt auf dem Zimmer waren.

War dieses Praktikum vergütet?

Ja, ich habe monatlich ein Praktikumsgehalt von 250 Euro bekommen. Dazu war das Hotel allerdings nicht verpflichtet, da sie mir schon eine Unterkunft inkl. Verpflegung gestellt hatten.

Was konntest du dir alles von Italien und deiner Umgebung dort ansehen? Wie hast du deine Freizeit verbracht?

Da ich zweimal in der Woche frei hatte, konnte ich die Zeit nutzen, um mir die Gegend anzuschauen. Mit meiner direkten Umgebung und den nächstgelegen Orten (Intra oder Stresa) war ich sehr schnell vertraut. An meinen freien Tagen bin ich dann auch mal nach Mailand oder Turin gefahren. Ich war auch öfter in Locarno in der Schweiz. Ansonsten habe ich meine Freizeit mit viel Sport im Fitnessstudio verbracht, da ich an der Rezeption ja überwiegend nur gestanden habe. Also habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet und einen Drei-Monats-Vertrag abgeschlossen. Manchmal war ich auch am Strand oder hab mich mit meinen Freunden zum Shopping oder Kaffeetrinken getroffen. Ich habe dort ein amerikanisches Au-pair kennen gelernt, mit der ich auch immer viel unternommen habe.

Welchen Tipp kannst du anderen Studenten geben, die ebenfalls ein Praktikum in Italien planen?

Es ist auf jeden Fall ratsam, sich vorher ein wenig mit der Sprache vertraut zu machen, da Italienisch eine sehr schnelle Sprache ist. Ansonsten kann ich nur empfehlen, die Zeit zu genießen und so viele Erfahrungen und Eindrücke mitzunehmen wie möglich.

Welche Erwartungen hattest du vor der Reise an dein Praktikum und welches Resümee konntest du am Ende des Aufenthalts ziehen?

Linda in Italien

Meine Erwartungen an das Hotel waren recht hoch, da ich ja auch Hotelmanagement studiere. Ich wollte in diesem Praktikum so viel wie möglich lernen und meine persönliche Erwartung war, dass ich nach diesem Aufenthalt fließend Italienisch sprechen kann. Was das Hotel betrifft, so gab es Höhen und Tiefen. Aber ich habe allen ziemlich schnell klar gemacht, dass ich viel lernen will und auch bereit bin, mehr zu tun. Ich hatte ein gutes Verhältnis zum Management-Bereich; sie haben mich dort unterstützt, mir auch größere Aufgaben gegeben und waren immer offen für meine Fragen.

Mit meinen Sprachkenntnissen bin ich soweit auch recht zufrieden, wobei es noch besser sein könnte. Aber wenn ich meine Sprachfähigkeiten am Anfang des Praktikums mit denen nach dem Praktikum vergleiche, ist das ein gewaltiger Unterschied, auf den ich stolz sein kann. Ansonsten habe ich viele nette und liebenswerte Menschen kennen gelernt und sehr viel über Menschen und verschiedene Kulturen gelernt. Zusammengefasst war es ein erfahrungsreicher und toller Aufenthalt.

Danke für das Gespräch!

Von Julia von der Heyden

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