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Ein bisschen chaotisch aber sehr liebenswürdig – Studieren in Sofia

Peter hat für ein Semester in der Hauptstadt Bulgariens Politik studiert und sich sein eigenes Bild von diesem einzigartigen osteuropäischen Land gemacht. Wie ihr euch dort am besten zurecht findet erzählt er in seinem Erfahrungsbericht.

Peter hat für ein Semester in der Hauptstadt Bulgariens Politik studiert und sich sein eigenes Bild von diesem einzigartigen osteuropäischen Land gemacht.
Peter hat für ein Semester in der Hauptstadt Bulgariens Politik studiert und sich sein eigenes Bild von diesem einzigartigen osteuropäischen Land gemacht.

Hintergrundinformationen zu Bulgarien

Die Republik Bulgarien befindet sich in Südosteuropa und zählt somit zu den so genannten Balkanstaaten. Es grenzt an Rumänien, Serbien, Mazedonien, Griechenland und die Türkei. Bis 1878 war es Teil des osmanischen Reiches, das es bis Ende des 14 Jhrs vollständig erobert und in sein Empire eingegliedert hatte. Zwischen 1878 und 1945 war Bulgarien in sechs Territorialkriege verwickelt, bevor es von 1945 bis 1989 als Mitglied des Warschauerpaktes eines starken russischen Einfuß ausgesetzt war und somit auch kommunistisch wurde. Seit 1990 ist Bulgarien eine Republik, orientiert sich seither an Westeuropa, erhielt 1997 die Nato- Mitgliedschaft und wird voraussichtlich 2007 Mitglied der EU werden. Die Landessprache ist bulgarisch und wird von 90% der ca. 7,4 Mio zählenden Bevölkerung gesprochen. Bulgarisch wird der slawischen Sprachfamilie zugerechnet, enthält jedoch auch einige Elemente der Turk-Sprachfamilie.

Vorbereitungen im Heimatland

Hierunter fällt eigentlich nur die Beantragung des Visums. Das Visum muss bei dem zuständigen bulgarischen Konsulat beantragt werden, für Baden-Württemberg und Bayern ist das Konsulat in München zuständig und für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist das Konsulat in Frankfurt zuständig. Nach eigener Erfahrung, als auch den Erfahrungen anderer läuft die Visumsvergabe in den seltensten Fällen problemlos ab. Es wird daher an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen, dass Visum rechtzeitig und mit allen erforderlichen Unterlagen zu beantragen. Bezüglich des Visums sollte noch erwähnt werden, dass ein Visum D benötigt wird, das zu einem Aufenthalt von 90 Tagen berechtigt und 50 € kostet (wobei ich kurz vor meiner Rückkehr erfahren habe, das Erasmus-Studenten auch diesen Betrag nicht bezahlen müssen - bitte selber noch mal überprüfen!).

Mit diesem Visum und dem Wohnnachweis geht man dann in Sofia zum Migrationsministerium (Boulevard Marie-Louisa) und beantragt eine Aufenthaltsgenehmigung für den Zeitraum des Studienaufenthaltes. Die Bearbeitung dieses Antrages kostet wiederum ca. 30 Lewa (=15 € ) und dauert je nach Verfahrensweise zw. 2 und 4 Wochen. Man erhält dann seine so genannte „Lichna Carta“ (=Personalausweis) die zur mehrmaligen Ein- und Ausreise befugt und gleichzeitig auch als Visum gilt. Die Formulare sind ausschließlich auf kyrillisch und die zuständigen Sachbearbeiter verfügen in der Regel über weniger Englischkenntnisse als ich Chinesisch-Kenntnisse. Es empfiehlt sich daher entweder im Vorfeld schon bulgarisch zu beherrschen oder von einer bulgarisch-kundigen Person begleitet zu werden. Im Zweifelsfall kann man sich auch an das International- Relations-Office (IRO) der St. Kliment Ohridski, genau genommen an Fr. Mariana Strateva wenden, die sowohl deutsch als auch englisch beherrscht. Hat man diesen Behördengang erst einmal hinter sich, erschließen sich einem dann die angenehmen Seiten Sofias, Bulgariens.

