Englisch lernen in Birmingham – Erasmus in England.
Ina absolvierte Ihren Auslandsaufenthalt am Newman College in Birmingham, England. Die Lehramtstudentin berichtet von Ihren Erfahrungen.
Vorbereitung
Bewerbung / Einschreibung
Ich habe erst spät von der Bewerbungsfrist Mitte Januar erfahren und hatte somit nur eine Woche Zeit meine Bewerbung zu schreiben. Das war aber ausreichend. Ich wurde für das Newman College genommen (aber nicht für mein Wunschziel Leeds) und habe dann vom ERASMUS-Fachbereichskoordinator die zuständigen Unterlagen zum Ausfüllen bekommen. Zum einen musste man für das AAA die Annahmeerklärung abgeben und zum anderen die Bewerbung für das College. Da auf der Internet-Seite des Colleges wenig Informationen über die Kurse zu finden war (auch die Term Dates erfuhr ich erst Anfang des Sommers!) und die zuständige Koordinatorin von Newman, entweder gar nicht auf E-Mails antwortete oder nur unzureichend, konnte ich noch keine speziellen Kurse des Learning Agreements eintragen, sondern nur meine generellen Interessen. Da ich für mein Studium keine Credit- Points brauche, war das allerdings nicht so schlimm. Ich bekam jedoch ein Handbuch für Internationale Studierende per E-Mail zugeschickt, in dem einige Informationen gegeben wurden. Zusätzlich wurde mir auch per Mail ein Mietvertrag für ein Zimmer im Wohnheim zugeschickt, den ich unterschrieben und ausgefüllt an das College zurückgeschickt habe.
Der E-Mail-Kontakt wurde dann im Sommer zum Glück regelmäßiger, so dass man auf seine Anfragen dann auch mal Antwort bekam. Auch die Internet-Seite des Colleges wurde aktualisiert, so dass man sich grob auch dort informieren konnte. Hilfreich war es, dass man sich mit einigen Fragen auch per Mail einfach an die Students Union wenden konnte, die sind sehr freundlich und hilfsbereit. Bei Fragen zu Internet und Technik wendet man sich am besten gleich an das IT- Team des Colleges und bei Fragen bezüglich des Stundenplans und allen akademischen Fragen an Samantha Cummings, die zweite Erasmus-Koordinatorin, die erst seit dem Sommer dort arbeitet.
Finanzierung
Abgesehen von den Studiengebühren und den 70 Euro Taschengeld, die man im Monat von Erasmus bekommt, musste ich alles (mit Hilfe meiner Eltern) selber finanzieren. Da Leben in England (auch aufgrund des starken Pfunds) sehr teuer ist, sollte man sich der trotz Erasmus-Unterstützung hohen Kosten bewusst sein, und sich entweder ein gutes Polster im Voraus schaffen oder sich dort einen Nebenjob suchen. Ich habe nicht besonders auf großem Fuße gelebt, beim Einkaufen immer die billigste Variante gewählt und auch nicht groß Geld für das Nachtleben ausgegeben. Allerdings bin ich am Wochenende öfter mal in umliegende Städte gefahren oder habe mir Theaterstücke und Kino angeschaut.
Dokumente
Da England zur EU gehört, gibt es eigentlich keinerlei Schwierigkeiten. Ein gültiger Personalausweis, Führerschein (wenn man dort Autofahren will) und eine Auslands-Bescheinigung der Versicherung reichen aus.
Sprachkurs
War für mich nicht nötig, da ich sowieso Englisch studiere.
