Erasmus in Birmingham - 3 Monate Englandaufenthalt
Rebekka war für 3 Monate in Birmingham und hier beschreibt sie ihre Erfahrungen.
Vorbereitung
Bewerbung / Einschreibung
Zuerst musste ich einen Essay über drei Seiten anfertigen. In diesem sollten einige Fragen beantwortet werden, wie z.B. warum gerade ich dafür geeignet bin, ein Auslandssemester zu absolvieren oder was ich mir akademisch sowie privat davon verspreche. Des Weiteren war die Frage, wie ich die Universität Dortmund im Ausland bekannt machen werde, damit sie ein attraktives Ziel für ausländische Studenten, die auch ein Auslandsemester absolvieren möchten, wird. Der Essay musste bis zum 15. Dezember eingereicht werden. Anfang des Jahres bekam ich dann ein Schreiben, dass ich angenommen bin und im September nach Birmingham gehen kann.
Ich musste daraufhin noch ein Schreiben ausfüllen, dass ich das Angebot annehme, da der Platz sonst an jemand anderen vergeben wird. Etwas später gab es dann ein Treffen aller Studenten, die den Platz annehmen wollten und wir bekamen die Einschreibepapiere für die ausländische Universität, die später von Herr Peters verschickt wurde. Bei diesem Treffen waren auch ehemalige ERASMUS Studenten, die von ihren Erfahrungen berichteten.
Meinen Stundenplan konnte ich vorher nicht erstellen, da noch nicht klar war, welche Kurse am Newman College angeboten werden und welche ich, als ERASMUS Student, belegen konnte. Vor Ort half mir unsere Ansprechpartnerin Lucy Sobrero. Sie sprach mit den Professoren und erstellte eine Liste der Kurse, die ich belegen konnte. Davon wählte ich dann vier aus. Zuerst wurde uns nicht gesagt, dass wir eine bestimmte Anzahl von ECTS brauchen. Nachdem wir jedoch an der Universität in Dortmund nachgefragt haben, stellte sich heraus, dass es gut wäre 30 ECTS zu erhalten. Pro Kurs bekamen wir 7.5 ECTS und ich habe zusätzlich noch ein Praktikum an einer Schule absolviert, was auch noch einmal 7.5 ECTS einbrachte.
Sobald der Stundenplan erstellt war und klar war, welche Kurse ich letztendlich belegen wollte, füllte ich das Learning Agreement aus, lies es von Lucy unterschreiben und diese schickte es dann zum AAA nach Dortmund.
Finanzierung
Da ich auch in Deutschland Bafög erhalte, hatte ich keine Probleme beim Beantragen des Auslandsbafög und habe dieses monatlich erhalten. Außerdem bekam ich 100 Euro pro Monat von ERASMUS zur Verfügung gestellt.
Dokumente
Um nach Großbritannien fliegen zu können genügt es, einen Personalausweis oder einen Reisepass bei sich zu haben.
Ich habe meine Visakarte mitgenommen, da diese hilfreich ist, wenn man Karten für Theaterstücke oder Ähnliches im Internet bestellt. Außerdem wird diese in Geschäften akzeptiert, für den Fall, das man nicht bar bezahlen möchte.
Sprachkurs
Da ich Englisch studiere, habe ich keinen Sprachkurs belegt.
Während des Aufenthalts
Ankunft
Ich bin mit dem Flugzeug angereist, da dies der schnellste und wahrscheinlich auch preiswertere Weg ist. Meine Fluggesellschaft war British Airways und ich habe insgesamt ca. 100 Euro für Hin- und Rückweg bezahlt. Erlaubt waren 23kg. Obwohl ich schon auf dem Hinweg fast 10 kg Übergepäck hatte, musste ich nicht noch zusätzlich bezahlen. (Und auch auf der Rückfahrt gab es bei über 40 kg keine Probleme!) Und nach 1,5 Stunden landet man in Birmingham.
