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Leben als Au Pair in Irland (Teil 4)

Neben der Arbeit wollen die Au Pairs natürlich auch das neue Land, die Menschen und die Kultur Irlands kennen lernen. Die Wochenenden bieten dabei eine gute Möglichkeit, auch ins Umland zu fahren und viel Neues zu entdecken.

Leben als Au Pair in Irland (Teil 4)

An den Wochenenden hatten ich und die anderen Au Pairs immer frei, und so nutzten wir die Zeit, um ein wenig Abstand von der Familie zu haben und das Land zu erkunden. Wir verbrachten die Wochenenden meistens in Dublin, wo wir in Cafés oder im Park saßen, Shoppen oder ins Kino gingen. Da ich durch meinen Arbeitsvertrag eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen hatte, sind wir für ein paar verlängerte Wochenenden mit dem Bus auch in andere Teile des Landes gefahren und konnten so viel von Irland kennen lernen.

Anfangs kannten wir dabei nur die Ostküste mit der Hauptstadt Dublin, auf welcher Seite sich der industrielle Zweig Irlands befindet. In der Hauptstadt, die etwa ein Drittel der irischen Einwohner ausmacht, tummeln sich die Touristen, sind die Pubs abends immer voll und fahren die großen Doppeldecker-Busse durch die mehrspurigen Straßen. Trotzdem geht das irische Lebensgefühl mit seiner Freundlichkeit und Entspanntheit nicht verloren. Nach ein paar Monaten kannte ich mich schließlich auch in den Nebenstraßen und verwinkelten Gassen aus und wusste, in welchem Pub es das beste Fish and Chips gab. Für mich war es wichtig, in die Kultur und das Leben Irlands einzutauchen, weshalb ich auch manchmal alleine mit dem Bus in die Stadt fuhr oder mich abseits von den Touristenzielen auf den Märkten der Stadt umschaute. Dabei stellte sich mir die Frage, wie es wohl in den anderen Teilen Irlands aussähe – dort, wo es die kleinen Dörfer mit den bunten Haustüren und Strohdächern geben sollte und die Wiesen von den vielen Steinmauern umrandet sind. Aus diesem Grund sind wir Au Pairs auch auf die andere Seite Irlands gefahren, um noch mehr vom Land kennen zu lernen, auch wenn so eine Busfahrt mindestens drei Stunden dauert.

Das typische traditionelle Irland, welches man aus Büchern und Filmen kennt, zeigt sich an der Westküste am deutlichsten. Hier wird die Landschaft wirklich noch durch ihre kleinen Dörfer, die Wiesen und Steinmauern gekennzeichnet, mit denen die Familien früher ihr Land gleichmäßig an ihre Söhne verteilten. In den Pubs wird dort oftmals noch Gälisch gesprochen, die ursprüngliche Sprache der Iren. Um die Sprache nicht aussterben zu lassen, sind viele Straßenschilder und Speisekarten noch zweisprachig – in Englisch und Gälisch, und in den Schulen wird es als eine Art Fremdsprache gelehrt. Etwas besonderes waren für uns Au Pairs aber immer schon die Busfahrten auf dem Weg an die Westküste – und das nicht nur, weil wir den Linksverkehr nicht gewohnt waren. Da es an der Westküste keine Autobahnen gibt, fahren alle Autos, Lkws und Traktoren auf sehr kleinen und engen Wegen. Da aber auch sie so schnell wie möglich an ihr Ziel kommen möchten, zeichnet sich ihr Fahrstil darin aus, den Gegenverkehr trotz der schmalen und unebenen Wege mit hoher Geschwindigkeit meistern zu können.

Au Pair in Irland

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