Während des Aufenthalts
Anreise
Ich habe mich für die Anreise per Flugzeug entschieden. Die Vorteile: geringe Kosten (150 Euro inklusive Steuern und Gebühren für Hin- und Rückflug), kurze Reisezeit (Fahrt nach Düsseldorf, 1,5 Stunden Flug zum Airport Birmingham, per Taxi vom Flughafen zur Uni für 23 Pfund). Problem beim Fliegen: Übergepäck ist äußerst teuer. Bei einem längeren Aufenthalt und entsprechendem Übergepäck muss man erheblich zuzahlen, wenn die Mitarbeiter nicht gerade kulant sind (etwa 4 Euro/kg bei British Airways), ich hatte jedoch Glück trotz 5 kg Übergepäck auf dem Rückflug. Ab Januar 2005 gibt es allerdings auch Billigflüge mit HLX nach Coventry ab 19 Euro, von dort ist man mit dem Zug in 30 Minuten in Birmingham.
Ankunft
Als ich gegen zehn Uhr sonntag abends Ortszeit am College ankam, war die Rezeption nicht mehr besetzt (bis sieben Uhr täglich unter der Woche). Demzufolge erhielt ich nur einen Umschlag mit meinen Schlüsseln und einer vorläufigen Swipe-Card und wurde vom Nightporter zu meinem Zimmer gebracht. Erst am nächsten Tag traf ich (zufällig!) Adlin und bekam ein Empfangspaket ausgehändigt. Das enthielt neben einem Grußwort ein paar Prospekte von Sehenswürdigkeiten, noch ein weiteres Handbuch sowie einen Stadtplan.
Diese lief sehr chaotisch ab, da keiner wusste, ob sich die ERASMUS-Studenten gemeinsam mit den anderen Erstsemestern nach Kursen geordnet einschreiben mussten, oder ob es einen gesonderten Termin gab. Besonders nervig waren die Tage des Wartens in der ersten Woche, weil wir noch keine ID (Swipe- Card) bekamen, die der Zugang zu allen Computern und zum Bibliotheksystem war . Nur mit Hilfe der Students Union und einiger freundlicher Engländer konnten wir wenigstens kurze Mails nach Hause schreiben. Die beiden internationalen Koordinatoren konnten uns nicht groß weiterhelfen. Letztendlich kümmerte ich mich selbst darum, das Geld für Verpflegung und Unterbringung beim Finance Office zu bezahlen. Sehr geholfen und mich oftmals vorm Verzweifeln gerettet angesichts des Chaos haben mich die sogenannten Guardian Angels, ältere Studenten, die sich in den ersten 2 Wochen um die Erstis gekümmert haben. Man konnte sie wirklich alles fragen, was eine sehr große Hilfe war.
Ansprechpartner
Wie schon erwähnt fand ich Adlin, die eine der beiden Koordinatorinnen nicht besonders hilfreich, obwohl sie hilfsbereit war. Sie schien teilweise nicht zu verstehen, was man von ihr wollte. Die zweite Koordinatorin, Sam, war doch um einiges nützlicher und bemühte sich nach Kräften Ordnung in das Chaos zu bringen. Sie kümmert sich vor allem um akademische Belange, während Adlin mehr für Unterkunft, Finanzierung und Verpflegung zuständig ist. Allerdings ist Sam nur teilzeiteingestellt, also nur 3 Tage die Woche am College, was besonders in den ersten und letzten Wochen des Terms, in denen es viel zu regeln gibt, nicht besonders günstig ist. Es gibt auch gar nicht so etwas wie ein AAA, also so etwas wie eine zentrale Anlaufstelle. Man lernt aber, sich selbständig um alles zu kümmern.
Campus
Es gibt eine Art Cafeteria, in der man sich von morgens bis nachmittags kleine Snacks oder kleinere Gerichte (Frühstück, Mittag und ‚Abendbrot’) sowie kalte und warme Getränke kaufen kann, dort halten sich die meisten Studenten zwischen den Vorlesungen auf. Dort wird auch das Essen serviert, wenn man Verpflegung mitbestellt hat. Man kann dort ganz nett sitzen, auch mal auf einen Kaffee zwischendurch.