Zumindest bis WS 05/06 gab es kein Krankenkassenabkommen mit Bulgarien, daher empfiehlt es sich eine Auslandskrankenversicherung und etc. abzuschließen – nach langer Suche habe ich mich für „MAWISTA-Versicherungen“ (Tel:07153/821530 Email: info.sued@mawista.com ) entschlossen.

Anreise

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu reisen, so auch nach Bulgarien. Es eröffnet sich einem die Möglichkeit per Reisebus, per Flugzeug oder per Zug zu reisen. Jede Reiseart hat ihre Vorteile.

Reisebus

Es gibt verschiedene Anbieter, deren Preise leicht variieren. Persönlich würde ich den deutschen Anbieter Eurolines empfehlen. Die Busse fahren mehrmals die Woche, befinden sich in einem guten Zustand und die Busfahrer haben gute Kontakte zu den Grenzern, weshalb die Grenzen meist schnell und unkompliziert passiert werden können. Die Busfahrt kostet einfach ca. 80 € und dauert ungefähr 27 Stunden. Vorteile: günstigste Art viel Gepäck mitzunehmen, relativ billig, ermöglicht eine flexible Reiseplanung.

Flugzeug

Auch hier gibt es verschiedene Anbieter, deren Preise allerdings erheblich variieren. Reguläre Flüge kosten in ungefähr ab 250 € aufwärts je nach Fluggesellschaft und Flugzeitpunkt. Empfehlenswerte Fluggesellschaften sind Allitalia, Hemus, Malev. WizzAir ist bis jetzt die einzige Low Budget-Airline die Sofia bzw. Bulgarien bedient. Hierbei handelt es sich um eine ungarische Fluggesellschaft, die immer über Budapest fliegt und deren billigster Flug (einfach) ungefähr 50 € kostet. Vorteile: bequemste und schnellste Art zu reisen

Zug

Aus meiner Perspektive nur dann empfehlenswert, wenn man besipielsweise in Budapest oder Belgrad einen mehrtägigen Zwischenstopp einlegen will. Ansonsten dauert es mindestens so lange wie der Bus und ist mindestens doppelt so teuer. Vorteil: bequemer als Bus, vor allem wenn man eine Schlafkabine bucht

Innerhalb der ersten Woche nach der Ankunft muss man sich bei der Polizei bzw. dem Migrationsministerium registrieren lassen. Hierzu braucht man lediglich seinen Pass und eine Bescheinigung des jeweiligen „Gastgebers“ (also Mietvertrag oder Untermietvertrag) – sollte man in einem Hotel oder einer Hostel unter kommen, wird dies normalerweise für einen erledigt. Sollte man bei seiner Ankunft noch keine Unterkunft besitzen, würde ich dazu raten, erst mal in einer Hostel ein zukehren, die zwar mit ca. 8-10 € fast schon westeuropäisches Niveau erreicht haben, aber immer noch deutlich billiger als die ansässigen Hotels sind. Konkret würde ich zum „Art Hostel“, „Hostel Mostel“ oder zum „Kerwa Hostel“ raten, da sie sich sehr zentral befinden und gemütlich sind.

Ferner empfiehlt es sich, sich innerhalb der ersten Tage eine bulgarische Pre-Paid-Karte (die Anbieter heißen Globul oder M-tel) zu zulegen, da dies auf Dauer erheblich preiswerter ist, als mit einem deutschen Anbieter.

Unterkunft

Wie auch in Deutschland hat man die Wahl zwischen einem Studentenwohnheim, einer eigenen Wohnung und einer Wohngemeinschaft. Die Studentenwohnheime der St. Kliment Ohridski befinden sich im so genannten Studenski Grad (=Studentenstadt - wird lustigerweise gelegentlich auch Stuttgart / studtgrad genannt), hierbei handelt es sich um ein Studentenviertel, im Südosten Sofias gelegen. In diesem Viertel leben ca. 50 000 Studenten und ist daher auch sehr auf das studentische Leben ausgerichtet (erschwingliche Restaurants, Internetcafé, Callshops, Supermärkte und jede Menge Bars und Discos). Die Zimmer werden normalerweise zu zweit bewohnt und kosten inklusive Nebenkosten zwischen 40 - 60€ pro Person. und sind daher definitiv die billigste Art zu wohnen.

