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ERASMUS-Studium in Turku

Um nach Finnland zu kommen gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Der einfachste und wahrscheinlich auch günstigste Weg ist es zu Fliegen. Viele Fluggesellschaften, unter anderem Finnair, Lufthansa, Airberlin und Ryanair fliegen von Deutschland nach Finnland. Bei alle Fluggesellschaften gilt, je früher man bucht desto billiger ist der Flug.

ERASMUS-Studium in Turku

Empfehlenswert ist es entweder nach Tampere oder nach Helsinki zu fliegen, da der Flughafen in Turku ziemlich klein ist und nicht direkt von Deutschland angeflogen wird und die Flüge daher relativ teuer sind. Vom Flughafen Helsinki-Vantaa fährt stündlich ein Expressbus nach Turku. Die Fahrt dauert ca. 2 ½ Stunden und kostet ungefähr 30 €.

In Turku angekommen

Kommt man nach der Reise in Turku an, wird man normalerweise von seinem Tutor abgeholt. Schon vor dem Aufenthalt in Finnland bekommt jeder ERASMUS-Student von der Universität einen Tutor zugewiesen, der meisten das gleiche wie man selber studiert. Aufgabe des Tutors ist es den Einstieg in Turku zu erleichtern. Er hilft zum Beispiel bei der Eröffnung eines Kontos, beim Anmelden an der Uni oder wobei sonst noch Hilfe benötigt wird. Vor der Anreise sollt man mit seinem Tutor klären ob bzw. wann und wo man abgeholt werden möchte. Für den Fall, dass man erst spät abends in Turku ankommt, sollte man mit dem Tutor klären, ob der schon einmal den Schlüssel für die Wohnung bei der Wohnheimsverwaltung abholen kann, damit man nicht die erste Nacht noch ein Hostel bezahlen muss.

Nach der Ankunft

Nach der Ankunft muss man sich an der Uni einschreiben. Das macht man im International Office, auf dem Universitätshügel. Ist man an der Universität eingeschrieben erhält man Unterlagen, die belegen dass man Student an der Uni ist. Diese braucht man zum Beispiel um kostenlos ein Konto eröffnen zu können. Ein finnisches Konto ist sehr nützlich vor allem um am Anfang die für verschiedene Dinge anfallenden Gebühren zu zahlen. Es ist auch einfacher und schneller die Miete für die Wohnung über ein finnisches Konto zu bezahlen. Um ein Konto zu eröffnen braucht man einen Reisepass oder einen EU-Führerschein. Der deutsche Personalausweis wir nicht zum ausweisen akzeptiert. Nach dem man dann also auch noch ein Konto eröffnet hat sollte man sich darum kümmern ein starting package zu erhalten. In diesem starting package sind alle wichtigen Utensilien zum Wohnen enthalten (Bettdecke, Kissen, Vorhänge, Geschirr, Besteck etc.).

Wohnen

Als ERASMUS-Student an der Universität Turku bekommt man einen Platz in einem der Studentenwohnheime garantiert. Allerdings lohnt es sich trotzdem sich frühzeitig zu informieren und auch zu bewerben, da zum Beispiel die begehrten Plätze im Studentendorf (fin.: Ylioppilaskylä) sehr schnell vergeben sind. Weil hier auch viele andere Austauschstudenten wohnen ist es einfach, schnell nette Leute kennenzulernen. Sonst ist im Studentendorf auch alles vorhanden, was man zum Leben braucht. In der Mitte des Dorfes befindet sich ein kleiner Supermarkt und auch Waschmaschinen und Trockenräume sind vorhanden. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit ins Internet zu gehen. Um in seinem eigenen Zimmer Internet zu haben, muss man sich beim Internet Service (befindet sich im 4. Stockwerk im Educarium) anmelden und dann erst mal eine Freischaltungsgebühr zahlen. Bis der Anschluss freigeschaltet ist kann man in den Küchen der Wohnheime mit dem erhaltenen Benutzernamen und Passwort schon einmal das vorhandene W-LAN Netz nutzen.

