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Auf zu den Olympischen Spielen! II

Weiter geht's mit der Olympia-Erfahrung...

Auf zu den Olympischen Spielen! II

Mein ganz normaler Arbeitstag Um fünf Uhr morgens musste ich aufstehen, um den ersten Bus zu bekommen. Eigentlich war geplant, dass wir um diese Zeit bereits bei den Sportstätten sind. Da aber die öffentlichen Verkehrsmittel erst ab 5:30 fuhren, war man kulant und jeder kam, wie es am Besten ging.. Um 7 Uhr war ich dann bei der Ruderanlage in Schinias bei Marathon. Nach einer kurzen Arbeitseinteilung, bei der man Wünsche zum Einsatzort loswerden konnte, die, wenn man schnell genug war, auch berücksichtigt wurden, und der Verteilung von Essensmarken begab sich jeder auf seinen Platz und ging seiner Arbeit nach. Die konnte eher aufregend sein (im Begleitboot mitfahren,- selbst Zuschauer mit dem Megaphon begrüßen war recht lustig) oder eher langweilig (den Zuschauern immer wieder die gleichen Frage beantworten). Mittags gab es eine Lunchpause, die man in einem klimatisierten Zelt verbringen konnte. Am frühen Nachmittag waren die Rennen meist vorbei und wir konnten zum nahegelegenen Strand gehen oder wieder in die Stadt fahren. In den Straßen von Athen Das befürchtete Verkehrschaos ist meines Erachtens ausgeblieben, was zum einen daran lag, dass viele Athener freiwillig das Feld geräumt hatten, jedenfalls war die Stadt fest in der Hand der sportbegeisterten Touristen und das bedeutete Ausnahmezustand! Die Griechen, auf die man dennoch täglich traf, waren furchtbar nett und sehr besorgt um einen ,- jedenfalls habe ich mich selten in einem fremden Land so wohl gefühlt! Natürlich waren sich die Leute auch bewusst, was die Olympischen Spiele der Stadt gebracht haben. Allein von der Infrastruktur her hat Athen eine enormen Entwicklung an den Tag gelegt, der Bau zweier Metrolinien und neuer Straßen hat das Verkehrschaos erheblich entschärft und so das Leben in den Straßen viel entspannter gemacht.

Dennoch wurden auch immer wieder die negativen Seiten angesprochen, so wurde z.B. zwar eingeräumt, dass die Spiele die Arbeitslosenquote gegen Null getrieben haben, aber viele Arbeitskräfte völlig unterbezahlt waren und unter extremen Bedingungen arbeiten mußten. Gerne wurden auch billigere Gastarbeiter beschäftigt.. Im Großen und Ganzen waren wir Gäste aber erstaunt, dass die Griechen doch dieses Organisationschaos bewältigt haben, obwohl doch eigentlich alle zuvor an das große Scheitern glaubten. Zwar wurden Schönheitsfehler oft noch nachts behoben, aber angesichts der Größe dieses Events kann man da gerne mal ein Auge zudrücken - und letzten Endes machen solche Ereignisse auch gerade den Charme der griechischen Mentalität aus. Im Gegensatz zu den Zimmerpreisen waren die Preise für Essen und Trinken in den Stadien wie auf den Straßen sehr billig, was mich auch positiv überraschte. So kostete 0,4 l Bier in den Stadien nicht mal zwei Euro! Dieses Preisniveau versuchten die Taxifahrer aber mit aller Gewalt wieder anzuheben, indem sie Ortsunkundige gehörig abzogen was ihnen auch gut gelang. Fazit Obwohl die Olympischen Spiele nicht nur für Griechenland, sondern auch für die Volunteers ein finanzielles Fiasko waren, da wir Unterkunft und Eintritt zu anderen Sportstätten außerhalb des Arbeitplatzes selbst zahlen mussten, hat sich der Aufwand doch gelohnt. Man war viel näher am Geschehen dran, als man es durch das Fernsehen oder „normaler“ Zuschauer sein kann und hatte die Gelegenheit, interessante Leute und das Land kennenzulernen. Demzufolge bereue ich es keine Sekunde, dabei gewesen zu sein! Von Christine Schürrer

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