Allerdings befinden sich die Zimmer und auch deren Ausstattung (Möbel, Bad) nicht immer im besten Zustand (nett formuliert). An dieser Stelle erachte ich es auch als erwähnenswert, dass die Zimmer ohne Kochmöglichkeiten ausgestattet sind! Momentan werden die Zimmer nach und nach renoviert, doch gibt es keine Garantie ein solches Zimmer zu erhalten. Die Zimmer befinden sich darüber hinaus in „Plattenbauten“ deren Zustand auch als sanierungsbedürftig bezeichnet werden kann.

Die einfachste und unkomplizierteste Art und Weise eine Wohnung zu finden ist wohl über einen Makler. Je nach Agentur kostet dies zwischen einer halben und ganzen Monatsmiete und kann eventuell sogar schon von Deutschland aus organisiert werden. Durch den EILC Sprachkurs habe ich zu Anfang gleich einige nette Leute kennen gelernt, mit denen ich zusammen eine Wohnung gesucht habe und mit denen ich dann auch eine Wohngemeinschaft gegründet habe. In dieser WG haben wir uns sehr wohl gefühlt und viel Spaß gehabt, weshalb ich jedem zu dieser Variante raten würde.

Je nach Anspruch, sprich Größe, Lage, Zustand variieren die Mietpreise zwischen 250 und 450€ zuzüglich einer Monatsmiete Kaution. Bei der Wahl der Wohnung sollte darauf geachtet werden nicht in den Norden oder in den Westen der Stadt zu ziehen, da Teile dieser Gegenden nicht als die sichersten gelten ( vgl. Waldhof-Mannheim).

Sprache

Wie bereits im Vorfeld erwähnt, gehört bulgarisch zur slawischen Sprachfamilie und unterscheidet sich daher erheblich von der germanischen / romanischen Sprachfamilie. Erschwerend kommt hinzu, dass im Bulgarischen nicht die lateinischen, sondern die kyrillischen Schriftzeichen benutzt werden. Es empfiehlt sich daher, sich bereits im Vorfeld Grundkenntnisse dieser Sprache an zueignen. Sollten bereits Kenntnisse in einer anderen slawischen Sprache vorhanden sein (bspw. Serbokroatisch oder Russisch) so sind diese zum Erlernen des Bulgarischen oder auch nur beim Zurechtfinden im alltäglichen Leben sehr hilfreich.

Es soll an dieser Stelle auch darauf hingewiesen werden, dass Englisch in Bulgarien zwar verbreitet ist (vor allem bei der jüngeren Generation), dass es aber immer noch genügend Situationen (vgl. Muigrationsministerim) gibt, in denen einem Deutsch- / Englischkenntnisse überhaupt nicht weiterhelfen. Dieses Faktum verschärft sich, wenn man Sofia den Rücken kehrt und sich in ländlichere Gefilde begibt.

Bei dem EILC – Sprachkurs handelt es sich um einen von Erasmus geförderten vierwöchigen Intensiv-Bulgarisch-Sprachkurs, der normalerweise im September stattfindet. Aufgrund der englischen Unterrichtsprache, den unterschiedlicher Nationalitäten der Kursteilnehmer, des unterschiedlichen Wissenstand der Teilnehmer und der Motivation des Sprachlehrers kann in diesem Kurs wirklich nur Basiswissen vermittelt werden. Für „blutige“ Anfänger ist dieser Kurs auf jeden Fall hilfreich, für Teilnehmer die bereits einen Kurs absolviert haben, hält sich Erkenntnisgewinn in Grenzen.

