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Argentinien, ich komme!

„Ein längerer Auslandsaufenthalt war schon immer mein Traum“. Gesagt, getan! Im Sommer 2007 geht es für Sara nach Argentinien. Drei Monate wird sie dort ein Praktikum in der Deutschabteilung des Instituto de Lenguas Vivas in Buenos Aires absolvieren. Warum sie sich gerade für Argentinien entschieden hat und welche Erwartungen sie an den Auslandsaufenthalt knüpft, hat Sara im Interview mit Stellenboersen.de erzählt.

Argentinien, ich komme!

Du willst diesen Sommer für mehrere Monate nach Argentinien. Warst du denn schon einmal dort?

Ja, ich war im Oktober 2005 zum ersten Mal in Buenos Aires. Es handelte sich um einen "privaten" Aufenthalt, der leider nur drei Wochen dauerte. Mein Freund ist gebürtiger Argentinier und so kam es nach circa zwei Jahren Beziehung, dass ich seine Heimat gerne mal kennen lernen wollte.

Ich studiere als Hauptfach Spanisch, somit interessiere ich mich sehr für Lateinamerika und die spanische Sprache. Schön ist es natürlich, wenn man diese einigermaßen beherrscht und sich mit Spaniern unterhalten kann. Nun plane ich für den Sommer 2007 ein dreimonatiges Auslandspraktikum.

In welche berufliche Richtung wird dein Praktikum gehen?
Ich studiere im siebten Semester Romanistik(Spanisch), Anglistik und Germanistik auf Magister in Düsseldorf. Seit dem Wintersemester 2006/2007 belege ich die Zusatzqualifikation DaF, Deutsch als Fremdsprache, die an unserer Uni in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Düsseldorf gelehrt wird. Es handelt sich also um eine Kombination aus Unterricht und Praktikum. Dieses Kursformat endet im Juli und ich möchte dann ein Auslandspraktikum in diesem Bereich absolvieren.

Ich habe mich beim Instituto de Lenguas Vivas en Buenos Aires beworben und wurde prompt angenommen. Ich werde im Instituto de Lenguas Vivas im Departamento de aleman, der Deutschabteilung, tätig sein und mit ein bisschen Glück meine eigenen Konversationskurse leiten.

Du steckst also mitten in den Vorbereitungen. Wie organisierst du diesen Auslandsaufenthalt?

Da ich den Vorteil habe, dass mein Freund aus Argentinien kommt und mich die drei Monate begleiten wird, ist die ganze Angelegenheit ein bisschen einfacher. Er hat dort noch seine Eigentumswohnung, in der wir wohnen werden. Bis auf den Flug und die alltäglichen Kosten habe ich dementsprechend keine weiteren Ausgaben. Dennoch reden wir von viel Geld; der Flug kostet 1000 Euro! Wir werden das Ticket in den nächsten Tagen buchen. Alles andere ist eigentlich schon organisiert.

Es ist eine enorme Erleichterung, wenn du dir einer Unterkunft sicher sein kannst.

Müsste ich mir allerdings eine Unterkunft suchen, würde ich es wohl so machen, wie viele andere vor Ort: Zunächst ein paar Tage im Hostel verbringen und dann eine längerfristige Bleibe suchen (über Aushänge an der Uni, das Internet oder neue Bekannte).
Was ich als problematisch ansehe, ist die Tatsache, dass die Argentinier mehr Geld für ein kleines Zimmer verlangen, als die ganze Wohnung monatlich kostet.

Als anfangs noch nicht ganz klar war, ob mein Freund mitkommt oder nicht, habe ich selber ein bisschen im Internet geguckt. Denn ich wollte nicht alleine in seiner Wohnung rumhängen sondern lieber Kontakt zu anderen finden wollte. Auf der Seite www.compartodepto.com.ar, eine Art argentinisch-internationale Seite wie wg-gesucht.de, findet man viele Inserate. Viele der Angebote scheinen geradezu auf ausländische (europäische) Studenten ausgelegt zu sein, denn da verlangen die teilweise 600 Peso im Monat für ein Zimmer. Wenn man sich überlegt, dass das Durchschnittsgehalt eines Argentiniers zwischen 800 und 1100 Peso liegt, erscheint ein Angebot für 600 Peso(circa 150 Euro, für uns also immer noch billig) im Monat nicht mehr als Angebot sondern eher als Abzocke. Aber das wird dem naiven Europäer dort sowieso passieren. Man darf nicht alles für bare Münze nehmen und muss auch mal handeln können.

