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Technologische Forschungseinrichtungen in Frankreich

Während in den meisten Länder das Forschungssystem üblicherweise an die Universitäten angegliedert ist, wird es in Frankreich von speziellen Forschungsinstituten bestimmt. Diese heißen etwa CNRS oder ANR. Doch was ist die Aufgabe dieser Einrichtungen?

Technologische Forschungseinrichtungen in Frankreich

Eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen Frankreichs ist das CNRS (www.cnrs.fr), das nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung. Es wurde 1939 von der französischen Regierung ins Leben gerufen. Das CNRS versteht sich als staatliche Institution mit wissenschaftlichem und technologischem Charakter. Es untersteht der Zuständigkeit des Ministeriums für Forschung und neue Technologien. Zu seinen Aufgaben gehört es, sämtliche Forschungen zu fördern und zu beurteilen, die für die wissenschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Frankreichs von Bedeutung sind. In den Bereichen „Lebewesen und seine Anforderungen“, „Umwelt“, „Dynamik der Gesellschaft“, „Nachrichtentechnik und Kognition“ sowie „Materialien und Technologien“ bemüht sich das CNRS insbesondere um interdisziplinäre Forschungsprojekte.

Weiterhin existieren in Frankreich eine Reihe von spezialisierten Forschungseinrichtungen, wie zum Beispiel das CNES (Nationales Raumfahrtforschungszentrum), das IFREMER (Französisches Forschungsinstitut zur Nutzung des Meeres) oder das INRIA (Nationales Forschungsinstitut für Informatik und Automatik).

Zu den größten Forschungsorganisationen Europas mit technologischer Ausrichtung zählen weiterhin die französischen „Instituts Carnot“ (www.instituts-carnot.eu). Diese 33 Institute bilden ein Forschungsnetzwerk, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Forschungspartnerschaften mit Unternehmen zu entwickeln und technologische Innovationen in der Wirtschaft zu verbreiten. Das Netzwerk vereint öffentliche Forschungsinstitute und lässt sich mit der deutschen Fraunhofer-Gesellschaft vergleichen. Insgesamt arbeiten im Netzwerk der „Instituts Carnots“ 12.800 festangestellte Forscher und über 6000 Doktoranden.

Des Weiteren existieren in Frankreich etwa 70 so genannte Kompetenzzentren (www.competitivite.gouv.fr), deren Aufgabe es ist, die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft zu stärken. Unter der Schirmherrschaft dieser Zentren vereinigen sich Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen, um von Synergieeffekten zu profitieren. Die Bezeichnung „Kompetenzzentrum“ (Pôle de compétitivité) ist ein Gütesiegel, das ein interministerieller Ausschuss verleiht.

Um die französischen Forschungen auch auf dem internationalen Bildschirm zur Geltungen kommen zu lassen, hat das Französische Ministerium für Bildung und Forschung vier Allianzen initiiert – die ALLENVI (Allianz für Umweltforschung), die ANCRE (Allianz zur Koordinierung der Energieforschung), die AVIESAN (Allianz für Lebenswissenschaften und Gesundheitswesen) sowie die ALLISTENE (Allianz für Digitaltechnologien und -wissenschaften). Die Regierung will mit diesen Allianzen für mehr Partnerschaft einzelner Forschungsakteure sorgen. Das bedeutet, dass die Kooperation von Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und der Privatwirtschaft gefördert wird.

Einen wichtigen Platz im Bereich der Forschungsförderung füllt auch die ANR, die staatliche Agentur für Forschung (www.agence-nationale-recherche.fr) aus. Seit 2007 finanziert diese staatliche Einrichtung Forschungsprojekte. Ihre Aufgabe lässt sich mit der der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, vergleichen.

Die Effizienz des französischen Forschungssystems lässt sich an Statistiken ablesen: Laut Angaben der AWT, der Abteilung für Wissenschaft und Technologie der französischen Botschaft in Berlin, steht Frankreich international an fünfter Stelle in Bezug auf die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen und folgt so den USA, Japan, Großbritannien und Deutschland. Hinsichtlich der Zahl mathematischer Veröffentlichungen liegt Frankreich der AWT zufolge auf dem ersten Platz. Im Bezug auf die Anzahl der diplomierten Arbeitskräfte im Bereich Wissenschaft und Technik steht Frankreich europaweit an zweiter Stelle.

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