Direkt unterhalb der Cafeteria gibt es noch eine sogenannte Brasserie, dort kann man sich mittags und abends Gerichte (Menüs) wie im Restaurant bestellen. Es ist etwas teurer als das Essen in der Cafeteria, soll aber auch etwas besser sein. Ich war jedoch nie dort zum Essen.
Bibliothek
Verglichen mit Dortmund, ist die Bibliothek unheimlich klein (das College hat ja auch nur 1500 Studenten!) und nicht sehr umfangreich. Wenn man allerdings keine umfangreichen Hausarbeiten erstellen muss, dann reicht es aus. Wenn man länger als einen Term bleibt, lohnt es sich wahrscheinlich auch, ggf. die Fernleihe auszuprobieren. Die Ausstattung von 2 Druckern und 2 Kopierern für die ganze Bibliothek fand ich allerdings sehr unpraktisch. Gut fand ich jedoch, dass es einen Raum gibt, in dem man sich in Ruhe Videos anschauen kann (für das Englisch-Studium sehr praktisch).
Computer
Neben den Computern in der Bibliothek, gibt es noch weitere Computer im Student Support Centre, einem weiteren Computerraum und mehreren kleineren Computerräumen im IT- Center. Manchmal ist in den Räumen zwar Unterricht, meistens findet man aber immer einen freien PC, an dem man ins Internet kann (sofern man denn seine ID- Card hat). Einen weiteren kleinen Computerraum gibt es im A-Block des Wohnheims, so dass man es nicht weit hat zu den PCs. Allerdings schließen die Räume zwischen 10 und 11 Uhr abends.
Ansonsten ist die Ausstattung der Seminarräume mit Computern und Technik sehr gut, in jedem Raum gibt es Smartboards und Internetzugang, Powerpointpräsentationen sind fast in allen Seminaren Standard.
Der Impulse- Shop liegt direkt neben der Cafeteria. Dort bekommt man neben Getränken und Essen hilfreiche Sachen fürs Studentenleben - von Telefonkarten über Stifte, Tesa und Rohlinge bis zu kleinen Geschenkartikeln und Tassen. Außerdem bekommt man dort die Küchensachen und zahlt die Kaution für die Bettwäsche (s.u.). Der Shop hat vormittags und nachmittags auf, und Carol, die Besitzerin, kann man eigentlich auch sonst alles Praktische fragen, was einem auf dem Herzen liegt.
Vorlesungen
Die Studienmöglichkeiten am Newman sind begrenzt. Deshalb sollte man schon vorher wissen, was man studieren möchte und schauen, ob etwas in der Richtung angeboten wird. Da ich für mein Studium keine Credit Points brauchte, war ich relativ flexibel und wollte gern in allen Teilgebieten meines Hauptstudiums Veranstaltungen belegen. Das Erstellen des Stundenplans erwies sich als sehr kompliziert, zumindest im Fachbereich Englisch. Offensichtlich schien niemand darauf vorbereitet gewesen zu sein, dass ERASMUS-Studenten möglicherweise an verschiedenen Seminaren teilnehmen wollten. Da viele Kurse angeblich schon voll waren (höchstens 30 Studenten, keine Ausnahmen), stellte uns Jenny, die Leiterin des Englischbereichs eine Liste mit sechs Seminaren auf, die für die ERASMUS-Studenten offen waren. Davon waren allerdings drei für Primarstufe, also für mich nicht sinnvoll. Von der Auswahl war ich ziemlich enttäuscht, zumal wirklich rigoros abgelehnt wurde, dass wir an anderen Veranstaltungen teilnehmen konnten. Allerdings erwies es sich bei mir als hilfreich, den Stundenplan selbst zu erstellen und mit den einzelnen Professoren zu sprechen, wodurch ich dann doch noch an einem weiteren Englisch-Seminar teilnehmen konnte. Um nicht zu wenige Seminare zu haben, entschloss ich mich noch 2 weitere Veranstaltungen in Geschichte zu belegen, nachdem ich mich in Dortmund versichert hatte, dass mir diese für Landeskunde angerechnet werden konnten. Letztendlich habe ich sechs Vorlesungen besucht, und darin insgesamt 30 Creditpoints erworben, die ich mir in Dortmund als 4 Teilnahmescheine und 1 Leistungsschein anrechnen lassen werde. Man bekommt bereits Punkte für Anwesenheit. Jedoch musste ich mit meinem Institut daheim die Anforderungen für Leistungsscheine klären, weshalb ich mit den zuständigen Fachlehrern Rücksprache hielt und mich jeweils mit ihnen auf Anforderungen einigte – sowohl in England als auch daheim.
