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Studieren in Flandern: Tipps von Koen Boriau

Ich bin nach Deutschland gekommen, weil die deutsche Sprache so schwierig ist, dass man sie nicht perfekt lernen kann, ohne in den deutschen Sprachraum umzusiedeln. Ich studiere schon 3 Jahre Betriebswirtschaft in Leuven, Belgien und da ist manches anders als in in Deutschland...

Studieren in Belgien

Das (Studenten-)Leben in Flandern ähnelt dem Deutschen, allerdings sind die Studenten normalerweise ein bisschen jünger - es gibt nämlich keinen Wehrdienst in Belgien. Die meisten Studenten kehren auch jedes Wochenende nach Hause zurück, was sehr einfach ist, da Flandern nicht sehr groβ ist. Diese allwöchentlichen „Wanderbewegungen“ bieten übrigens die Möglichkeit, am Wochenende Citytrips in alle Kulturstädte Belgiens zu machen (s. unten). Man kann in Leuven seine Studien völlig auf Englisch machen, aber für Deutsche würde ich das nicht empfehlen. Einerseits da Deutsche in einem Jahr Niederländisch lernen können - diese Sprache ist nicht nur ziemlich ähnlich was die Wörter betrifft, die Grammatik ist auch viel einfacher und die Syntax fast identisch.

Wohnen und Leben

Wohnen in Leuven ist im Vergleich zu anderen Städten ziemlich teuer, 300-350 Euro pro Monat für ein „Studio–Zimmer mit Dusche, WC, Kochnische“ ist schon keine Ausnahme mehr. Einfache Zimmer sind noch immer billiger (200-250 Euro) aber das Angebot ist sehr begrenzt. Alle Vermieter sprechen mehrere Sprachen und Verträge werden auch in anderen Sprachen erstellt, aber diese Dienstleistung hat ihren Preis. Ausländer ohne niederländische Verträge zahlen durchschnittlich mehr. Fast alles in Flandern ist teuerer als in Deutschland, nur die Bäckereien sind merkwürdigerweise ca. 30% billiger. Die Esskultur ist ganz anders und mehr auf Frankreich gerichtet; deshalb ist die belgische Küche leichter und feiner als die deutsche. Cafés, Restaurants und Discos haben normalerweise Getränkepreise, die 20-40% höher liegen als z.B. hier in Göttingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wer in Flandern studiert, muss auf jeden Fall versuchen, alle Kulturstädte (Brügge, Gent, Antwerpen und Brüssel) zu besuchen, alle haben eine andere Atmosphäre. In Antwerpen sind das ‚Diamantenmuseum’ (Antwerpen ist Umschlagsplatz von 70% der Diamanten weltweit) und das ‚Flanders Fashion Institute’ sehr zu empfehlen. Alle groβen Modemärkte haben hier ein oder mehrere Geschäfte. Aber auch „die antwerpischen Sieben“ die mit ihren alternativen Kreationen in Paris, Mailand und Londen immer viel Beifall finden, haben hier ihre „Heimatgeschäfte“. Beachten sollte man, dass Flandern grundsätzlich nur niederländischsprachig ist, d.h. dem Staat und seinen Vertretern ist nur erlaubt, niederländisch zu benützen (oder eine andere Sprache, die nicht offizielle (!) Landessprache ist, z.B. Englisch…) Dass Deutsch (siehe oben) eine Landessprache ist, dürfen die Beamten ab und zu „vergessen“, aber Französisch wäre - historisch gesehen – unhöflich, also sollte man versuchen, diese Sprache in Flandern zu vermeiden.

Land: Belgien (Flandern)
Stadt: Leuven
Einwohner: 89000 (ohne Studenten) Uni: Katholieke Universiteit Leuven
Zahl der Studenten: ca. 29000 Offizielle Landessprachen: Niederländisch (60%)
Französisch (38%)
Deutsch (2%)

Lebenskosten:

Tafel Schokolade: ca. 3.75 Euro
Ein Glas Bier (33cl.): 2 Euro
Eintritt in Discotheken: 3-15 Euro
Kinobesuch: 5,5o-7,50 Euro
Zugticket: Studenten können mit dem ‚Go-pass’ 10 mal fahren (Entfernung unwichtig) für 44 Euro.

Von Koen Boriau

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