Vom Flughafen dort bin ich mit dem Taxi zum College gefahren, was ca. 25 Pfund kostete.
Ich kam an einem Sonntag gegen 18 Uhr am College an und musste zur Night-Security. Nach einigem Suchen habe ich diese auch gefunden und der Mitarbeiter der Security gab mir meine Schlüssel und brachte mich auf mein Zimmer. Dort lag schon ein Empfangspaket auf dem Schreibtisch, welches ein Student Handbook, Busfahrpläne, einen Stadtplan, Informationen zur Uni sowie Prospekte mit Sehenswürdigkeiten enthielt. Die Bettwäsche (Decke, Kissen, Bezug, Handtücher…) lag bereits auf dem Bett.
Campus
An meinem ersten Tag ging ich zu Lucy Sobrero, unserer Ansprechpartnerin, ins Büro. Lucy ist sehr lieb und hilfsbereit und hat sich sehr nett um mich gekümmert. Zu ihr konnte man immer gehen, wenn man Fragen und Probleme hatte. Außerdem hat sie einen Vorrat an Töpfen, Tellern, Besteck… von ehemaligen ERASMUS Studenten.
An diesem Tag traf ich auch Adlin Shorter, die mich durch die Uni führte und mir alles zeigte. Sie war zwar auch recht hilfsbereit, erkrankte jedoch nach ein paar Wochen schwer und fiel für den Rest meines Aufenthaltes aus.
In der Mensa kann man jeden Tag zwischen zwei warmen Gerichten auswählen. Außerdem gibt es Baguette, Salat, Hamburger, warme und kalte Getränke… Man kann diese Mensa jedoch nicht mit der in Dortmund vergleichen, da das Newman College viel kleiner ist (um die 2000 Studenten).
Im College ist eine Bibliothek, die jedoch relativ klein ist. Mit unseren Studentenausweis konnten wir aber auch in der Bibliothek der University of Birmingham oder in der Stadtbibliothek Bücher ausleihen.
Es stehen viele Computer in der Uni zur Verfügung. Es gibt einen Computerraum mit ca. 20 Computern. In der Bibliothek sind auch noch einige PCs und in den Halls stehen auch noch mal 4 Stück. Da ich Internet auf meinem Zimmer hatte (20 Pfund), habe ich diese jedoch selten benutzt.
Ansonsten gibt es noch eine Kapelle im College, da es ein kath. Institut ist. Außerdem gibt es noch eine Sporthalle, Dance Studios und eine Bar.
Vorlesungen
Es war kein Problem den Vorlesungen zu folgen, da auch in Dortmund die Kurse in Englisch abgehalten werden. In vielen Kursen saß man mit 10 bis 20 Studenten, was die Lernatmosphäre sehr angenehm macht.
Auch die Professoren trugen zu dem guten Klima bei, da diese sehr nett, aufmerksam und hilfsbereit waren.
In meinen Kursen musste ich gegen Ende des Semester Essays schreiben, sowie teilweise Präsentationen durchführen oder eine Klausur schreiben. Das Niveau am Newman College ist nicht so hoch, wie das in Dortmund und es ist kein Problem, diese Assessments zu bewältigen. Einer meiner Kurse nannte sich „advanced English as a foreign language“. Dieser war recht interessant und es wurde über alltägliche Dinge gesprochen. Grammatik oder ähnliches wird allerdings nicht vertieft.
Wohnen
Ich habe in den Halls gewohnt. Das sind Studentenwohnheime, die direkt an die Universität anschließen. Für diese habe ich mich in meiner Anmeldung beworben. Wem diese allerdings zu teuer sind (ca. 500Euro pro Monat) kann sich auch an Lucy wenden, die vielleicht eine freie Unterkunft in einem Haus in der Nähe kennt. Es ist jedoch einfacher Kontakte zu knüpfen, wenn man in den Halls wohnt. Die Zimmer sind ausgestattet mit einem Schrank und eingebautem Waschbecken und Spiegel, einem Bett, Schreibtisch, einer Schreibtischlampe, sowie einem Schreibtischstuhl, einem Regal, einem kleinen Nachttisch und einem gepolsterten Stuhl. Die Ausstattung ist recht einfach, reicht aber.