Das Sprachniveau war für mich problemlos zu verstehen und auch mit dem Sprechen gab es keine großen Probleme. Deswegen besuchte ich auch keinen der 2 angebotenen Sprachkurse, da ich durch die Sprachpraxis-Veranstaltungen in England die gleichen Inhalten alle schon behandelt hatte.
Vom fachlichen Niveau war ich etwas enttäuscht. Da das Studium in England nur 3 Jahre geht, und ich schon im 7. Semester war, hatte ich in fast allen Kursen nicht das Gefühl, etwas großartiges Neues zu lernen. Die Kurse aus dem 2. und 3. Jahr, die ich besuchte, hatten meiner Meinung das Niveau unseres Grundstudiums hier in Dortmund. Ich würde den Auslandsaufenthalt deshalb eher Studenten aus dem Grundstudium empfehlen. Die Kurse waren zwar interessant und boten die Möglichkeit, die englische Sprache zu benutzen, haben mir aber wissenschaftlich nicht viel gebracht. Die Erwartungen an ausländische Studierende sind offenbar sehr gering, so wurde uns in einer Klausur sogar ein zweisprachiges Wörterbuch erlaubt und in einem anderen Seminar durften unsere Essays kürzer sein, als die der englischen Studenten.
Die beiden Kurse, die ich in Geschichte belegte, waren sehr viel interessanter und lehrreicher, was besonders auch an den beiden sehr netten und kenntnisreichen Professoren lag, die das Interesse an ihrem Thema sehr gut vermitteln konnten. Es gab auch eine Exkursion nach Birmingham, die an das Seminarthema anknüpfte. In der letzten Woche des Semesters werden die Klausuren geschrieben. Der Aufwand darum war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Im Gegensatz zu hier, wo der Professor einfach hereinkommt, die Aufgaben verteilt und man anfängt, durfte man den Raum erst nach Aufruf betreten, jeder hatte ein Platzkärtchen, wo er sitzen sollte und mindestens 4 Zettel auf dem Tisch, die man mit Matrikelnummer , Ehrlichkeitserklärungen, etc. erst mal alle ausfüllen musste, bevor man seine Unterlagen bekam. Ich kam mir vor wie beim Abitur.
Wohnen
Wie bereits angekündigt wurde ich im angrenzenden Studentenwohnheim untergebracht. Das Zimmer befand sich im fünften Stock am Ende des Ganges. Ein Fahrstuhl führt bis zum dritten Stock. Die Unterbringung war einfach gehalten und deckte das Notwendigste ab. Bett inklusive Oberbett wurde zur Verfügung gestellt. Weiterhin gab es im Zimmer einen Kleiderschrank, Schreibtisch, Nachttisch, einen Sessel, einen Stuhl und eine Waschmöglichkeit. Die Einrichtung war bereits älter und auch etwas brüchig, doch sie hielt zumindest noch während meines Aufenthalts. Die Fenster waren schlecht isoliert, weshalb es ein wenig zog. Dafür gab es Zentralheizung im Zimmer, die allerdings nicht verstellt werden konnte, sondern vom Housekeeping immer nur zu bestimmten Zeiten angestellt war. Fernsehen oder Telefon war nicht vorhanden.
