Praktikum für Erzieher in Guatemala
Ich heiße Dennis und bin 27 Jahre alt. Ich wohne in Hamburg und mache dort an der Fachschule für Sozialpädagogik eine Ausbildung zum Erzieher. In meiner Ausbildung habe ich die Möglichkeit ein Schwerpunktpraktikum im Ausland zu absolvieren. Als ich von dieser Möglichkeit erfahren hatte war für mich gleich klar, ich mache mein Praktikum im Ausland. Bei einer Infoveranstaltung an unserer Schule habe ich dann gehört, dass ehemalige Schüler von der Schule in Guatemala einen deutsch/spanischen Kindergarten aufgebaut haben und den seit ca. 2 Jahren leiten.
Vor ein paar Jahren war ich schon einmal in Mexiko und war von dem Land, den Menschen und der ganzen Kultur dort ziemlich beeindruckt. Ich dachte mir, Guatemala liegt unterhalb von Mexiko, dort wird es dir auch bestimmt gefallen. Und so habe ich mir die Kontaktdaten des Kindergartens Villa Kunterbunt besorgt und einfach mal geschrieben. Die beiden Erzieher haben gleich geantwortet und nach ein paar Mails war dann klar, dass ich mein Praktikum bei ihnen in Guatemala machen würde.
Dann dauerte es noch ein halbes Jahr bis zum 12 Juli meinem Abflugtermin. Ich kam irgendwann spät abends in Guatemala City an und Michi und Andi, die Erzieher, warteten bereits auf mich am Flughafen.

Die erste Nacht in Guatemala habe ich bei Michi und Andi im Kindergarten geschlafen. Am nächsten morgen kamen dann gegen halb neun die ersten Kinder und ich schlief noch in ihrem Spielzimmer. Die ganz mutigen sind dann gleich ins Zimmer gegangen und fragten wie ich denn heiße, wo ich herkomme und was ich hier denn überhaupt in ihrem Spielzimmer mache. So neugierig wie Kinder halt sind. Und das alles auf Spanisch. Und alles was ich zu diesem Zeitpunkt auf Spanisch konnte war Gracias und Buenos Dias. Das machte den Kindern aber überhaupt nichts aus. Als ich dann richtig wach war und mich angezogen hatte wurde mir erstmal von den Kindern der Kindergarten gezeigt und alle haben sich mir vorgestellt.

Bei mir war es eigentlich geplant, das ich erst einmal vier Wochen Spanisch unterricht nehme und danach anfange im Kindergarten zu arbeiten. Weil aber der erste Tag gleich so viel Spaß gemacht hat, entschloss ich mich sofort mit meinem Praktikum anzufangen. In den darauf folgenden 3 Wochen habe ich dann vormittags im Kindergarten gearbeitet und bin nachmittags zum Spanisch unterricht gegangen. Vier Stunden Einzelunterricht. Es kam mir vor, als wenn meine Lehrerin (die übrigens sehr nett war) mir die komplette Sprache in einer Woche beibringen wollte. Da musste ich die Gute erst mal ein wenig bremsen. Und in der zweiten und dritten Woche hab ich dann auch nur noch drei Stunden am Tag gemacht. Mittlerweile komme ich mit meinen Spanisch Kenntnissen auch schon gut im Kindergarten und im alltäglichen Leben zurecht. Ich hab aber gemerkt, dass es wesentlich besser wäre, wenn ich vorher schon ein wenig Spanisch gelernt hätte. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Für mich war und ist es hier in Guatemala eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich hab viel gelernt und viele neue Erfahrungen gemacht. Ich kann nur jedem Empfehlen, der die Möglichkeit hat sein Praktikum im Ausland zu machen, dies auch zu tun. Ich weiß, dass dieses halbe Jahr mich einen großen Schritt nach vorne gebracht hat.
Von Dennis Ölscher