Mit seinen Nachbarn, in der Regel 5, teilt man sich eine Küche, ein Badezimmer (ausgestattet mit einer Badewanne) und die Toilette.
Unterhaltskosten
England ist im Vergleich zu Deutschland recht teuer. Wie schon gesagt, kostet ein Zimmer im Wohnheim um die 500 Euro pro Monat und auch das Essen ist recht teuer. Es gibt jedoch auch Aldi und Lidl, die nicht allzu weit vom College entfernt sind. Dort habe ich meistens eingekauft, was zwar billiger ist als in anderen Supermärkten, aber immer noch teurer als in Deutschland.Ich habe für Essen ca. 20 Pfund für eine bis zwei Wochen ausgegeben. Oft gibt es Angebote wie 3 für 2 oder ähnliches… Es gibt oft Rabatte für Studenten – einfach immer nachfragen. Viele Museen nehmen keinen Eintritt und man kann selbst entscheiden, wie viel man spendet. Das Benzin ist auch recht teuer, aber nicht so viel teurer als in Deutschland. Pro Liter zahlt man glaub ich um die £0,89. Ich weiß es aber nicht ganz genau, da ich kein Auto gefahren bin.
Öffentliche Verkehrsmittel
Ohne Auto ist man am Newman College auf jeden Fall auf den Bus angewiesen. Ich habe mir am Anfang meines Aufenthaltes eine Busfahrkarte von September bis Dezember gekauft. Diese erhält man im Bullring. Am besten einfach durchfragen. Sie kostete £104. Das ist auf einen Schlag zwar viel Geld, hat sich aber gelohnt. In England muss man immer £1,20 klein haben pro Fahrt, da die Busfahrer nicht wechseln. Und da man, wenn man in die Stadt will oder zum Einkaufen eigentlich immer mit dem Bus fahren muss, ist es schon von Vorteil eine Fahrkarte zu haben. Dafür benötigt man außerdem noch 2 gleiche Passfotos.
Es gibt zwei Buslinien die in die Stadt fahren. Einmal die Nr. 22 die ca. eine ¾ Stunde braucht und die Nr. 21 die etwas länger benötigt. Außerdem gibt es noch die Nr. 18, die nach Northfield fährt, wo man einkaufen kann. Da es keine wirklichen Busfahrpläne gibt, habe ich doch einige Zeit an der Bushaltestelle verbracht. Normalerweise sollen die Busse alle 11-14 Minutenkommen, aber teilweise steht man doch 45 min an der Haltestelle und wartet. Von der Stadt aus ist die Verbindung recht gut, da man drei Busse nehmen kann, die zum College fahren (22, 21, 21A).
Kontakte
Es gibt einmal die Möglichkeit, am College zum Spaß Sport zu treiben oder man kann einem der vielen Vereine, wie zum Beispiel Badminton, Fußball oder Basketball… beitreten und für das Newman College gegen andere Universitäten antreten. Außerdem gibt es Squashfelder, auf denen man spielen kann.
Eine andere Möglichkeit mit den englischen Studenten in Kontakt zu kommen, ist das Theaterspielen. Dieses Jahr wurde Peter Pan aufgeführt und jeder, der interessiert ist, konnte dort mitwirken.
Ansonsten ist es, wie schon gesagt, abends in der Bar recht einfach Kontakte zu knüpfen. Da in den ersten beiden Wochen des Semesters „Freshers Week“ ist, wird dort jeden Abend Programm geboten. Das geht von Karaoke über Bar Olympics bis hin zur Fresher Princess.