Ein weiterer Sprachkurs wird von der Universität während des Semesters angeboten. Er umfasst 12 SWS und wird jeden Morgen von Montag – Donnerstag während der Vorlesungszeit gehalten.

St. Kliment Ohridski Universität – Philosophische Fakultät (Politik, Soziologie)

Das beeindruckende und historische Hauptgebäude der St. Kliment Ohridski Universität befindet sich direkt im Zentrum, genau genommen am Boulevard Vasil Lewski, in unmittelbarer Nähe zum Parlament, der Nationalbibliothek und dem Botschaftsviertel Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich das IRO, im 1. Stock das Studienbüro der philosophische Fakultät und im 2.Stock das Büro des Dekans der philosophischen Fakultät.

Die philosophische Fakultät selber befindet sich ca. 4 Kilometer entfernt am Boulevard Tsarigradsko Shose und ist mit dem Bus 280 zu erreichen. Die Lehre selber findet hier statt, wohingegen sämtliche Formalitäten fast ausschließlich im Hauptgebäude erledigt werden müssen (Einschreibung, Learning Agreement, Leistungsnachweis, etc).

Es werden Politik-Kurse auf Englisch und ausschließlich für Erasmus-Studenten angeboten. Alles in allem stehen ca. 12 Kurse zur Auswahl, von denen aber nur zw 4-6 pro Semester angeboten werden. In Absprache mit den jeweiligen Erasmus-Studenten werden dann die Kurse ausgewählt und Vorlesungstermine vereinbart. Da die Erasmus-Gruppe in den vergangenen Jahren immer relativ klein war (zw 4-8 Leuten) lassen sich die Kurse sehr interaktiv und flexibel gestalten. Aufgrund der geringen Gruppengröße kann auch gezielt auf einzelne Sachverhalte eingegangen werden. Die Benotung erfolgt in der Regel, wie in einem Hauptseminar in Mannheim – es muss ein Referat gehalten werden und am Ende der Vorlesungszeit muss eine Hausarbeit eingereicht werden.

Lebenshaltungskosten

Das Durchschnittseinkommen in Bulgarien beläuft sich auf ca. 200€ im Monat. In der Hauptstadt Sofia ist es eindeutig höher, in manchen ländlichen Gebieten auf jeden Fall darunter. Im Allgemeinen betragen die Lebenshaltungskosten in Bulgarien ca. 1/3 dessen, was es bei uns in Deutschland kostet, wenn nicht sogar darunter. Wobei hier grundsätzlich die Unterscheidung getroffen werden muss zw. Dienstleitungen und Produktkosten. So sind Dienstleistungen, wie beispielsweise Friseurbesuche, Taxifahrten, Gastronomiebesuche und sonstige alltägliche Dienstleistungen, deutlich billiger als in Deutschland. Außerdem sind Transportkosten sowohl Bus als auch Bahn wesentlich billiger als in Deutschland.

Hingegen sind Importgüter, wie Elektroartikel und teilweise auch Lebensmittel – verhältnismäßig! - teurer als in Deutschland, hierzu zählt auch Benzin. Was mich persönlich sehr erstaunt hat, betrifft die Energiepreise, also der Strom oder vielmehr die Heizkosten im Winter. So habe ich für unsere Wohnung in Sofia mehr Heizungskosten als in Mannheim gezahlt. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass bei der Auswahl der Wohnung auch auf die Nebenkosten, vor allem Heizung und Warmwasser, geachtet werden sollte!!!

Auch wenn das Durchschnittseinkommen bei ca. 200 € im Monat liegt, sollte man für seinen Aufenthalt in Sofia mindestens 400 € pro Monat einkalkulieren. Einerseits, weil man als Nicht-Bulgare/-in oft einen höheren Preis bezahlt, andererseits weil man einen anderen Lebensstandard gewöhnt ist und dieser mit 200 € nicht unbedingt gehalten werden kann. Sollte man einen gehobenen Anspruch haben und / oder viel Reisen wollen, sollte man dementsprechend mehr einplanen.