Man konnte sich allerdings (nach einigen Anlaufschwierigkeiten) Wireless Lan auf seinen Laptop installieren lassen, was einmalig 20 Pfund kostet, sich meiner Meinung aber lohnt, wenn man oft das Internet benutzt und nicht von den Öffnungszeiten der Computerräume abhängig sein will. Man kann entweder einen Wireless Lan-Adapter ausleihen oder selber mit bringen. Sinnvoll ist es, sich eine Nachttisch/Schreibtischlampe (gibt’s ab 5 Pfund) zu kaufen, da das Deckenlicht zum Arbeiten/Lesen nicht ausreicht. Bettwäsche und Handtücher bekommt man gegen Kaution (10 Pfund) gestellt und muss sie dann hinterher wieder abgeben, oder man bringt eigene mit. Dusche und Toilette befanden sich auf dem Flur. Insgesamt nutzten das Bad und die Toilette fünf Personen. Beides war schon älteren Baujahres, doch sauber. Die Flure sind auch nach Männern und Frauen getrennt. Jeder Flur hat seine eigene Küche, die relativ neu ist. Es gibt 2 Kühlschränke, 1 Gefrierschrank, 1 Mikrowelle, 1 Toaster, 1 Wasserkocher, und 2 kleine Öfen mit jeweils 2 Herdplatten. Zusätzlich hat jeder ein abschließbares Vorratsschränkchen. Für 15 Pfund kann man im Shop ein Küchenset kaufen, das 2 Pfannen, 1 Topf, 3 hölzerne Kochlöffel, 1 Besteckset und ein Geschirrset erhält. Damit kommt man eigentlich gut über die Runden. Das Wohnen im Studentenheim kostet 62.50 Pfund pro Woche. Das ist prinzipiell zwar relativ teuer, allerdings ist es sehr praktisch, gerade, wenn man nur ein Semester bleibt, weil man so einfach ins Unileben ‚reinrutscht’.
Ansonsten kann man entweder vom College in einer Gastfamilie untergebracht werden (das kann ohne Auto allerdings etwas unpraktisch sein) oder man sucht sich ein Zimmer in einer WG. Das ist aber von Deutschland aus schwierig und lohnt sich eher, wenn man länger bleibt und Zeit hat sich vor Ort umzuschauen. Oftmals sind die WG-Zimmer aber auch nicht viel günstiger, wenn man die zusätzlichen Nebenkosten mit einrechnet.
Eigentlich lebte es sich im Studentenheim ganz ok. Allerdings gibt es ein Feueralarmsystem, dass für mich sehr gewöhnungsbedürftig war und vor allem nachts ausprobiert wurde – sei es durch unvorsichtige Studenten (relativ oft nach Partys!) oder als Training für die Bewohner.
In den Wohnheimen gibt es Waschmaschinen, man muss seine Wäsche selber machen. 1 Wäsche kostet 1,40 Pfund, das Trocknen im Trockner pro Gang 0,40 Pfund. Um die Wäsche wirklich trocken zu bekommen, braucht es aber mindestens 3 Runden. Ein Problem ist das Aufhängen, im Zimmer gibt es eine Heizung, auf dem Flur eine, in der Dusche und in der Küche eine. Wenn allerdings mehrere Leute gleichzeitig waschen wird es eng, man darf aber keine Leine im Zimmer aufhängen.
