Uni
Die Università degli Studi di Trieste ist, wie auch die Göttinger Uni, über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Allerdings ist dieses Gebiet in Trieste merklich größer. Vergleichbar mit Göttingen hat Trieste rund 22000 Studenten (Stand 2005), die aber ganz anders als bei uns, nicht das Stadtbild prägen.
Eigentlich ganz im Gegenteil. Wüsste man nicht, dass es doch derart viele Studenten vor Ort gibt, würde es einem überhaupt nicht explizit auffallen. Dies mag zum Einen daran liegen, dass italienische Studenten, anders als bei uns üblich zu einem großen Teil noch Zuhause wohnen und alldem, was damit zusammenhängt. So behalten diese meist auch nach der Schulzeit ihre alten Freunde und Cliquen bei, pflegen eher alte als neue Kontakte, pendeln auch oft täglich, sollten sie denn nicht aus der Kernstadt kommen, was bei den wenigsten der Fall ist. Insofern erübrigt sich auch in Trieste eine echte „Studentenszene“, denn die hier Studierenden haben bereits ihr soziales Umfeld mit allen Besonderheiten.
Die Räumlichkeiten der Uni sind nach Fakultäten, wie bereits erklärt, über das gesamte Stadtgebiet und auch –Umland, soweit vorhanden, verteilt.
Die für mich wichtigen Stellen waren zunächst das Erasmusbüro in der Universitá Nuova, am Berg; der Computerraum an ebendieser wie auch die Mensa. Des Weiteren der 2. Computerraum und die Sprachschule im Gebäude in der Via Filzi und natürlich die Philosophische Fakultät, frisch umgezogen von der Università vecchia an den Campo Marzio.
Weitere größere Uni-Standorte sind die Universitá Vecchia, in der Altstadt sowie das Forschungszentrum außerhalb der Stadt im Carso („Gebirge“), wo sich auch eine weitere Mensa befindet. Außerdem gibt es, wenn gleich auch nicht ganz so ausgeprägt wie in Göttingen, eigentlich überall in der Stadt Universitätsgebäude.
Erasmusbüro

Das für Sokrates- und Erasmusstudenten zuständige Büro befindet sich im 2. Stock des Monumentalbaus der neuen Universität am Berg. Um gleich einen Weg zu sparen: Öffnungszeiten sind wochentags von 9.00-11.00 Uhr und es ist ein Nummernzettel zu ziehen um an die Reihe zu kommen. Der Automat dafür befindet sich im EG neben den Aufzügen.
Im Erasmusbüro stellt man sich dann freundlich vor und sagt, dass man angekommen ist. Mein Empfang dort war nett und höflich. Die Crew ist hilfsbereit und spricht gut englisch, falls es mit dem italienischen noch nicht ganz flüssig funktioniert.
Um eine Immatrikulationsbescheinigung zu erhalten, die für viele Behördengänge wichtig ist, muss zunächst einmal die Anmeldung aus Deutschland richtig eingegangen sein. Dann bekommt man noch einen kleinen Berg von Papieren zum ausfüllen gereicht. Drunter sind abermals ein Erasmus-Bogen, eine Vorlesungsliste, die man selbst zusammenstellen kann (muss!), eine Anleitung für den Erasmus – Aufenthalt, Angaben zur Person und Wohnort etc.
Bis auf die Vorlesungsliste kann man gleich alles vor Ort erledigen. Eigentlich auch diese, wenn man vorher schon Kontakt mit seinem oder in unseren Fall seiner hiesigen Erasmus-Koordinatorin hatte und besprochen hat, welche Veranstaltungen in Frage kommen. Diese Liste ist dann ein öffentliches Dokument, muss mal wieder mit Briefmarken für 11,00 Euro versehen werden um alle notwendigen Formalitäten für die Erteilung der Immatrikulationsbescheinigung erfüllt zu haben. Allerdings kann man die Liste noch nachträglich erweitern oder ändern, darauf hat man mich gleich freundlich hingewiesen. Außerdem bekommt man noch eine Vorlesungsliste in etwas anderer Ausführung, in die dann abschließend besuchte Kurse eingetragen werden und eventuelle Abschlüsse oder Leistungen von den jeweiligen Dozenten gegengezeichnet werden. Für die eventuelle Anerkennung sehr wichtig.
Des weiteren erhält an noch seine Bescheinigung für den E.R.D.I.S.U, was diese Abkürzung bedeutet weiß ich nicht, auf jeden Fall kann man sich dann mit dieser seine Mensakarte holen (siehe: Punkt Mensa).
Fakultät

Die für Deutschstudenten zuständige Fakultät ist die Philosophische, zu finden in neuen Räumen in der Via Campo Marzio erreichbar mit dem Bus Nr. 8, 9 und 15. Zwar wird man nicht direkt vor die Tür gebracht und muss so, je nach Buslinie etwas entfernt aussteigen, dafür ist das vollständig neu renovierte Gebäude gut eingerichtet und ausgestattet, wenngleich hier und da etwas gepfuscht wurde (um hier mal etwas deutschen Pedantismus anzubringen). Allerdings trennt es von einer normalen Anbindung an den Rest der „Citta Vecchia“ eine kleine Mauer. So muss man also den Umweg um einen Häuserblock zu Fuß und durch eine Sackgasse in Kauf nehmen. Das Problem ist allerdings bereits erkannt und, so versicherte man mir, im Begriff der Lösung. Fr. Fois Büro befindet sich dort im 3. Stock. Sprechstunde ist immer Dienstags von 10-12 Uhr, dennoch lohnt es sich, vorher per Email den Termin zu bestätigen, da sie eine sehr beschäftigte Frau ist, oft auf Reisen und so kann es vor allem außerhalb der Vorlesungszeit vorkommen, dass sie ihre Sprechstunde nicht wahrnehmen kann.