Die Universität

Hat man also die ersten Tage mit dem ganzen organisatorischen Durcheinander überlebt ist es Zeit die Universität zu erkunden. Die Hauptgebäude der Uni liegen auf dem Universitätshügel, drum herum befinden sich die Gebäude der verschiedenen Fakultäten und einige Mensen. Von der Universität wird zu Beginn des Semesters eine Einführungsveranstaltung angeboten, bei der es einige nützliche Informationen zum Studieren in Turku aber auch zum Leben in Finnland gibt. Das Angebot an verschiedenen Vorlesungen ist dank der Zusammenarbeit mit den anderen beiden Unis (Åbo Akademi und Turku School of Economics) ziemlich groß. Um Kurse abzuschließen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche Vorlesungen enden mit einer Klausur, bei anderen wird ein „essay“ oder ein „take-home-exam“ verlangt. Zusätzlich dazu gibt es auch noch „book exams“. Das sind Klausuren, die nur auf Büchern basieren, ohne dass man zu dem Thema vorher eine Vorlesung besucht hat.

Das Studentenleben

Turku ist eine Studentenstadt, was bei drei Universitäten und einer Fachhochschule kein Wunder ist. Dementsprechend gut sind auch die Angebote für Studenten. Das Erasmus Student Network (kurz.: ESN) ist untrennbar mit dem Studentenleben in Turku verbunden. Das ESN organisiert die unterschiedlichsten Veranstaltungen wie zum Beispiel Partys oder Ausflüge. Die Aktionen und Ausflüge des ESN sind auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Ob ein „cottage weekend“, die „sea battle“ (Trip von Helsinki nach Stockholm, Tallinn und wieder nach Helsinki) oder eine Reise nach St. Petersburg oder Lappland, die Preise des ESN sind unschlagbar günstig und man muss nicht alles alleine organisieren.

Die Stadt

Turku ist eine kleine Stadt mit verhältnismäßig vielen Studenten. Besonders im Sommer ist es in Turku sehr schön. Beim warmen Wetter kann man am Fluss Aurajoki sitzen oder auch einen Ausflug zu einer der zahlreichen vor Turku gelegenen Inseln machen. Die bekannteste und auch beliebteste Insel ist Ruissalo, auf der jedes Jahr im Sommer das Ruisrock-Festival stattfindet. Von Turku aus ist Ruissalo sowohl mit dem Bus als auch mit dem Fahrrad sehr gut zu erreichen. Neben guten Ausflugsmöglichkeiten kommt auch das Nachtleben in Turku nicht zu kurz. Es gibt jede Menge Pubs, Diskotheken und Restaurants. Allerdings sollte man sich bei einem Abend in Turku auf höhere Preise als in Deutschland einstellen.

Die Sprache

Kommt man in Finnland an und sieht das erste Mal die Schilder am Flughafen oder die Straßennamen, fragt man sich doch ob Finnisch nicht einfach eine willkürliche Aneinanderreihung von möglichst vielen gleichen Konsonanten und Vokalen ist. Für Nicht-Finnen ist es ziemlich schwierig finnisch zu lernen und während eines ERASMUS-Aufenthalts wird man auch nicht perfekt Finnisch lernen. Trotzdem sollte man auf jeden Fall einen Sprachkurs besuchen. Von der Universität werden verschiedene Arten von Kursen angeboten. Zum Beispiel der „survival course finnish“, bei dem man zumindest einige Grundvokabeln lernt. Um in Finnland zu überleben muss man nicht finnisch sprechen können. Nahezu alle Finnen sprechen englisch, so dass man damit auch sehr gut über die Runden kommt.

Fazit

Ich kann Finnland als Land und Turku als Stadt zum Studieren ohne jegliche Einschränkungen weiterempfehlen. Die Betreuung an der Universität ist super, es gibt viele gute Angebote für Studenten und so einiges zu erleben. Hat man die Möglichkeit zwei Semester zu bleiben, sollte man diese auch nutzen. Zum einen um zu erleben wie nach den langen Wintermonaten mit kurzen Tagen, Schnee und Eis alles wieder zum Leben erwacht. Zum anderen ist ein Semester einfach viel zu schnell vorbei. Man ist gerade angekommen und hat nette Leute kennen gelernt und schon ist wieder alles vorbei. Für mich bleibt das ERASMUS-Semester in Turku auf jeden Fall immer eine einzigartige Erinnerung und eine sehr prägende Zeit.

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