Lebenskosten & Verkehr
Man kann, wenn man im Wohnheim lebt, entweder komplette Selbstverpflegung wählen, oder Frühstück und Abendessen zusammen (20 Pfund pro Woche) oder nur eins von beiden (8 bzw. 12 Pfund). Da ich nicht wusste, wie es mit der Küchenausstattung aussah, habe ich von zuhause aus beides gewählt. Frühstück gibt es von 7-9, Abendessen von 16.45-18.30 Uhr, da sollte man aber möglichst pünktlich hingehen, da sind die Chancen auf einevernünftige Auswahl besser. Es gibt meist ein Fleischgericht, ein Nudelgericht und ein vegetarische Gericht, mit verschiedenen Salat- oder Gemüsebeilagen, dazu zwei Desserts zur Auswahl. Das Frühstück war eher englisch, mit heißen Sachen wie Würstchen oder Speck. Ich habe mich daher auf Toast mit Butter und Cornflakes mit Milch, sowie Joghurt beschränkt. Das Frühstück würde ich im Nachhinein nicht mehr bestellen, einfach, weil man dann flexibler ist (besonders nach langen Nächten!) und sich das auch selbst eben schnell zubereiten kann. An sich war das Essen aber gut, und für den Preis kann man sich selber bei eigenem Lebensmitteleinkauf nicht ernähren. Am Wochenende muss man sich allerdings selbst verpflegen.
Benzin
Ich habe kein Auto dort benutzt, aber ich glaube die Preise sind erstaunlicherweise ähnlich hoch wie in Deutschland. Dabei ist Diesel dort kaum billiger als Benzin, so ca. 0,85 Pfund pro Liter.
Eintrittsgelder, Ermäßigungen
Mit Studentenausweis (gibt es kostenlos bei der Students Union, Passfoto mitbringen!) kommt man bei den meisten Vergnügungen kostenlos hinein. Man bekommt auch eine Art Rabatt-Heftchen, wo besondere Angebote für Studenten (z.B. bei PizzaHut, HMV oder TopShop, einem Klamottenladen) drinstehen. Kino kostet dabei ca. 3 Pfund, Theaterkarten bekommt man, wenn man Glück hat, für 10 Pfund. Weitere Ermäßigungen gibt es auch in Museen und Ausstellungen sowie bei den Eintrittspreisen in Clubs und Bars. Es loht sich jedenfalls immer, nach Studentenrabatten zu fragen.
Bahnfahren
Wenn man andere Städte und Sehenswürdigkeiten weiter weg besichtigen will, nimmt man am besten die Bahn. Die Verbindungen sind eigentlich recht gut, allerdings kann es schnell sehr teuer werden. Wenn man wirklich viel herumreisen will, kauft man sich am besten eine Bahncard, mit der man dann auf alle Preise 30% Rabatt bekommt. Ansonsten reserviert man Tickets (am einfachsten mit Kreditkarte übers Internet) am besten 1 Woche vorher, dann sind sie um einiges billiger.
Öffentliche Verkehrsmittel
Es gibt 3 Buslinien, die in der Nähe des Colleges halten. Mit der 18 kommt man in 10 Minuten nach Northfield, wo es ein Sainsbury (großer Supermarkt) und weitere Läden gibt. Mit der 21 fährt man in ca. 30 Minuten über ein paar Umwege ins City Centre. Schneller dorthin geht es mit der 22, die hält außerdem nach 10 Minuten noch in Harborne, wo sich weitere Shops und ein Safeways (weitere Supermarktkette) befinden, und nach 20 Minuten in Five Ways, wo der große Tesco- Supermarkt ist. Fahrpläne bekommt man im Internet und an der College-Rezeption. Man sollte sich aber nicht zu sehr darauf verlassen, ich habe auch schon mal 60 Minuten gewartet, in denen nicht einer der planmäßigen 3 Busse kam.
Jede einzelne Fahrt egal wohin in Birmingham kostet 1 Pfund, ein Daysaver für 2,70 Pfund bringt einen den ganzen Tag überall hin, der Evening Saver für 1,50 Pfund ebenso ab 19.00 Uhr. Für Vielfahrer gibt es auch ein Termticket für Studenten (ca. 90 Pfund?), das man bei den zuständigen Betriebsgesellschaften bekommt. Die Busse fahren bis um Mitternacht, am Wochenende gibt es Nightbusse, die einmal stündlich fahren. Allerdings rate ich davon aus eigener Erfahrung ab. Mit vielen Betrunkenen ist das weder spaßig noch ungefährlich. Lieber nimmt man sich ein Taxi zu mehreren, die Kosten sind dann auch nicht viel höher, und man kommt sicher nach Hause. Alleine nach 23 Uhr Busfahren sollte man auch nicht unbedingt.
