Erasmus in Triest: Vorwort
Bekanntermaßen ist das Vorwort oft eine Ex-Post-Produktion, wird also in den meisten Fällen erst nach Abschluss der eigentlichen Schreibarbeit angefertigt und dem ganzen vorangestellt. An diese bewährte Tradition habe auch ich mich bei meinem Erfahrungsbericht zu meinem Austausch Göttingen-Trieste gehalten. Rückblickend sieht einiges oft anders aus – erstrahlt in einem neuen Glanz, Details stechen hervor oder verschwinden in der Erinnerung. Insofern bin ich froh, den Hauptteil des Berichts noch während meiner Zeit in Trieste geschrieben zu haben. Ich sehe das als authentisch an und habe mich auch beim Lesen im Nachhinein entschieden nichts inhaltliches mehr zu verändern, gleichwenn mit der eine – oder andere Umstand auch nun, gut 1 Jahr nach meiner Rückkehr aus Trieste irgendwie doch als nicht so wesentlich oder erwähnenswert erscheint. Es war wohl zum Zeitpunkt der Abfassung anders.
Wozu dient ein Vorwort außerdem? Zunächst einer kleinen Einleitung und Absichtserklärung, wie ich finde, kurzen Erläuterungen zur Art und Weise und natürlich eröffnenden Bemerkungen und Danksagungen. Mit letzteren möchte ich gleich beginnen, denn der Bericht als ganzes soll auch eine Form der Danksagung sein – der Danksagung an all Jene, die mir diese Möglichkeit eröffnet haben und mir dabei halfen, dieses Projekt in der Form bestreiten zu können, wie es schlussendlich abgelaufen ist. Ich fühle mich privilegiert und bin, um das nochmals zu betonen, außerordentlich dankbar.
Nun macht es wenig Sinn, Systeme und Organisationen zu danken – jedoch kann man diese loben. Die Einrichtung des Erasmus-Austauschsystems war eine Grundvoraussetzung für den Ablauf. Ein Vorzeigebeispiel für die Minimierung von bürokratischen Hürden und Umständlichkeiten zu Gunsten der Nutznießer, zugunsten der teilnehmenden Studenten und nicht zuletzt der beteiligten Dozenten. Die derzeitigen Bestrebungen seitens politischer Verantwortungsträger, Auslandsaufenthalte und damit nicht zuletzt Austauschprogramme zu erschweren ist mir nicht nachvollziehbar und sollte von allen Beteiligten nach Kräften verhindert und bekämpft werden. Deren Wert ist unschätzbar und es war ein so langer Weg bis zu diesem Punkt – eine Rückentwicklung wäre tragisch und nicht zu verantworten.
Vielen Dank an dieser Stelle an meine beiden betreuenden Professoren - hier vor Ort in Göttingen Herrn Gerhard Lauer sowie sein Pendant in Trieste, Frau Maria Carolina Foi sowie deren Mitarbeiter. Deutlich über das als normal vorauszusetzende Maß haben beide sich für das Programm und mich engagiert und eingesetzt, mir zu jedem Zeitpunkt auch vor und nach dem Austauschzeitraum stets zur Seite gestanden wenn notwendig. Es macht einen erheblichen Eindruck, hat man das Gefühl nicht auf sich selbst gestellt zu sein, sondern immer auf die Unterstützung und Mitarbeit seiner Mentoren zählen zu können. Nicht zuletzt hat diese Sicherheit und Unbekümmertheit, auch bei der Lösung bürokratischer Kniffligkeiten, dem Austausch für mich eine besondere Qualität verliehen.
Bereits während meines Aufenthalts in Trieste habe ich nach Kräften versucht, die Arbeit der Beiden für das Austauschprogramm zu unterstützen und mit zu fördern. Frau Foi ist dankbar und hat immer ein offenes Ohr für Vorschläge zum Seminarverlauf, zum Austauschprogramm, zu Ideen und Verbesserungen – Anregungen und Erfahrungen. Gleiches galt auch für Fr. Prof. Neapoletana, ihres Zeichens die Beauftragte der Philosophischen Fakultät für das Erasmus-Programm in Trieste, die bei verschiedenen Gelegenheiten geholfen hat. Vielen Dank dafür.
Aber auch für die Zukunft kann man sich stark machen. So konnte ich durch eine kleine Werbemaßnahme für unser schönes Göttingen, zu deren Zweck mir Fr. Foi dankenswerterweise eine Seminarstunde überlies, umgehend beide Austauschplätze für das kommende Jahr besetzt bekommen. Nur wenn die vorhandenen Möglichkeiten auch genutzt werden, bleiben sie bestehen. Dafür zu kämpfen muss und sollte nicht allein die Aufgabe der beiden betreuenden Dozenten bleiben. Auch zu diesem Zweck habe ich den vorliegenden Bericht verfasst. Trieste ist einen Austausch wert!
Danken darf ich auch allen, die mich in Trieste so herzlich aufgenommen haben, mir halfen bei der Wohnungssuche. Danke diesbezüglich an Elena Peruzzi, die meine Vor-Austauscherin in Göttingen war und an meine beiden Vorgängerinnen, die mich, unbekannterweise, für die ersten Wochen bei sich wohnen ließen. Danke aber auch an die Jungs vom Baseball-Verein Trieste, die mich vom ersten Training an herzlich begrüßten und mir das Gefühl gaben immer schon dabei gewesen zu sein. Ganz besonders herzlichen Dank auch an meine Kommilitonen an der Uni Trieste. Zu einigen pflege ich bis jetzt ein inniges Verhältnis, das schon mehrere Besuche und Gegenbesuche hervorgebracht hat und sicher auch noch lange wird.
Der Leser sollte diese Abhandlung als das nehmen, was sie ist: Ein Erfahrungsbericht. Weder erhebe ich Anspruch auf Objektivität, noch Richtigkeit. Weder auf der Weisheit letztes Wort und auch nicht auf Vollständigkeit – es soll ein Spiegel sein. Ein Spiegel dessen, was mich beschäftigt und bewegt hat während meinen 13 Monaten in Italien. Sachverhalte, die mir besonders aufgefallen sind habe ich versucht anschaulich darzustellen, Wege nachzuzeichnen. Alle Zahlen, Aussagen und Fakten sind vom Stand Sommer 2005, haben sich vermutlich in einigen Punkten geändert. Im Zweifelsfall sollte jeder Interessierte selbst nachforschen. Dienen soll der Bericht als Werbung und Hilfe. Werbung für einen Austausch generell. Für die Wahl Triests als mögliches Ziel, aber nicht nur. Hilfe bei der Entscheidung, bei der Vorbereitung und Durchführung. Ich bitte den Leser von meinen Schwächen als Schreiber ebenso abzusehen wie von denen der grammatikalischen Richtigkeit, der Rechtschreiberischen, Syntaktischen etc.pp.. Er wird nicht benotet – nicht verkauft – nicht aufgelegt oder sonst etwas in dieser Richtung ist geplant – es ist einfach nur ein Bericht. Wenn die Lektüre dem Einen oder Anderen bei einem der aufgezeichneten Punkte Hilfe leistet, hat sich die Arbeit bereits gelohnt – ganz abgesehen von der Funktion, die der Bericht immer für mich als Betroffenen selbst hat und noch haben wird.
Göttingen, August 2006


