Wintersemester an der Universität Reims Champagne-Ardenne
Wir, das heißt Lara, 22 Jahre alt, Jurastudentin in Köln und Katharina, 23 Jahre alt, Lehramtsstudentin (Englisch, Französisch) aus Aachen, sind zwei deutsche Studentinnen, die gerade ein Semester an der Universität Reims Champagne-Ardenne verbringen. Als wir Anfang September in Reims ankamen, wurden wir mit einem zweiwöchigen Einführungsprogramm, das von der Uni für Erasmusstudenten organisiert wird, begrüßt. Währenddessen hatten wir die Möglichkeit, vormittags einen Französischkurs zu besuchen und nachmittags an Besichtigungen in Reims und Umgebung teilzunehmen. Hierbei lernte man direkt sowohl Stadt als auch andere Studenten kennen, was den häufig so gefürchteten Start im Ausland sehr erleichterte.
Mitte September beginnt in Reims das Wintersemester. Zu Beginn war es für uns sehr irritierend, dass während der Vorlesungen kaum Kommunikation zwischen Prof und Studenten besteht, sondern der Prof vielmehr in diktatähnlichem Stil vorträgt und die Studenten sich aufs Mitschreiben beschränken. Dabei beträgt die Länge der Vorlesungen manchmal bis zu drei Stunden. Dennoch gewöhnt man sich schnell an die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich und kann, wenn man sich erstmal auf das andere System eingelassen hat, auch hier vieles lernen, neue Kenntnisse erwerben und sein Französisch in großem Maße verbessern.
Auch außerhalb der Uni hat man zahlreiche Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu machen, die französische Kultur und natürlich viele neue interessante Leute kennenzulernen. Sowohl mit Franzosen als auch mit anderen Erasmusstudenten verbringen wir viel Zeit, gehen häufig abends aus, ins Kino, kochen zusammen oder treffen uns einfach so in einem der Studentenwohnheime, in denen wir untergebracht sind.
In unserer Residenz, dem Gérard-Philipe hat jeder ein eigenes 9m² Zimmer mit einem winzigen aber eigenen Bad. Die Zimmer sind zwar sehr klein, aber dafür frisch renoviert und freundlich eingerichtet, sodass man sich schnell eingewöhnen kann. Pro Etage gibt es eine Küche, die man sich mit den anderen Bewohnern teilt. Insgesamt verbringen wir hier eine tolle Zeit. Reims ist nicht nur wegen seiner schönen Kathedrale und dem leckeren Champagner eine interessante Stadt, sondern auch die Menschen sind hilfsbereit und freundlich. Ein Auslandssemester in Frankreich ist eine einmalige und unheimlich bereichernde Erfahrung, die wir jedem nur ans Herz legen können. Lasst euch nicht abschrecken von Sprachschwierigkeiten oder anderen Ängsten – man bekommt alles irgendwie hin und es lohnt sich!


