Der Freiwilligendienst "kulturweit" stellt sich vor
Auf der diesjährigen Expolingua in Berlin informiert Tobias zusammen mit anderen Programmmitarbeitern über den staatlich geförderten Freiwilligendienst „kulturweit“, der jungen Leuten zwischen 18 und 26 Jahren die Möglichkeit eröffnet, für 6 bis 12 Monate an einer Kultur- oder Bildungsinstitution in einem Entwicklungsland zu arbeiten und Auslandserfahrungen zu sammeln. Der ehemalige Politikstudent (Geografie & VWL) war selbst mehrere Male im Ausland, darunter auch im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Südmexiko. Seit das „kulturweit“-Büro im November 2008 seine Arbeit aufgenommen hat, arbeitet der junge Mann hauptberuflich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.
„kulturweit“ ist ein Lerndienst, der vom Auswärtigen Amt in Kooperation mit der deutschen UNESCO-Kommission entwickelt wurde. Die Freiwilligen arbeiten an deutschen oder deutschsprachigen Schulen, in UNESCO-Nationalkommissionen, in Goetheinstituten, DAAD-Außenstellen, deutschen archäologischen Instituten oder bei dem deutschsprachigen Rundfunksender „Deutsche Welle“ in Entwicklungsländern aller Kontinente. Umrahmt wird die Auslandserfahrung von einem 10-tägigen Vorbereitungsseminar, einem Zwischenseminar, bei dem Probleme angesprochen und die bisherigen Erfahrungen ausgewertet werden, und einem Rückkehrerseminar. Zudem können die Freiwilligen vor Ort einen Sprachkurs besuchen.
Die Einsatzgebiete der Freiwilligen sind Kultur- und Bildungsinstitutionen in Entwicklungsländern aller Kontinente, schwerpunktmäßig in Mittel- und Südosteuropa sowie in den GUS-Staaten. Das Thema Sicherheit spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. In Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt wird bei politischen Spannungen vor Ort darüber entschieden, ob eine Ausreise gefahrlos möglich ist. Auch im jeweiligen Land können sich die Freiwilligen bei Fragen jederzeit an einen Mentor, der speziell für die Betreuung der Freiwilligen zuständig ist, wenden.
Das internationale Freiwilligenprogramm ist im Jahr 2009 angelaufen. Die ersten Freiwilligen reisten im September 2009 aus und werden im März bzw. September 2010 wieder zurückkehren. Die ersten Erfahrungen der „kulturweit“-Freiwilligen können auf dem Blog des Freiwilligendienstes (www.kulturweit-blog.de) verfolgt werden.
„kulturweit“ richtet sich an Schulabgänger, Studenten und junge Menschen, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Für jedes Qualifikationsprofil seien geeignete Stellen vorhanden, erläutert Tobias. Die Teilnahme am Freiwilligendienst wird als soziales Jahr im Ausland und bei einer Dauer von 12 Monaten auch als Zivildienstersatz anerkannt. Wie bei allen staatlich geförderten Programmen gilt es allerdings, sich mindestens ein Jahr im Voraus zu bewerben. Zurzeit bietet das Programm 200 Stellen im Ausland an, auf die sich erfahrungsgemäß rund 1400 junge Menschen bewerben, wie Tobias zu berichten weiß. Wichtige Kriterien bei der Auswahl der Bewerber sind die Offenheit in Bezug auf andere Kulturen sowie die Gestaltung des Motivationsschreibens, in dem der Bewerber sehr überzeugend darlegen sollte, warum für ihn ein Freiwilligendienst im Ausland in Frage kommt. Etwa die Hälfte der Bewerber wird zu persönlichen Gesprächen an die Partnerorganisationen vermittelt. Die Ausreise findet immer im März und September eines Jahres statt, Bewerbungsfristen und -formulare befinden sich auf der „kulturweit“-Homepage des Auswärtigen Amtes.
Tobias ist es besonders wichtig zu betonen, dass die Teilnahme am Programm keine Frage des Geldes ist. Alle Programmteilnehmer erhalten einen festen Förderungssatz, der ein Taschengeld von 150€ im Monat, sowie eine Zahlung von 200€ für Kost und Logis vor Ort umfasst. Zusätzlich werden die Kosten für die Hin- und Rückreise sowie für die nötigen Versicherungen übernommen.