Kontakte
Ein großes Betreuungsprogramm seitens Erasmus gab es nicht. Erst zum Ende des Terms wurden verschiedene Ausflüge angeboten, die allerdings ausfallen mussten, weil viele entweder für Klausuren lernen mussten oder sich schon andere Dinge vorgenommen hatten. In der Mitte des Terms gab es dann zwei Workshops zum Thema Sicherheit und Reisen, die prinzipiell ganz hilfreich waren, aber besser direkt zu Beginn des Terms stattgefunden hätten.
Kontakte knüpfen fiel aber sonst relativ leicht, besonders in den ersten 2 Wochen gab es für die Erstsemester fast täglich Programm, dem man sich dann als Erasmus-Student anschließen konnte. Hilfreich waren hier auch wieder die Guardian Angels, die sich unheimlich nett um uns gekümmert haben. Eine weitere gute Möglichkeit ist die College Bar, die an mehreren Tagen in der Woche aufhat, am Freitag auch bis nach Mitternacht. Dort gibt es dann verschiedene Themen-Abende, oder man kann einfach nur so dort hingehen, sich nett zusammensetzen, ein Bierchen trinken, Darten und Billard-Spielen. Auf einer Leinwand werden auch Fußballspiele übertragen. Das Unterhaltungsprogramm am College war auch ansonsten vielseitig. Die Uni selbst bot verschiedene Sportarten wie Rugby, Netzball, Basketball oder Badminton an. Außerdem gibt es verschiedene AGs zum Beispiel Music and Drama, Debattierclub, Christian Union) und Gottesdienste an. Ein Squash-Center gehörte ebenfalls dazu. Kostenpunkt war jeweils 15 Pfund pro Jahr. Nutzen kann man auch den Fitnessraum für 20 Pfund pro Term. Man kann jedoch auch die Sporthalle zum freien Spiel nutzen, beispielsweise für Badminton. Jedoch muss man sich vorher um einen festen Termin bemühen. Schläger und Bälle sind vorhanden.
Nachtleben / Kultur
Birmingham
Die Stadt selbst hat mehr als eine Millionen Einwohner. Sie ist folglich sehr groß und auch sehr belebt. Der Stadtkern ist anders als in London eher modern und wenig touristisch. Ein riesiges, relativ neues Einkaufszentrum (Bullring) befindet sich neben weiteren größeren Malls, unzähligen Stores und kleineren Shops in der Mitte. Es wurde erst September 2003 fertig gestellt und ist das größte Europas. Außerdem gibt es verschiedene Viertel wie das der Juweliere oder Chinatown, etwas außerhalb des City Centres. Lohnenswert anzuschauen sind außerdem das Birmingham Museum und National Gallery, die Luxus-Mall Mailbox, und besonders das neue Viertel Brindleyplace, das um die alten Kanäle (Bootsfahrt!) Birminghams aufgebaut worden ist.
Bars, Clubs, Restaurants
Zum Ausgehen gibt es eine Art Kneipenmeile namens Broad Street, wo sich Restaurants und Clubs befinden. Besonders unter der Woche gibt es an verschiedenen Tagen dort günstige Tarife für Studenten. Vor 22 Uhr lohnt es sich allerdings nicht hinzugehen. Die Clubs dort sind alle relativ schick, es gibt Dresscodes und man sollte immer seinen Ausweis dabei haben. Witzig fand ich besonders den Club ‚Flares’, der aufgemacht ist wie eine Disco der 70er Jahre, und in dem auch die entsprechende Musik läuft. Wer es eher alternativ mag, sollte lieber abseits der Broad Street weggehen, zum Beispiel in die Academy oder in eine der Jazz-Kneipen in Digbeth.
