Erfahrungsbericht Kopenhagen
Peter war von 8/2004 bis 2/2005 Erasmus-Student in Kopenhagen.
Allgemeines:
Kopenhagen erfasst ca. 500.000 Einwohner, in Storkøbenhavn (Großkopenhagen) leben etwa 1,2 Millionen Menschen und man kann sagen, dass etwa jeder 2. Däne aus dem Großraum Kopenhagen von Sjælland kommt. In der ganzen Øresundregion leben ca. 3,5 Millionen Menschen und im Zuge der Globalisierung rücken die Küstenregionen Westsjællands und Südschwedens immer mehr zusammen (weitere Information zur Geschichte, Zahlen, u.s.w. findet man unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagen).
Dänemark gehört zwar schon zu Skandinavien, jedoch kam mir die Stadt Ende August bei immer noch 30°C am Stadtstrand auf Amager eher südländisch vor. Bis spät in die Nacht ist im Sommer auf den Straßen der Metropole die Hölle los und diese Jahreszeit scheinen die Dänen noch ein Stückchen mehr zu genießen als die Deutschen. Wer diese ‚supergeile’ Stadt in der Sommerzeit erleben darf, wird sich sofort verlieben und mit Wehmut wieder abreisen.
1. Wichtiges im Voraus:
Das allerwichtigste in Dänemark ist, Deadlines einzuhalten. Kommst du zu spät, ist das dein Pech. So solltest du alle Application Forms (inkl. Bewerbung für Danish Language Course, Danish Culture Course, u.s.w.) rechtzeitig losschicken und am besten selbst mit den Zuständigen an der KU Kontakt aufnehmen. Da die Semester in Dänemark früher anfangen, sollte man nicht warten, bis einem der Platz von der Uni Bayreuth zugewiesen wird, denn das ist viel zu spät. Hat man sich früh genug um die Bewerbung gekümmert, bekommt man bald die Student-ID-Card geschickt. Mit dieser Karte sollte man sich sehr früh um die Aufenthaltsgenehmigung (Oppholdstilladelse) beim zuständigen Amt in Kopenhagen kümmern (Passfoto nicht vergessen!!). Nach ca. 2 Wochen erhält man eine Oppholdskort, die aussieht wie ein Personalausweis. Mit dieser Karte sollte man dann die in Dänemark heilige CPR-Number beantragen. Nur mit dieser Nummer ist man ein Mensch. Nach ca. vier Wochen erhält man eine weitere Karte mit dieser heiligen Nummer, die einen zum richtigen Dänen macht. Nur mit der Karte kann man zum Beispiel ein Bankkonto eröffnen, umsonst an Sprachkursen der Studieskolen teilnehmen und bekommt bei Unfällen kostenfreie ärztliche Hilfe. Apropos Sprachkurs: Nur, wenn du innerhalb Københavns Kommune wohnst (also z.B. nicht in Fredericksberg mitten in Kopenhagen), werden die Kosten für deinen Sprachkurs erstattet. Andernfalls musst du für einen 6-wöchigen Kurs ca. 500 Kronen (ca. 75,-€) zahlen. 2. Finanzen:
Für einen längeren Aufenthalt lohnt es sich auf jeden Fall ein Konto zu eröffnen. In fast allen Geschäften in Dänemark kann man mit der sogenannten Dankort bezahlen. Diese muss man bei der Kontoeröffnung beantragen. Der zu zahlende Betrag wird dann wie bei einer EC – Zahlung in Deutschland von deinem Konto abgebucht. Das ist eine gute Sache, da man nicht immer so viele Kronen mit sich herumschleppen muss. Allerdings verleitet es ein wenig zum Kaufen an jeder Ecke. Für eine Kontoeröffnung zum Beispiel bei der ‚Danske Bank’ braucht man:
CPR-Card
Glück, dass der liebe Bankangestellte einem Erasmusstudenten genehmigt, ein Konto zu eröffnen. Er sollte vielleicht nicht unbedingt wissen, dass man nur ein halbes Jahr bleibt
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch ein Empfehlungsschreiben der Heimatbank ausstellen lassen. Da der Geldtransfer von Deutschland nach Dänemark manchmal sehr lange dauern kann und Abheben immer mit Gebühren verbunden ist, ist es sinnvoll eine größere Menge Geld am Geldautomaten abzuheben und bar auf das dänische Konto einzuzahlen. Ich habe kurz vor meinem Dänemarkaufenthalt ein besonderes Sparkonto (SparCard) bei der Postbank eröffnet. Mit dieser Karte kann man an fast allen Bankautomaten in Dänemark 4 mal im Jahr umsonst abheben. Ab dem 5. Mal kostet es ca. 5,-€ Gebühren.
