Studentenjob in Frankreich - wie viele Studenten der Region Champagne Ardennes ihre Ferien verbringen
Am Ende jedes Semesters stellt sich für viele Studierenden die Frage: "Wie werde ich eigentlich weiterhin mein Studium finanzieren?" In vielen Fällen liegt die Lösung im Land des guten Weines nahe: Als Helfer auf einem Weingut bei der Traubenernte. Genau das ist es, ein gutes Geschäft, das viel Geld einbringt, aber auch große Anstrengungen erfordert.
Letztes Jahr hatte ich mich entschieden, diese Erfahrung zu machen. Ich wohne in einem Studentenwohnheim in Reims und für solch eine Erfahrung ist Reims, meiner Meinung nach, zweifellos ein geeigneter Ort. Trotzdem beschloss ich, außerhalb von Reims, in der Nähe von Dijon, zu arbeiten. Der Ort heißt "Les Bourges". "Les Bourges" ist ein kleines Dorf, wo es -genau wie in Reims - viele Weinplantagen gibt. Ich war an einem Sonntagabend angekommen und arbeitete dort zwei Wochen lang. Die Arbeitskräfte waren alle kostenlos mit Verpflegung untergebracht. Hier bot sich mir auch die Gelegenheit, andere Personen kennenzulernen. Erstaunlich war es, dass ich nicht der Einzige war, der so weit angereist war. Wir kamen aus vielen Städten Frankreichs: Reims, Paris, Straßburg, Lyon und vielen Weiteren.Wir wohnten bei einer vornehmen Familie namens Croset, die Besitzer vieler Äpfel- und Weinplantagen ist.
Montag fingen wir um 7 Uhr 30 an. Das bedeutete also, dass wir gegen 6 Uhr aufstehen mussten. Dann duschten wir einer nach dem anderen. Zusammen im Wohnzimmer der Gastgeber bekamen wir ein leckeres und reichhaltiges Frühstück: Ei, Brot, Kaffee, Marmelade, Müsli, Spiegeleier, Tee, Toast, wurden nach Belieben serviert. Danach waren wir alle energiegeladen und das Pflücken konnte beginnen.
Die Chefin brachte uns an den Ort des Pflückens. Jeder bekam eine "serpette" (Baumhippe) oder ein sécateur (Baumschere/Astschere), womit wir anfingen, zu pflücken. Jeder wurde eine Reihe von Weintrauben zugeteilt. Wenn man mit einer Reihe fertig war, begann man mit der Nächsten. Das Prinzip war, dass man immer etwas zu tun hatte. Am Anfang lief alles in bester Ordnung. Wir hatten Freude an der Arbeit und lernten einander zum ersten Mal näher kennen. Um 10 Uhr bekamen wir das "zweite Frühstück": Brot, Wurst und dazu ein gläsches Wein beziehungsweise ein Glas "Orangina". Am Mittag waren wir schon ein ganzes Stück erschöpft, aber glücklicherweise gab es zu dieser Uhrzeit eine Mittagspause.
Bei der Familie Croset in "Les Bourges" wurden wir wie in einem Restaurant bedient. Man dachte nicht mehr an die Arbeit, an die Schmerzen im Rücken oder in den Beinen. Mit gutem Appetit genoss man die verschiedenen Gerichte, die uns serviert wurden.
Um 13 Uhr 30 war es wieder so weit. Mit unseren Baumhippen und Baumscheren mussten wir uns bücken oder uns hinknien, um Trauben zu pflücken. Nach dreißig Minuten sprach niemand mehr.Unsere Rücken taten weh und es war. Man versuchte vergebens, die richtige Position zu finden. Wir hatten das Gefühl, dass die Zeit stehen blieb, und dieser Gedanke verschlimmerte unser Unbehagen.
So fühlten wir uns jeden einzelnen Tag, zwei Wochen lang. Trotz allem standen wir jeden Tag auf, um uns demselben Prozess zu unterwerfen. Tag für Tag gewöhnten wir uns allmählich an den Muskelkater und es entwickelte sich eine freundliche Atmosphäre: wir plauderten, sangen, lachten ... Es war auf jeden Fall eine wunderschöne Erfahrung, die zudem auch noch recht günstig war. Meiner Meinung nach gibt man das Geld lange nicht mehr so verschwenderisch aus, da man erfahren hat, wie schwer es sein kann, sein eigenes Geld zu verdienen.
Ferienjobs für Studenten in Frankreich
Es besteht in den Semesterferien verschiedenartige Jobmöglichkeiten für Studenten in Frankreich. In der Regel sollte man sich bis Mai oder spätestens Juni beworben haben. Einerseits bietet es sich für viele an, bei Mac Donalds oder Quick Ferienjobs zu finden. Man kann sich auch bei Einkaufzentren wie Carrefour bewerben. Außer Firmen wie Mac Donalds oder Quick, bei denen die Arbeitsteilung keiner bestimmten Regel folgt, ist das Organigramm der Einkaufzentren ganz anders festgelegt. Der Regelfall sieht folgendermaßen aus: Männer arbeiten als Aufpasser oder laden Waren aus, und Frauen hingegen bleiben an der Kasse oder geben den Kunden Auskünfte über die Produkte. Beim Kundendienst ist der Anteil an Männern und Frauen im Gleichgewicht, aber die Einkaufzentren bevorzugen weibliche Belegschaft. Junge Männer haben jedoch bei den Sportgeschäften einen "Mehrwert". Dabei spielt das Aussehen eine große Rolle: Man muss gesund und sportlich aussehen. Im Klartext heißt das, dass das Personal solcher Geschäfte als Werbematerial dient.
Andererseits besteht auch die Möglichkeit, sich für einen Ausbildungsjob zu bewerben. Das heißt, dass man bei einer Firma arbeitet, die unmittelbares Verhältnis zum eigenen Studium hat. Banken, Apotheken, Krankenkassen, Krankenhäuser usw. bieten Jobs an, die auch als Praktikum betrachtet werden können.
Von Clement de Dravo


