Medizinisches Praktikum in Australien
Das Ablegen einer Famulatur ist wichtiger Bestandteil eines jeden Medizinstudiums. Sofern die Bestimmungen der Heimatuniversität eingehalten werden, hat der Medizinstudent auch die Option, sein medizinisches Praktikum im Ausland zu absolvieren. Auch die 26-Jährige Medizinstudentin Nina ging diesen Weg: Im Sommer 2005 verbrachte sie zwei Monate in Australien, davon arbeitete sie vier Wochen in einem australischen Krankenhaus in Rockingham bei Perth.
„Ich hatte einfach Lust auf Ausland“, erzählt die 26-Jährige, als wir sie fragen, warum sie ihre Famulatur in Down Under absolvierte. Nina ging nach Australien, weil sie Lust auf ein Abenteuer hatte, neue Leute kennen lernen und ihre Englisch-Kenntnisse verbessern wollte.
Mit viel Eigeninitiative bewarb sie sich an mehreren australischen Krankenhäusern. Famulaturstellen in Australien sind rar, die Nachfrage – gerade unter deutschen Studenten – hingegen ist sehr groß. Umso mehr freute sich Nina über ihre Zusage. „Die erste Zusage, die bei mir ankam, klang sehr viel versprechend. Und dann war es eigentlich eine sehr schnelle und einfache Entscheidung“.
Es gibt nicht viele gravierende Unterschiede zwischen deutschen und australischen Krankenhäusern, verrät uns Nina. Sie selbst arbeitete im Emergency Department des australischen Krankenhauses. „So etwas gibt es in Deutschland nicht“. Während in Deutschland alles in Fachrichtungen eingeteilt ist, gibt es in Australien eine Notaufnahme für alles. „Es hat mir super viel Spaß gemacht dort zu arbeiten und es war wirklich spannend!“, erzählt die angehende Medizinerin.

Zu ihren Aufgaben im Krankenhaus gehörte die Aufnahme und Untersuchung von Patienten, deren Blutabnahme sowie das Nähen von Wunden. Schließlich musste sich Nina Gedanken über eine mögliche Behandlung machen und ihre Patienten mit dem Arzt besprechen.
Eine Vergütung für das Praktikum bekam die 26-Jährige nicht. „Ich war froh, dass ich für die Famulatur nichts zahlen musste, so wie es in Australien sehr häufig der Fall ist“.
Gewohnt hat Nina während der Famulatur im Haus eines Arztes. „Wir mussten zwar für die Unterkunft zahlen, aber viel weniger als die normalen Bed and Breakfast Gäste“.
Über Australien

Ninas erste Eindrücke vom australischen Kontinent? „Nach einem turbulenten Flug und richtig schlechtem Wetter in Australien, war ich erstmal nicht so froh gestimmt“. Das hat sich aber sehr schnell relativiert. Während ihrer Famulatur in Rockingham hat die 26-Jährige einige Touren mit dem Mietwagen durch Western Australia unternommen. Ansonsten standen für die Medizinstudentin Shopping- und Kneipentouren auf dem Programm. „Es war recht kalt zu dieser Zeit, also gab es auch manchmal Tee und ein Buch“, verrät uns Nina.
Nach ihrem medizinischen Praktikum nutzte Nina die restlichen vier Wochen, um quer durch Australien zu reisen. Zuerst flog die 26-Jährige nach Alice Springs und ins Outback. „Die endlose Weite des Outbacks ist einfach faszinierend“.

Im Anschluss daran ging es nach Darwin, wo Nina eine dreitägige Tour in den Kakadu- und Litchfield-Nationalpark unternahm. Danach reiste sie nach Cairns, um das Great Barrier Reef zu besuchen. Bevor es dann nach Sydney ging, legte die angehende Medizinerin noch Zwischenstopps in Airlie Beach, auf Whitsunday Island und Frazer Island ein.
Und welches Fazit zog Nina am Ende ihrer Reise? „Die Natur und vor allem die Vielfalt haben mich total fasziniert. Nicht so gut war, dass dort alles doch recht teuer ist“!
Von Julia von der Heyden