Essen gehen empfiehlt sich ebenfalls. Birmingham verfügt über ein sehr multikulturelles Angebot an Restaurants. Besonders im Bereich Indische Küche findet man eine große Auswahl. Wenn man nicht zu weit will, kann man auch in Harborne einige nette Kneipen (zum Beispiel zu Quizabenden) und Restaurants besuchen.
Theater
Birmingham hat drei sehr gute Theater, das Rep, das Alexandra und das Hippodrome. Programme kann man sich im Tourist Centre, in den Theatern selbst und im Internet besorgen. Von Ballett über Comedy bis normale Stücke wird dort eigentlich alles angeboten.
Kino
Allein an der Broad Street befinden sich 2 große Multiplex-Kinos, die alle aktuellen Filme zeigen. Weitere Kinos sind auch noch im City Centre.
Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten sind hingegen eher rar gesät. Dazu empfiehlt es sich, die Stadt zu verlassen und per Bus (am billigsten, z.B. mit einer National Express Buskarte, 30 % Ermäßigung) zum Beispiel nach Warwick Castle oder Oxford zu fahren. Gut erreichbar und einen Tagesausflug wert sind außerdem Liverpool (Beatles Museum!), Chester (historischer Stadtkern), und Stratford (Shakespeares Geburtsort).
Geld & Versicherung
Bank
Wenn man eins in England ganz dringend braucht, ist das eine Kreditkarte. Damit kann man so ziemlich alles bezahlen, besonders Reservierungen (Kino, Theater, Bahn, Konzerte, etc.) und Bezahlungen im Internet/am Telefon laufen nur darüber. Wenn man länger als 1 Term bleibt und außerdem auch nebenbei arbeiten will, empfiehlt es sich, ein Konto bei einer englischen Bank zu eröffnen. Am besten lässt man sich von Sam dabei helfen, es ist nämlich einiger Papierkram zu erledigen.
Auslandsversicherung
Habe ich zuhause bei meiner Versicherung geklärt und bekam dann ein englisches Schreiben von denen mit, in dem stand, welche Leistungen ich garantiert habe. Bleibt man länger, lohnt es sich außerdem sich bei einem Arzt in der Nähe des Colleges registrieren zu lassen, damit man im Krankheitsfall schneller behandelt werden kann.
Telefonieren
Es gibt internationale Telefonkarten (entweder bei der Post oder- meist billiger- bei den Zeitungsgeschäften und Kiosken), mit denen man über einen PIN von öffentlichen Telefonen (3 davon im College, glaube ich) relativ günstig nach Hause telefonieren kann. Hat man ein Handy dabei und möchte man das auch in England benutzen, lohnt es sich eine englische Prepaid- Karte (Pay as you go nennt man das da) anzuschaffen. Recht günstig ist Virgin Mobiles, man zahlt 10 Pfund für die SIM- Karte und hat dabei schon 5 Pfund inklusive, die sofort benutzbar sind. Aufladen lässt sich das Guthaben ganz einfach in vielen Shops, Tankstellen oder Zeitungsläden.
Nebenjob
Wer in Birmingham auf Arbeitssuche gehen möchte, kann dies auf verschiedene Weise tun. Zum einen gibt es Job Center. Mir erschien es effizienter, auf die zahlreichen Stellenausschreibungen in den einzelnen Läden zu reagieren. Beschäftigte werden beispielsweise immer in den Coffeeshops, bei Mc Donalds und Co. oder im Einkaufszentrum Bullring gesucht. Besonders zur Weihnachtszeit werden viele Aushilfsstellen gesucht, es lohnt sich, einfach in die Geschäfte zu gehen und nachzufragen. Durch die deutsche Staatsangehörigkeit erübrigt es sich, eine Arbeitserlaubnis zu besorgen.


