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Au Pair in Irland – zwischen Kindern und Schafen

Mit bestandenem Abitur in der Tasche stand ich, wie so viele Andere, vor der alles entscheidenden Frage: Was jetzt? Die ganze Welt liegt dir scheinbar zu Füßen, ein Meer aus Möglichkeiten und Chancen tut sich auf. Nach 13 Jahren Schulbank war für mich klar: Erstmal raus aus dem Haus und weg von Mamas Rockzipfel. Etwas sehen, erleben, neue Erfahrungen sammeln.

Au Pair in Irland – zwischen Kindern und Schafen

Nach gründlichem Überlegen und Abwägen, entschied ich mich schließlich für einen Au Pair-Aufenthalt. Die Vorteile lagen klar auf der Hand: Ein anderes Land kennenlernen, meine Sprachkenntnisse aufbessern und natürlich die allseits gelobten „wertvollen Erfahrungen“ im Ausland sammeln. Mit meiner langjährigen Babysitter-Erfahrung schien mir dieser Job genau das Richtige für mich zu sein.

Also machte ich mich auf die Suche nach „meiner Familie“. Da die Heimat von meinem Wunschland Irland aus in Krisenzeiten nicht allzu weit entfernt ist,  entschied ich mich gegen eine organisierte Au Pair-Agentur. Stattdessen erstellte ich mir auf „aupair-world.net“ ein Profil und konnte so in Kontakt mit potenziellen Gastfamilien treten. Nachdem ich fündig geworden war, ging alles ganz schnell: Koffer gepackt, Flug gebucht und auf nach Dublin!

In den ersten Tagen war alles sehr aufregend und neu. Aber schnell gewöhnte ich mich an die fremde Sprache, die neue Umgebung und die Arbeit als Au Pair. Neben Kochen und leichter Hausarbeit stand natürlich die Beschäftigung mit den „lieben Kleinen“ im Vordergrund. Plötzlich war ich von morgens bis abends für drei Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren verantwortlich, die abwechselnd auf Essen oder Unterhaltung bestanden, und dies gerne auch lauthals äußerten. Dabei stieß ich das eine oder andere Mal an die Grenzen meiner pädagogischen Fähigkeiten, waren die Erziehungsmethoden hier doch andere, als ich sie von zu Hause her kannte. Aber Au Pair zu sein, heißt eben auch, sich auf Fremdes einzulassen und an schwierigen Situationen zu wachsen.

Die nötige Zeit zum Entspannen und Abschalten fand ich an den freien Wochenenden. Da Dublin zu den teuersten Städten Europas zählt, fand das in Irland übliche Au Pair-Taschengeld in Höhe von 100 Euro pro Woche, regelmäßig seine Verwendung.

Clubs und Pubs laden zum Guinness-Trinken und Live-Musik-Hören ein, während Museen und Galerien für den kulturellen Part sorgen. Wer es ruhiger mag, fährt an den Strand oder genießt die Insel im satten Grün.

Während der sechs Monate, die ich in Irland verbrachte, lernte ich viele nette Menschen kennen, verbesserte mein Englisch und erfuhr, wie es ist, abseits der gewohnten Umgebung, in einer fremden Familie zu leben und zurechtzukommen. Mit dem Gefühl, ein wertvolles und wichtiges halbes Jahr hinter mir zu haben, verließ ich meine Gastfamilie und das Land, das zu einer zweiten Heimat für mich geworden war.

Viola Schmidt

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