Reisemöglichkeiten

Aufgrund seiner geographisch günstigen Lage eignen sich sowohl Sofia, als auch Bulgarien optimal als „Homebase“. Es bieten sich einem die Möglichkeiten sowohl innerhalb Bulgariens zu reisen, als auch die Nachbarstaaten zu bereisen. Innerhalb Bulgariens gibt es sehr viele und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Es gibt nicht nur sehr viel atemberaubende Natur zu bestaunen, sondern auch sehr viele nette Ortschaften/Städte zu besichtigen. Persönlich würde und kann ich folgende Städte und Orte empfehlen Nessebar, Melnik, Plovdiv, Rila, Ruse und Veliko Tirnovo. Es gibt zwar noch viel mehr zu besichtigen und zu bestaunen, doch hierzu solltet Ihr Euch entweder vor Ort um hören oder einen Reiseführer konsultieren.

Außerhalb Bulgariens gibt es dann noch mal unzählige Sehenswürdigkeiten mehr, doch diese alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Daher werden an dieser Stelle einfach nur meine persönlichen Favoriten genannt. Diese wären Belgrad, Budapest, Bukarest, Ohrid, Saloniki und ganz besonders Istanbul.

Fazit

Die vergangenen sechs Monate zählen zu den erlebnis- und abwechslungsreichsten meines bisherigen Lebens. Ich habe gelernt, Deutschland und die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten und auch zu verstehen. In Bulgarien läuft sehr vieles anders, als in Deutschland oder anderen europäischen Staaten. So ist beispielsweise der materielle Lebensstandard in Bulgarien deutlich niedriger als in Deutschland. Dies zeigt sich in vielfältiger Form, sei es durch die marode Infrastruktur, oder durch die sanierungsbedürftigen Plattenbausiedlungen oder durch die geringen Rentenzahlungen bzw. sonstigen bescheidenen Sozialleistungen. All dies und ähnliches ist Bestandteil des täglichen Lebens und wirkt bewusst oder unbewusst auf einen ein – und nicht immer positiv, Unter diesem Aspekt habe ich den organisierten, wohlhabenden Sozialstaat Deutschland zu schätzen gelernt. Es ist ein gravierender Unterschied, dies theoretisch zu wissen oder praktisch zu erfahren (- wie auch bei so vielem anderem im Leben).

Auf der anderen Seite habe ich dort viele offene, sympathische und vor allem freundliche Menschen kennen gelernt, aus denen sich intensive Freundschaften gebildet haben. Wenn auch nicht im „öffentlichen Leben“, so sind die Bulgaren (zumindest die, denen ich begegnet bin) im privaten und familiären, ein offenerer, unkomplizierter und herzlicherer Menschenschlag, doch gilt dies nicht nur für Bulgarien sondern den gesamten Balkan. Die Zeit in Bulgarien war sehr reich an unterschiedlichen Erfahrungen, besonders da die Gesellschaft in Bulgarien und dem Balkan auf einem anderen geschichtlichen und soziokulturellem Fundament basieren. Insofern würde ich behaupten, dass ein Studienaufenthalt in einem osteuropäischen Land einen höheren Erfahrungswert mit sich bringt, als beispielsweise ein Studienaufenthalt in einem uns ähnelnden Staatssystem.

Allerdings sollte hierbei auch berücksichtigt werden, dass die Qualität der Lehre und der Grad der Betreuung deutlich schlechter sind, als beispielsweise in Spanien, Großbritannien, etc. Abschließend halte ich fest, dass ich meinen Erasmus-Studienaufenthalt in Sofia / Bulgarien sehr genossen habe und hieraus wertvolle Erfahrungen für mein weiteres Leben gezogen habe. Hierfür will ich mich an dieser Stelle nochmals herzlichst beim Akademischen Auslandsamt, insbesondere bei Fr. Kerstin Bach, bedanken, welches bzw. die mir diesen Auslandsaufenthalt erst ermöglicht haben. Ferner würde ich jedem, der sich momentan in der Entscheidungsfindung befindet, explizit zu einem Studienaufenthalt auf dem Balkan beziehungsweise in Bulgarien raten.

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