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Weihnachten in Irland (Teil 5)

Die Kultur Irlands zu entdecken heißt auch, einmal das Weihnachtsfest zu feiern, welches sich sehr von dem deutschen Fest unterscheidet. Hier hat Heiligabend die Atmosphäre einer Party und die Knallbonbons dürfen auf keine Fall fehlen.

Weihnachten in Irland (Teil 5)

Möglich machte das Erleben der irischen Lebensart meine Gastfamilie, mit der ich zusammen zu vielen Familienfesten fahren durfte, beispielsweise zu einer Taufe und einer Konfirmation. Schließlich feierten wir sogar Weihnachten zusammen bei den Verwandten, wozu die anderen Au Pairs nach Deutschland zurück flogen. Wir fuhren etwa zwei Stunden quer durch das Land auf den engen Wegen, die typisch für Irland sind. Schließlich kamen wir in ein kleines Dorf, wo die Großeltern der Gastkinder ein sogenanntes Cottage besaßen.

Der Heilige Abend ist für die Iren, anders als in Deutschland, keine andächtiges Fest, bei dem vielleicht Lieder aus der Kirche gesungen werden oder die Kinder Gedichte vortragen. Sie feiern die Geburt Christi wie auch alle anderen Geburtstage, zum Beispiel von Freunden. Das bedeutet viel Musik, Getränke, Tanz und das besondere Festessen, was mich überwältigte: Natürlich durften neben dem typischen Truthahn und dem süßen Plumpudding die vielen Gemüsesorten und Kartoffelspeisen auf dem Tisch nicht fehlen. Seit der Kartoffelfäule in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die in Irland eine große Hungersnot und über eine Million Tote zur Folge hatte, haben Kartoffeln für die Iren einen besonderen Wert. Deshalb konnte ich auf dem vollgedeckten Tisch alles finden, was man aus Kartoffeln machen konnte: Salzkartoffeln, Püree, Rösti und vieles mehr. Außerdem hatte die Großmutter Rotkohl, Bohnen und andere Gemüsesorten zubereitet, damit jeder eine große Auswahl zum Essen hatte. Dazu war der Tisch mit Luftschlangen und Knallbonbons dekoriert, die selbstverständlich von allen benutzt wurden. Auch der Großvater setzte sich sofort eine der bunten Partyhüte auf und begann, fröhliche irische Weihnachtslieder anzustimmen. Da die Geschenke für die Kinder erst am ersten Weihnachtstag unter dem Christbaum liegen, endete der Abend schließlich für manche der Verwandten im Pub, für mich und meine Gastfamilie bei lauter Musik und Partystimmung im gemütlichen Wohnzimmer. Am nächsten Morgen lagen dann die vielen Geschenke bereit und durften endlich ausgepackt werden. Zuletzt gingen wir gemeinsam in die Kirche des Dorfes, wo die Weihnachtsmesse statt fand.

Das irische Weihnachten war für mich eine besondere Erfahrung, weil ich erleben konnte, wie ausgelassen und fröhlich dieses Fest gefeiert werden kann, zum Beispiel in dem immer wieder auf die Geburt Christi angestoßen wird.

Au Pair in Irland

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