3. Telefonieren
Sehr billig ist das mobil Telefonieren in Dänemark. Zu empfehlen ist eine Prepaidkarte (Anbieter ist egal, ich persönlich holte mir die Karte bei Sonofon). Diese kann man ab 99,-DKK (100 Credits) erwerben. Die Credits werden beim Kauf einer teureren Karte billiger. Die Kosten eines teuren Credits liegen ca. bei 0,10 €. Ich hatte am Ende sehr viele Credits übrig und habe eigentlich viel telefoniert. Allerdings habe ich mich aus Deutschland immer anrufen lassen.
4. Reisen:
Der günstigste Weg nach Dänemark ist mit dem Zug. Hast du eine Bahncard, wirst du dich über die Vergünstigungen wundern. Fährst du zurück nach Deutschland, beauftrage am besten jemanden in Deutschland, eine Karte für dich zu kaufen. Lass dir die Karte dann zuschicken, da die Bahncard in Dänemark selbst nicht akzeptiert wird. Willst du Dänemark oder Südschweden erkunden, gibt es manchmal Nachtbusse, die richtig günstig sind. Aber auch mit dem Zug sind die Fahrten erschwinglich. Diese Trips solltest du auf jeden Fall machen:
Malmö – ist ja nur ein Katzensprung! Über die berühmte Øresundbrücke fährt man mit dem Zug ca. 30 Minuten (Kosten: ca. 70,- DKK)
Helsingborg – mit der Fähre geht es von Helsingør in das schöne südschwedische Städtchen. Auf der Fähre gibt es zollfrei Alkohol, das sollte man auf jeden Fall nutzen. Bestellt man sich ein Bier, bekommt man den Gerstensaft knapp über 0°C serviert – lecker! (zumindest war das so auf der Personenfähre) Hin- und Rückfahrt kosten ca. 20,- DKK und man sollte sich zwecks Rückfahrt genau erkundigen, da die Fähren zum Beispiel an Silvester nur bis 18.00 Uhr fahren.
Oslo, Stockholm, Helsinki: Sehr günstige Wochenendtrips mit dem Schiff (ab ca. 700,- DKK) mit 8 Stunden Aufenthalt in der jeweiligen Stadt (DFDS Seaways - http://www.dfdsseaways.com)
Alle Reisen bzw. Studienfahrten mit dem Danish Culture Course (Luisiana, Roskilde, u.s.w.)
5. Supermärkte:
Supermärkte gibt es eigentlich an jeder Ecke. Gut und günstig kaufst du bei NETTO ein, SUPERBRUGSEN ist etwas teurer. ALDI ist nicht zu empfehlen, da die Sachen oft schon im Geschäft schimmlig sind. Du wirst schnell bemerken, dass es sehr viele Brotsorten gibt, dass es ausschließlich Frischmilch von einer Marke (ARLA) gibt, dass viele Produkte aus Deutschland kommen, dass (Mädels aufgepasst!) fettreduzierte Produkte günstiger sind als fettreiche und dass man im Supermarkt billig an Bier kommt. Besonders wenn die Geschäfte den angebotshungrigen Dänen etwas bieten wollen.
