Traumjob auf Island: Pferde füttern, einreiten und ausbilden!
Sina ist seit August 2007 in Island. Noch bis Sommer 2008 wird die 21-Jährige auf der Insel auf dem Islandpferdehof Kirkjubær in der Nähe der Stadt Hella arbeiten. Welche Aufgaben Sina auf dem Pferdehof übernimmt und was sie so an der Arbeit mit den Tieren fasziniert, erzählt sie Stellenboersen.de im Interview.
Wie bist du auf die Idee gekommen, nach Island zu gehen und dort zu arbeiten?
Da das Reiten auf Islandpferden schon immer eine große Leidenschaft von mir ist, kam mir schon früh der Gedanke, in die Heimat dieser Pferde zu reisen und dort mit den Tieren zu arbeiten. Während meiner Schulzeit und auch nach meinem Abitur, habe ich dann schon in Deutschland auf einem Hof gearbeitet. Durch diesen Hof bin ich dann auf Kirkjubær aufmerksam geworden.
Was genau machst du in Island auf dem Pferdehof?
Dieses Jahr, das ich in Island verbringe, arbeite ich als Bereiterin und Pferdetrainerin, um etwas Geld zu verdienen und mich eventuell in dieser Branche zu bewähren. Ich hoffe viel zu lernen und viele wertvolle Kontakte knüpfen zu können, um später ganz oder nebenberuflich in diesem Job arbeiten zu können.
Gibt es denn eine richtige Berufsbezeichnung für das, was du gerade machst? Absolvierst du dort so etwas wie eine Ausbildung?
Nein, ich absolviere hier in Island keine Ausbildung. Ich arbeite einfach nur.

Aber hier in Island gibt es eine spezielle Reituniversität im Norden des Landes. Dort kann man eine dreijährige Ausbildung zum FT-Bereiter machen. Diese Ausbildung ist allerdings sehr teuer und schwierig, vor allem für Ausländer, die noch kein gutes Isländisch sprechen.
Was gehört alles zu deinen Aufgaben auf dem Pferdehof? Bekommst du für deine Arbeit auch eine Vergütung?
Ich bin hier, um morgens und abends Pferde zu füttern, ihre Boxen zu säubern, junge Pferde einzureiten, andere Pferde weiter auszubilden und die Tiere auf Zuchtprüfungen und Turniere vorzubereiten. Also meine Hauptaufgabe ist das Reiten.
Natürlich muss ich, wie in jedem normalen Alltag, auch im Haushalt helfen, ab und an Essen kochen oder Lebensmittel einkaufen. Ich wohne ja bei den Leuten mit im Wohnhaus und habe dort ein kleines Zimmer für mich.
Für meine Arbeit auf dem Pferdehof werde ich bezahlt, außerdem sind Kost und Logis frei.
Du hast neben der Arbeit sicherlich auch etwas Zeit, um die Insel zu erkunden. Was konntest du dir schon alles von Island ansehen?
An meinen freien Wochenenden habe ich mir schon viel im Süden der Insel angesehen: Gullfoss, Geysir, den südlichsten Ort von Island (Vík), Dyrhólaey, Mýrdalsjökull, Reykjavík (Perlan, Shoppingmalls, Blaue Lagune etc.) und Laugarvatn. Einmal bin ich auch schon in den Norden gereist und habe dort Sauðarkrókur, Hólar (Stadt mit der Reituniversität), Varmahlíð und einen Pferdeabtrieb besucht.
Was kannst du uns von der isländischen Kultur erzählen?

Die Isländer sind sehr familiär, trinkfreudig, aufgeschlossen, großzügig und sprachgewandt. Sie können sehr gut Englisch sprechen, sind allerdings in der Rechtschreibung katastrophal, da das Fernsehprogramm aus Australien bzw. England kommt und isländische Untertitel hat.
Das Leben hier ist sehr teuer, da der Lebensstandard so hoch ist. Aber trotz unglaublicher Preise, kaufen die Isländer alles und viel. Jeder, der zu Besuch kommt, wird zum Essen, Kaffee oder Kuchen eingeladen.
Deine Begeisterung für diesen Job ist offensichtlich. Was fasziniert dich so an der Arbeit mit den Tieren?
Es ist interessant, die Entwicklung der Pferde zu sehen. Die Verknüpfung von Lernen und Lehren von und mit dem Pferd, finde ich besonders spannend.
Im Herbst letzten Jahres haben wir Jungpferde, die noch gar keine Menschen kannten, zum Einreiten bekommen. Mittlerweile sind diese Tiere durch viel Training zu ausgebildeten und talentierten Zuchtpferden geworden, die im Mai auf einer Zuchtprüfung vorgestellt werden. In dieser Prüfung wird ihnen alles abverlangt, was sie bis jetzt gelernt haben und zu leisten im Stande sind. Diese Entwicklung zu sehen ist unglaublich schön und beeindruckend.
Außerdem finde ich es jedes Mal wieder faszinierend, die Auswirkungen zu sehen, die man allein mit der Regulierung der Körperspannung, der Gewichtsverlagerung und der Stimme bei dem Tier hervorruft. Es ist einfach kaum vorstellbar, was wir den Pferden beibringen können und was uns das Tier beibringt.
Kannst du dir auch vorstellen, alle deine Zelte in Deutschland abzubrechen und dieser Berufung in Island nachzugehen?
Ich kann mir schon vorstellen in ein paar Jahren, nachdem ich in Deutschland vielleicht ein paar Weichen gestellt und mehr gelernt habe, in Island zu arbeiten und dort zu leben. Das Land ist einfach fantastisch und für jeden Islandpferdereiter, der dies professionell ausüben möchte, einfach der idealste Ort.
Von Julia von der Heyden