Nachtleben / Kultur
Wenn man am Nachtleben von Birmingham interessiert ist, gibt es viele Möglichkeiten raus zu gehen. In der City ist die sogenannte „Broad Street“, auf der man nur Clubs, Kneipen, Discos, Kinos findet. Der Eintritt variiert. Wir sind meistens in Studentenbars gegangen, wo der Eintritt um die 3 Pfund, also ca. 4,50 Euro kostet. Die Getränke sind allerdings schon recht teuer. In den größeren Discos bezahlt man um die 10 Pfund Eintritt. In der Bar im College sind auch jede Woche Partys, auf denen man gut Kontakte knüpfen kann.
Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch genug. Der Bullring ist erst 2003 fertig gestellt worden und bietet viele Shoppingmöglichkeiten. Neben den teueren Designerläden findet man dort auch viele preiswertere Geschäfte. In Birmingham direkt gibt es nicht viele Sehenswürdigkeiten. Doch die Verbindungen nach London, Oxford, Stratford… sind sehr gut, teilweise allerdings recht teuer.
Nach London fährt man beispielsweise mit dem Bus 3 Stunden (ca.15 Pfund), dem Zug 2 Stunden (Frühbucherrabatte, also so früh wie möglich im Internet buchen). Um nach Oxford zu kommen, zahlt man für die Fahrt schon um die 25 Pfund.
Es gibt mehrer Kinos in Birmingham, die einmal in der Woche einen Studententag haben und somit der Eintritt preiswerter ist. Dort laufen um die 10 Filmen, die gerade aktuell sind.
Sonstiges
Wenn man möchte, kann man ein Konto in einer Bank eröffnen. Im Gebäude des Colleges gibt es auch eine Bank. Der Vorteil ist, dass man keine Gebühren für das Abholen von Geld bezahlt. Ich hatte meine Visakarte mitgenommen, da mit dieser in Geschäften bezahlt werden kann. Geld abgeholt habe ich mit meiner Sparkassenkarte, was allerdings jedes Mal 5 Euro Gebühren kostet.
Um die Auslandsversicherung sollte man sich schon vor seinem Auslandsaufenthalt kümmern. Ich habe mich zum Beispiel über den ADAC versichern lassen.
Zum Telefonieren: Da ich Internet auf dem Zimmer hatte, habe ich oft über Skype telefoniert. Da die Verbindung allerdings nicht immer so gut war, bin ich nachher auf die Internetseite „peterzahlt.de“ umgestiegen. Es gibt ein Telefon am College auf das man angerufen werden kann (neben dem Hub). Mit dieser Internetseite kann man eine halbe Stunde umsonst ins Ausland telefonieren, was sehr praktisch ist. Ansonsten gibt es Münztelefone und man kann ca. 6 Minuten für 1 Pfund telefonieren- zumindest in dem Telefon in den Halls. Die Verbindungspreise variierten jedoch komischerweise von Telefon zu Telefon.
Wie schon gesagt, kann man Internet aufs Zimmer bekommen, wenn man einen Laptop mitnimmt. Das kostet einmalig 20 Pfund. Ansonsten gibt es genug Möglichkeiten an den Unicomputern ins Internet zu gehen.
Einige der ERASMUS Studenten haben sich während ihres Aufenthaltes einen Job gesucht. Es ist nicht allzu schwer in Birmingham eine Anstellung zu bekommen, da in vielen Geschäften Aushilfen gesucht werden. Und später auf dem „German Market“, ein Frankfurter Weihnachtsmarkt, findet man eigentlich immer einen Job. Ich weiß allerdings nicht, was man dafür für Unterlagen benötigt, da ich selbst nicht gearbeitet habe.
Nützliches
Adresse des Colleges:
Newman College of Higher Education
Genners Lane
Bartley Green
Birmingham B32 3NT
Lucys E-Mail:
l.sobrero@newman.ac.uk
Lucys Telefonnr.:
0121 476 1181
Homepage vom College:
www.newman.ac.uk