6. Wohnung:
Hast du dich rechtzeitig bei KU beworben, kümmert sich das International Office um ein Zimmer oder eine Wohnung. Allerdings solltest du nicht so viel von der Wohnung erwarten. Die ersten beiden Monate wohnte ich in einem Zimmer von 10m², es war dreckig und die dänische Mitbewohnerin etwas strange – und dieser Spaß kostete 360,-€ im Monat. Allerdings war Vesterbro eine ziemlich coole Gegend zum Weggehen und mitten in der Stadt. Je weiter man außerhalb der Stadt wohnt, desto günstiger.
7. Pubs und Clubs:
Was das Nachtleben von Kopenhagen betrifft, gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten. Treffpunkt aller internationalen Studenten ist jeden Mittwoch das ‚International Cafe’ im Studenterhuset (www.studenterhuset.com), dem Studententreffpunkt in Kopenhagen. Dort kannst du günstig essen und trinken. (0,5 l Carlsberg kosten dort nur 22,-DKK [3,-€] bei Vorlage der Student-Card). Ganz cool ist auch das VEGA in Vesterbro, alle Kneipen in diesem Stadtteil und auch die Fridaybar der Faculty of Social Science. Aber eigentlich sind alle Fridaybars gut. Für mehr Info: www.ctw.dk und zum Bestellen von Eintrittskarten www.billetnet.dk. Willst du mal so richtig versumpfen und dabei nicht viel Geld ausgeben, solltest du nach Christiania gehen. Bis 2004 war Christiania quasi die gesetzlose Zone in Kopenhagen. Du bekommst dort 0,5l Bier für gerade mal 8,-DKK. Seit März 2004, als die konservative Regierung in Dänemark an die Macht kam, ist die Pusher Street, auf der ‚softe’ Drogen verkauft wurden, geschlossen. Check the web: www.christiania.org and you will get „Information about a partially self-governing neighborhood in the city of Copenhagen, Denmark, which has established semi-legal status [...]“
8. Fortbewegung:
Kopenhagen ist eine Fahrradstadt und neben jeder Straße findest du einen Fahrradweg. Deutsche Städte sollten sich ein Beispiel nehmen. Parken oder Laufen auf der Fahrradspur sind Todsünden. Nahezu jeder fährt Fahrrad und so gibt es auch fast an jeder Ecke Radshops, die günstig (ab 500,-DKK) Fahrräder verkaufen. Wichtig sind Lichter für Abends/ Nachts, da die Polizei ziemlich aufmerksam ist und eine Strafe nicht ohne ist.
9. Sport:
Bist du Sportstudent, kannst du alle Sportanlagen am IfI (Institut for Idræt – Sportinstitut der KU) in Nørrebro umsonst nutzen. Es gibt dort: Indoorkletterwand, Outdoorkletterturm, Basketballkörbe, Kraftraum, mehrere Fussballplätze, Tennisplätze, drei Spielhallen, Schwimmbad, u.s.w. Möchtest du einen Platz für eine Gruppe alleine, kannst du diesen vorher reservieren. Bist du kein Sportstudent, kannst du trotzdem am Unisport teilnehmen. Viele Kurse kosten nicht gerade wenig Geld, aber dafür ist die Betreuung und die gestellte Ausrüstung echt gut.
10. Nützliches:
Auf keinen Fall vergessen:
- Sich früh genug um alles kümmern
- Regen-equipment für die Herbst- und Winterzeit
- Passbilder (1000 Stück)
- Kasten Bier
Billig:
- Mobil telefonieren
- Essen gehen in einigen speziellen Restaurants, die ganze Menüs für nur 70,-DKK anbieten
- Studieren
Teuer:
- Alkohol
- Wohnen
Gut zu wissen:
- Die Toiletten sind in den meisten Wohnungen auch gleich Duschen
- Die Wohnungen sind etwas klein
- Bemüht man sich darum, Dänisch zu sprechen, ist man der King