Bei Frau Foi sollte man sich schon einmal vor Beginn der Veranstaltungen blicken lassen, auch wenn man über die angebotenen Seminare, die auch bei ihr vor der Bürotür aushängen, im Klaren zu sein scheint. Schließlich ist sie die Programmbeauftragte hier in Trieste und zudem noch eine sehr nette und offene Person. Sie kann auch Hinweise und Tipps geben, wo es sich grundsätzlich noch lohnen könnte mal reinzuhören, falls man interessiert ist.
Grundsätzlich stehen einem alle Erasmus-Studenten der Philosophischen Fakultät alle Vorlesungen ebendieser zumindest zur Ansicht offen und diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch wenn man nicht die Absicht hat, Leistungsnachweise in Philosophie, Philologie oder sonst einem der angebotenen Veranstaltungen zu machen, kann man doch einmal einen Blick riskieren.

Generell sind alle Vorlesungen in Landessprache, was, sollte man des italienischen nicht ausgeprägt mächtig sein, zu Anfang durchaus hinderlich beim Verfolgen der Inhalte sein mag. Erfahrungsgemäß entwickelt man aber recht zügig ein brauchbares Hörverständnis, wenn auch mehr sinngemäß als wörtlich, dass aber die ohnehin oftmals überaus passive Teilhabe an Vorlesungen aller Art ermöglichen sollte.
Verabschieden musste ich mich leider von dem von mir so bevorzugten, kommunikativen Seminarstil der Lehrveranstaltungen, denn auch wenn die Kursgröße diesen geradezu aufdrängt, sind jene hier traditionell eher frontal bis sehr frontal. Also heißt die Devise: zuhören und evtl. mitschreiben.
Gelegentlich allerdings trifft man auf das eine- oder andere Referat, hat vielleicht sogar die Gelegenheit einmal selbst zu referieren und dies sollte dann so farbig und didaktisch wertvoll wie möglich geschehen (und da bricht bei mir der Pädagoge durch). Alle 5 Minuten Methodenwechsel, sagt das Lehrbuch!
Sprachkurse
Bei der Anmeldung im Erasmus-Büro der Universität bekommt man auch, neben verschiedenen anderen Unterlagen, den Terminplan der unterschiedlichen Erasmus- Italienischkurse.
Diese finden, für alle Stufen, in den Räumlichkeiten der Dolmetscher-Uni statt; zu finden in der Via Filzi. In diesem Gebäude befinden sich auch einer der für Studenten kostenlos benutzbaren Computerräume sowie eine nette Dachterrasse mir Bar. Vor beginn der Veranstaltungen findet für alle Erasmus-Studenten ein Einstufungstest statt, der für mich überraschend ausführlich und umfangreich war. Hiervon sollte man sich aber nicht einschüchtern lassen, denn schlussendlich kann es ja nur im eigenen Interesse sein in eine Leistungsgerechte Klasse zu gelangen. Termine und Raumnummern entnimmt man entweder den Unterlagen des Erasmus-Büros oder aber dem Aushang vor dem zuständigen Büro im 2. Stock. Immer rechts halten. Hier bekommt man auch nach abgeschlossenem Sprachkurs sein Zertifikat mit (Achtung!) Anwesenheitsstunden und Note!
Mensa

Die Hauptmensa und auch die Pizza-Mensa befinden sich im Komplex der neuen Universität am Berg. Da sich das System der Bezahlung während meines Aufenthalts grade geändert hat und ich kein regelmäßiger Mensagänger war, sind die Zahlungsmodalitäten selbst zu erkunden. Soweit ich weiß, muss man sich als Erasmus-Student zunächst im Büro des ERDISU eintragen lassen um aus der teueren höchsten Kategorie in die immer noch happige Zweithöchste zu rutschen und vor allem um dort die obligatorische Mensa-Karte zu erhalten. Diese kann man an der Kasse aufladen und, wenn ich das so sagen darf, dann abfressen. Keine Gewähr hierdrauf! Die Büros des ERDISU befinden sich im Komplex Mensa-Wohnheim.

Das essen ist OK, die Auswahl lässt allerdings auf die Dauer doch Wünsche offen, denn in dieser kurzen Passage habe ich schon fast alles beschrieben, was es gibt. Ob jetzt Spirellis, Spagettis oder Makkaroni – Pasta eben.
Da die Hauptmensa direkt an einem großen Wohnheimskomplex liegt und den Studenten dort das Kochen auf den Zimmern verboten ist und auch keine Gemeinschaftsküchen bereit stehen, hat die Mensa komfortablerweise 7 Tage die Woche zu allen Mahlzeiten geöffnet.


