LEONARDO DA VINCI
Das LEONARDO DA VINCI Programm der Europäischen Kommission fördert den Austausch zwischen Angehörigen europäischer Länder und verbindet Theorie und Praxis in der schulischen und betrieblichen Ausbildung (vocational education and training VET). Auszubildende und Angestellte können an einem unternehmerischen Austausch innerhalb der EU teilnehmen und so ihre Kompetenzen und ihr Wissen erweitern. Außerdem fördert das Leonardo da Vinci Programm die europaweite Zusammenarbeit von Ausbildungsbetrieben, um die Qualität der beruflichen Ausbildung zu verbessern und den europäischen Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu erhalten.
- Zielsetzung
Das Programm LEONARDO DA VINCI unterstützt die Teilnehmer bei der Aus- und Weiterbildung, um sie für eine Teilnahme am europäischen Markt zu qualifizieren. Die Mobilität der Auszubildenden soll gefördert und die Qualität der beruflichen Ausbildung verbessert werden. Im Rahmen des LEONARDO DA VINCI Programms soll ein Kreditpunktesystem zum Nachweis beruflicher Bildung (ECVET) entwickelt werden, das sich mit dem Kreditpunktesystem der Hochschulen (ECTS) vergleichen lässt, dies soll zu einer erhöhten Transparenz bei der Anerkennung beruflicher Qualifikationen führen. Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQF) soll die Vergleichbarkeit beruflicher Qualifikationen innerhalb Europas erhöhen und so die berufliche Mobilität unterstützen.
- Zielgruppe
Das Programm richtet sich an Akteure der beruflichen Bildung, wie Berufsschulen, Unternehmen, außer- und überbetriebliche Bildungsstätten sowie Sozialpartner, Berufsverbände und Kammern.
- Dauer und Ablauf des Programms
LEONARDO DA VINCI beinhaltet verschiedene Förderungsmöglichkeiten im Rahmen des internationalen Berufsbildungsaustauschs, dazu gehören folgende Programmpunkte:
- Auslandsaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
Die Mobilitätsprojekte des DA VINCI Programmes ermöglichen Auszubildenden, Arbeitnehmern, Ausbildern und Berufsschullehrern einen Auslandsaufenthalt im europäischen Ausland zu verbringen. Dabei besteht die Möglichkeit einen Zeitabschnitt der beruflichen Ausbildung in einem ausländischen Unternehmen zu verbringen oder eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch zu nehmen. Die Anträge müssen bei der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eingereicht werden.
- Innovationstransfer
Dieses Projekt basiert auf dem internationalen Austausch bereits bestehender Ergebnisse, Produkte und Konzepte. Projektvorschläge, welche auf die Umsetzung innovativer Konzepte in einem ausländischen Kontext abzielen, können im Frühjahr jeden Jahres bei der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB eingereicht werden.
- Partnerschaften
Das Partnerschaftsprojekt im Rahmen der DA VINCI Förderung richtet sich in erster Linie an berufsbildende Schulen aber auch an Unternehmen, Sozialpartner und Entscheidungsträger. Die Kooperation muss eine berufsbildungspolitische Zielsetzung haben und es müssen gemeinsame verbreitungswürdige Ergebnisse der Zusammenarbeit entstehen.
- Innovationsprojekte
Im Gegensatz zum Projekt Innovationstransfer geht es bei diesem Teilprojekt um die Entwicklung völlig neuer Lösungsvorschläge für Probleme oder Ideen zur Verbesserung beruflicher Bildung. Bei diesem Projekttyp haben Teilnehmer die Möglichkeit neue Entwicklungen vorzustellen, deren Umsetzung dann im gemeinsamen europäischen Raum erprobt wird. Die Anträge werden bei der Europäischen Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) in Brüssel eingereicht.
- Netzwerke
Ziel eines solchen Netzwerkes ist die Verbreitung und Weitergabe von Wissen, Ergebnissen und Systematiken zwischen europäischen Berufsbildungsstätten und Unternehmen. Das Fachwissen und die Qualifikationen einzelner Einrichtungen sollen innerhalb des Netzwerkes verbreitet werden und so zur Bildung eines Expertenverbands führen, der auf internationaler Ebene kooperiert. Auch bei diesem Projekt werden die Anträge jeweils im Frühjahr eingereicht und zwar bei der Europäischen Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA).
- Vorbereitende Maßnahmen und Partnersuche
Das europäische Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen (PLL) unterstützt Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die einen Projektantrag stellen wollen. Die Unterstützung erfolgt zum Beispiel durch vorbereitende Besuche, Kontaktseminare oder Datenbanken zur Partnersuche.
- Bewerbungsverfahren
Um eine Förderung beantragen zu können, muss ein Projektantrag gestellt werden. Dieser kann jedoch nicht von einer Einzelperson gestellt werden sondern nur von einer juristischen Person (z.B. Unternehmen). Die Bewerbungszeiträume sind meistens im Frühjahr eines Jahres. Bei den Mobilitätsprojekten muss der Antrag etwa ein Jahr im Voraus gestellt werden, bei anderen Projekten gibt es auch geringere Vorlaufzeiten. Normalerweise wird der Antrag online eingereicht, dazu kann man auf der Homepage der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herunterladen: http://www.na-bibb.de/ueber_leonardo_da_vinci_179.html.