Weißt du schon, wie deine Aufgaben in der Deutschabteilung in Argentinien aussehen werden?

Genau weiß ich das noch nicht, aber ich werde wohl einen tiefen Einblick in alle Kurse, in die Unterrichtsmethoden und das Deutschstudium der Studenten vor Ort erhalten. Ich werde sicher viel hospitieren, aber bestimmt auch selber Konversationskurse geben dürfen.
Ich habe selber schon viele Ideen, die ich einbringen möchte und sammle auch schon fleißig aktuelle Unterrichtsmaterialen wie Filme und Zeitungsartikel. Inwiefern dies erwünscht ist, weiß ich nicht, aber schaden kann es wohl nicht.

Wie bist du eigentlich auf dieses Praktikum aufmerksam geworden?

Über das Internet. In meinen DaF-Kursen an der Uni haben wir viele Informationen über potentielle Arbeitgeber bzw. Praktikumsstellen bekommen. So bin ich schließlich auf der DaF-Seite der Uni Mainz gelandet; auf dieser war das Praktikum ausgeschrieben. Daraufhin habe ich dem Daad-Lektor am Instituto de Lenguas Vivas, Buenos Aires eine Email geschrieben und mich beworben. Und bereits im Januar hatte ich die Zusage.

Gab es Besonderheiten bei der Bewerbung, auf die man in Argentinien achten muss?

Eigentlich nicht. Die Bewerbung war sehr einfach; alles per Mail. Das übliche halt: Anschreiben, Lebenslauf und Photo. Zudem wurde in der Praktikumsbeschreibung erwähnt, man solle eine kurze Skizze eines Unterrichtsvorschlags für den Konversationsunterricht mitschicken. Das habe ich dann auch getan. Ich hatte zwar kaum Erfahrung mit Unterrichtsgestaltung, aber scheinbar kam es ganz gut an.

Wird dein Praktikum vergütet?

Nein. Natürlich nicht. Das wäre auch zu schön. Die meisten Praktika sind ja leider unbezahlt - vor allem im Ausland.

Welche Erwartungen hast du an deinen dreimonatigen Auslandsaufenthalt in Südamerika?

Ich war noch nie so lange im Ausland und es ist schon seit Jahren mein Traum. Ich würde am liebsten noch viel länger weg, aber ich lasse es erstmal ruhig angehen. Ich erwarte, neue Erfahrungen zu sammeln, mein Spanisch zu verbessern und Zeit mit meinem Freund und seiner Familie verbringen sowie auch in einem anderen Land auf eigenen Beinen stehen zu können. Nicht zuletzt hoffe ich, selbstständig arbeiten zu dürfen und so mein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen zu können. Ich freue mich wahnsinnig! Ich fertige schon Check-Listen für das Gepäck oder To-Do Listen an und sorge für einen Hamster-Sitter. Ich bin furchtbar planungswütig.

Was willst du dir alles in Buenos Aires bzw. in Argentinien ansehen? Gibt es da denn auch schon konkrete Pläne?

Alles, was ich in den drei Monaten schaffe. Die Stadt an sich natürlich. Ich kenne zwar schon einiges, aber längst nicht alles. Ich will mir eine Tangoshow angucken, dort mal in eine Disko gehen etc. Alles, was wir bei meinem letzten Aufenthalt nicht gemacht haben. Ich will dieses Mal auch ein bisschen aus der Stadt raus, sprich nach Uruguay. Dort interessiert mich natürlich die Hauptstadt Montevideo, aber auch das Städtchen Colonia de Sacramento, eine der ältesten Städte, die von den Portugiesen gegründet wurde. Sie liegt ebenfalls am Rio de la Plata auf uruguayischer Seite.

Zudem möchte ich auf jeden Fall die Wasserfälle von Iguazu sehen - am liebsten würde ich mit dem Bus oder dem Auto anreisen, so dass man die Natur und die Landschaft auf der Reise sehen kann.

Wo siehst du dich nach deinem Studium? Vielleicht als Deutschlehrerin in Argentinien?

Ich interessiere mich für viele Dinge, möchte mich aber noch nicht festlegen. Deutsch zu unterrichten macht mir ganz bestimmt viel Spaß. Ich arbeite nebenbei aber auch noch bei einer Fluggesellschaft, auch dieses Berufsfeld finde ich sehr spannend. Wir werden sehen. Zunächst genieße ich mein Studentenleben.

Danke für das Gespräch und viel Spaß beim Praktikum in Argentinien.

Von Julia von der Heyden

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